Samstag, 21. Oktober 2017

14. November 2014 10:14 Uhr

Unterricht

Bayerische Schulen - Lederhose ja, Laptop eher selten

Bayerische Schulen haben Nachholbedarf beim Umgang mit moderner Technik. Ihnen fehlt oft die nötige Ausstattung dazu. Auch die Ausbildung der Lehrer ist ein Problem.

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An bayerischen Schulen fehlt oft die technische Ausstattung für einen Unterricht mit moderner Technik.
Uwe Annas - Fotolia.com

Lehrer sollten heutzutage auf alles vorbereitet sein. Denn, wie der Unterricht abläuft, hängt nicht nur von der Stimmung der Schüler ab. Sondern beispielsweise auch davon, in welchem Raum die Stunde stattfindet: Steht darin ein Computer, funktioniert der Beamer, gibt es vielleicht sogar ein „Whiteboard“, also eine digitale Tafel? Oder muss der Lehrer die vorbereitete interaktive Präsentation für seine Klasse doch mit Overheadfolien in Schwarz-Weiß bestreiten?

Lehrkräfte in Bayern nutzen heute gerne die Möglichkeiten der modernen Technik, um ihren Unterricht abwechslungsreich und schülernah zu gestalten: Neun von zehn greifen häufig oder gelegentlich zu digitalem Unterrichtsmaterial, hat eine Umfrage im Auftrag des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) und seines Dachverbands VBE ergeben. Doch nicht immer ist ihnen das auch möglich. Denn häufig fehlt es in den Schulen dafür an der nötigen Ausstattung.

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Schnelles Internet etwa haben nur 71 Prozent der befragten Lehrer an ihrer Schule. Auch ein Dienstcomputer, um ihren Unterricht vorzubereiten, steht nur 72 Prozent von ihnen zur Verfügung. Eine geschützte dienstliche E-Mail-Adresse besitzt gerade einmal gut die Hälfte, von Online-Lernplattformen berichten nur 42 Prozent. Zu wenig für ein Bundesland, das sich unter dem Slogan „Laptop und Lederhose“ den Ausbau der Digitalisierung an den Schulen zur Aufgabe gesetzt hat, findet der Lehrerverband.

Kultusministerium: Digitale Medien sind ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts

„Wenn ich will, dass digitales Lernen professionell gemacht wird, kann ich auf die entsprechende Ausstattung nicht verzichten“, kritisiert BLLV-Präsident Klaus Wenzel. „Wenn es der Staatsregierung damit ernst ist, müssen Lehrer die entsprechenden Geräte zur Verfügung haben.“ Daneben bemängelt Wenzel, dass die Lehrkräfte nicht genügend auf den Einsatz mit digitalen Medien vorbereitet werden. Nur jeder zehnte befragte Lehrer hat sich die nötige Kompetenz in der Ausbildung angeeignet, 86 Prozent machten sich hingegen privat damit vertraut. „Wir brauchen einen systematischen Ausbau der Ausbildung“, fordert Wenzel.

Dass digitale Medien ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts sind, meint auch das Kultusministerium. Da jeder Schulkostenträger aber unterschiedliche Schwerpunkte setze, sei die IT-Ausstattung noch unterschiedlich. „Insgesamt aber“, so das Ministerium, „hat Bayern schon einen guten Stand erreicht.“

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