Montag, 23. Januar 2017

11. Januar 2017 20:00 Uhr

Landwirtschaft

In Ried regt sich der Widerstand

Der geplante Schweinestall erhitzt weiterhin die Gemüter. Eine Bürgerinitiative setzt sich für einen alternativen Standort ein und sammelt Unterschriften. Was der Landwirt sagt.

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Die „Bürgerinitiative für einen Alternativstandort“ macht mobil gegen den geplanten Schweinemaststall.
Foto: Bernhard Weizenegger (Symbol)

Auf dem Flyer ist ein Mädchen abgebildet, das sich angewidert die Nase zuhält. Daneben der Spruch: „Frische Luft in unseren Klassenzimmern war wohl gestern.“ Diesen Zettel haben viele Rieder in den vergangenen Tagen in ihrem Briefkasten gefunden. In der Gemeinde sammelt sich der Widerstand gegen den geplanten Schweinemaststall zwischen dem Hauptort und Hörmannsberg. Bis zu 1400 Tiere sollen dort unterkommen.

Nun macht die „Bürgerinitiative für einen Alternativstandort“ mobil. Die Freien Wähler haben die Aktion angestoßen. Laut dem Vorsitzenden Johann Weiß beteiligen sich aber auch viele, die nicht in der Gruppierung sind, bei der Bürgerinitiative. Er spricht von einem „Team Alternativstandort“, das aus rund 15 Mitgliedern besteht. Die Koordinierung hat er übernommen.

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Die Mitglieder fürchten die Nitrat- und Geruchsbelastung aufgrund der zusätzlich ausgebrachten Gülle. Dadurch sei das gesamte Gemeindegebiet betroffen. In der Umgebung des geplanten Mastbetriebs befinden sich laut Weiß zudem rund hundert Immobilien, deren Wert sinken könnte. Er und seine Mitstreiter rechnen mit einem Verlust von etwa 30000 Euro pro Haus und kommen so auf insgesamt drei Millionen Euro. Zudem befinden sich das erweitere Kinderhaus und der Schulanbau in Windrichtung des geplanten Schweinmaststalls. Die Mitglieder der Bürgerinitiative befürchten auch einen Wettbewerb um Pachtflächen, der das Preisgefüge in der Gemeinde durcheinanderbringe. „Mittelständische und nachhaltig wirtschaftende Betriebe, welche die heimische Kulturlandschaft pflegen und erhalten, stellt dies vor große und existenzbedrohende Herausforderungen“, heißt es.

Der Flyer enthält eine Postkarte, um die Aktion zu unterstützen. Zudem wollen die Mitglieder bald erneut Haushalte aufsuchen und Unterschriften sammeln. Auch im Internet auf der Seite www.alternativstandort.de können Befürworter ihren Namen hinterlassen. Weiß ist mit der Resonanz zufrieden. Bereits nach wenigen Tagen hat er einige Postkarten in einer Schachtel auf seinem Schreibtisch gesammelt. Mit den Unterschriften will die Bürgerinitiative „Sensibilität“ aufbauen, „um bei einem runden Tisch mit dem Antragsteller und den politischen Vertretern eine einvernehmliche Lösung zu erreichen.“ Weiß sagt, dass er und seine Mitstreiter sich für einen Alternativstandort einsetzen und grundsätzlich nicht den Schweinestall verhindern wollen. Die Bürgerinitiative werde auch vom Bund Naturschutz Aichach-Friedberg unterstützt. Im März sei eine zentrale Veranstaltung geplant und demnächst sollen in der Gemeinde mehrere große Banner aufgehängt werden.

Die Auseinandersetzung um den Maststall zieht sich inzwischen seit mehr als sieben Jahren hin. Zwei Mal stand die Gemeinde deswegen vor Gericht. Zuletzt entschied der Verwaltungsgerichtshof in München zugunsten des Bauern.

Bürgermeister Erwin Gerstlacher sagt, dass er beim letzten Gespräch mit dem Landwirt über einen alternativen Standort verhandelt habe. Das liege aber bereits länger zurück. Wie Gerstlacher erklärt, entscheidet nun das Landratsamt als zuständige Behörde über den Bauantrag. Wenn das grünes Licht gibt, wovon auszugehen ist, landet die Genehmigung wieder im Rieder Bauausschuss. Die Mitglieder können dann zwar ihr Einvernehmen verweigern, das Landratsamt hat aber das letzte Wort. Gerstlacher hat dennoch die Hoffnung, dass der Bauer sich für einen Alternativstandort entscheidet.

Der Landwirt betont auf Anfrage, dass die Verhandlungen mit dem Bürgermeister weiter laufen. „Wir sind immer noch in Kontakt, nur das kann man nicht innerhalb von ein paar Wochen klären.“ Grundsätzlich sträube er sich nicht gegen einen anderen Standort. „Das muss aber reiflich überlegt sein.“ Das von der Gemeinde ins Spiel gebrachte Grundstück neben seinem Hof sei keine Alternative. Zunächst fürchtete der Landwirt die Altlasten im Boden, nun verweist er auf den Emissionsschutz. Als er im vergangenen Jahr seinen Hof erweitern wollte, habe die Gemeinde Ried Bedenken geäußert. Der Immissionsschutz sei bereits ausgereizt. Daher bezweifelt der Landwirt, dass er an dieser Stelle eine neue Schweinemastanlage errichten darf.

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Philipp Schröders

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