Sonntag, 19. Mai 2013

15. April 2012 13:29 Uhr

Medienbericht

Müller-Brot fiel schon viel früher negativ auf

Die Großbäckerei Müller-Brot aus Neufahrn bei München ist nach «Spiegel»-Informationen viel früher durch Verunreinigungen aufgefallen als bisher bekannt.

Müller-Brot. Foto: Sven Hoppe / Archiv dpa

Die Großbäckerei Müller-Brot aus Neufahrn bei München ist nach «Spiegel»-Informationen viel früher durch Verunreinigungen aufgefallen als bisher bekannt - und zwar um bis zu neun Jahre. So seien seitens der Behörden bereits in den Jahren 2000 bis 2009 sechs Bußgeldbescheide über insgesamt 12 750 Euro ergangen. Bislang war immer der 9. Juli 2009 als erstes Datum genannt worden, an dem eine Spezialeinheit des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die Brotfabrik unter die Lupe nahm.

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Laut «Spiegel» räumte das zuständige Landratsamt Freising die früheren Vorfälle inzwischen ein. Unter anderem seien eingebackene Reste von Latexhandschuhen von Lebensmittelkontrolleuren gefunden worden, auch waren Maschinen verunreinigt oder es gab Schabenbefall.

Müller-Brot fiel viel früher negativ auf als bisher bekannt

Zwischen 2009 und Ende 2011 folgten weitere sechs Überprüfungen der Task Force und etliche Kontrollen von Spezialisten des Landratsamtes. Die Kontrolleure stellten gravierende Mängel fest, es wurden mehrfach Waren zurückgerufen und vernichtet sowie Bußgelder verhängt, darunter zweimal 25 000 Euro. Die Öffentlichkeit erfuhr allerdings von den Hygienemängeln in der Backfabrik jahrelang nichts.

Derzeit liegt die Produktion auf Eis, nach dem Verkauf von 148 Müller-Brot-Filialen an Evi Müller und Franz Höflinger ist unklar, was aus der Brotfabrik selbst wird. Die neuen Filial-Besitzer wollen die weiter gesperrte Fabrik zwar kaufen, aber derzeit stocken die Verhandlungen. Zunächst einmal müssen Alteigentümer Klaus Ostendorf, die Commerzbank als Hauptgläubiger und Insolvenzverwalter Hubert Ampferl die Eigentumsrechte im Detail klären, hieß es nach Ostern. Mit Alteigentümer Ostendorf müsse über die zentrale Backstraße 25 und die EDV-Anlage gesprochen werden.

Hygiene-Skandal um Müller-Brot

Mit dem größten Teil des Filialnetzes hatten Müller und Höflinger 463 Mitarbeiter übernommen. Die restlichen 700 Beschäftigten sind seit dem Auslaufen des Insolvenzgeldes am 1. April freigestellt. Die nicht übernommenen rund 80 Filialen will der Insolvenzverwalter in den nächsten Wochen einzeln verkaufen. dpa

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