Mittwoch, 25. Mai 2016

29. Juli 2014 14:48 Uhr

Raisting

Schon der dritte: Wer steckt hinter den Kornkreisen am Ammersee?

Der Kornkreis in Raisting ist bereits der dritte in der Ammersee-Region. Doch wer steckt dahinter? Die einen glauben an Menschenwerk, die anderen an außerirdische Botschaften.

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Raisting am Ammersee im Ausnahme-Zustand: Ballonfahrer haben dort einen Kornkreis entdeckt. Nun pilgern hunderte Esoteriker zu dem Feld.

Sie entstehen über Nacht und ihre Herkunft liegt im Dunklen: Kornkreise. Die Region um den Ammersee bietet für dieses Phänomen offenbar einen fruchtbaren Boden: Nachdem 2007 in Fischen und 2012 bei Andechs Kornkreise erschienen, wurde vor über einer Woche ein neuer bei der Satellitenanlage von Raisting entdeckt.

75 Meter misst der äußere Kreis, in dem sich drei Kreise zu einem Ornament fügen, das erst aus der Luft richtig erkennbar ist. So registrierte auch ein Ballonfahrer als Erster die Zeichnung im Weizenfeld der Familie Huttner, bei der in der kornkreistypischen Art Halme flach darniederliegen und so das Muster bilden.

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„Das ist eine Botschaft“

Kornkreise sind Wallfahrtsorte für jene, die an Botschaften aus dem All glauben. Es herrscht eine kontemplative Stimmung vor Ort, die Menschen gehen in sich und versuchen, die Atmosphäre im Kornkreis aufzunehmen. Viele laufen barfuß über die Matte aus Weizenhalmen oder ruhen auf dem Boden. Ein Münchner sieht beispielsweise eine Friedensflagge verkörpert in dem Ornament. Die drei Kreise stünden für Spiritualität, Kunst und Wissenschaft. „Das ist eine Botschaft.“

Botschaften gab es auch 2012 nahe Andechs, Wesen vom Planeten Sirius A waren es, die sich damals mittels Kornkreis an die Menschheit wandten – so die Interpretation eines Mediums. Und sogar heute sei die Energie dort noch zu spüren, berichtet eine Frau. Energie wurde von einem Kornkreisforscher auch in Raisting gemessen, wie Monika Huttner erzählt – und sie sei im Kreis viel höher als außerhalb. Die Bäuerin sitzt oft am Feldrand und beobachtet das Treiben. Freundlich seien die Menschen und glücklich, hier sein zu können, meint Monika Huttner. Und so mancher schiebt etwas in eine Spendenbox.

Mit Pflock, Seil und Brett

Dass so mancher Kornkreis irdischen Ursprungs ist, darüber findet sich einiges im Internet. Gerade in England gibt es eine Szene von Kreismachern. „So etwas lässt sich von Menschenhand gestalten“, erklärt Uli Ernst, der selbst jedes Jahr am Ammersee ein Hanflabyrinth kultiviert. Mittels Pflock, Seil und Brett ließen sich nach dem Prinzip Zirkel Muster in ein Getreidefeld zaubern. Und es seien hier reine Kreissysteme.

Ernst glaubt, dass dafür dieselben verantwortlich sind wie 2007 und 2012 und es hier eine Szene gibt. Und sie hätten sich verbessert, nötigt ihm die Exaktheit des neuen Ornaments handwerklichen Respekt ab, „wenngleich ich es als Bauer nicht gutheißen kann“. An die englische Kornkreis-Szene mit ihren komplexen Mustern reiche Raisting aber nicht heran.

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Schlagworte

Ammersee | Raisting | Andechs | England

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Ein Artikel von
Stephanie Millonig

Landsberger Tagblatt
Ressort: Lokalnachrichten Landsberg

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