Sonntag, 30. April 2017

04. September 2014 12:44 Uhr

Mering

Papiertheater: In Mering steht nun das kleinste Opernhaus Deutschlands.

Mering hat von heute an ein eigenes Opernhaus. „Multum in Parvo“ bringt große Stücke als kleines Papiertheater auf die Bühne. Los geht es mit einem wahren Klassiker.

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Die Kulisse der „Königin der Nacht“: Nach historischen Vorlagen gestalten Christine Schenk und Benno Mischka das Bühnenbild ihres Papiertheaters.
Foto: Peter Stöbich

Wie klingt wohl die „Zauberflöte“, wenn der lebensfrohe Vogelfänger Papageno gerade einmal 15 Zentimeter misst und selbst das furchterregende Ungeheuer, dem Prinz Tamino mithilfe der Scherginnen der Königin der Nacht entkommen kann, sich nur im Miniaturformat über die Bühne schlängelt? Die Antwort gibt das kleinste Opernhaus Deutschlands heute Abend in Mering.

Zu seiner Eröffnung lassen die Gründer Christine Schenk und Benno Mitschka Wolfgang Amadeus Mozarts beliebte Oper auf ihrer Papiertheater-Bühne „Multum in Parvo“ erklingen. Und erbringen damit den Beweis, dass große Spielkunst und Theaterfreude auch dem kleinen Format entspringen kann. „Das Papiertheater bietet einen tollen 3-D-Effekt“, schwärmt Christine Schenk. „Wir selbst sind ihm sofort verfallen.“

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Papiertheater erlebt Renaissance

Dabei reicht der Ursprung dieser Theaterform 200 Jahre weit zurück. Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Miniaturbühnen, auf denen sich die technische Vielfalt einer „großen“ Bühne auf dem heimischen Küchentisch nachspielen ließ. In der Biedermeierzeit gehörten die farbenprächtigen Ausschneidebögen aus Papier zur Ausstattung des bürgerlichen Haushalts.

Ließ sich daraus doch in kurzer Zeit ein voll funktionstüchtiger Bühnenboden mit prächtigen Kulissen erbauen, vor dem Opernfiguren und selbst erdachte Helden zum Leben erwachten. Nachdem die Tradition nach dem Ersten Weltkrieg weitgehend verschwand, erlebt das Papiertheater zuletzt eine kleine Renaissance.

Zuerst nur für die Söhne gedacht

Denn nicht nur Liebhaber und Theaterfreunde, sondern auch Lehrer und Pädagogen entdecken die Papierbühne für sich. Dass sich dort die Möglichkeit bietet, sein eigenes Theater zu basteln, Bühnenbild und Dekor zu gestalten und diese Miniaturwelt dann auch zu bespielen, fasziniert Kinder ebenso wie Erwachsene. „Papiertheater ist eine Theaterform für die ganze Familie“, sagt auch Christine Schenk.

Für sie und ihren Mann begann mit der Entdeckung des Papiertheaters geradezu ein neuer Lebensabschnitt. War die Miniaturbühne zunächst rein privat für ihre sechs Jahre alten Zwillingssöhne gedacht, entstand aus der eigenen Begeisterung bald eine Geschäftsidee.

In Mering eröffnete das Ehepaar vor zwei Jahren den ersten Papiertheater-Laden Deutschlands. In der anliegenden Werkstatt baut Benno Mitschka die Guckkastenbühnen nach historischen Vorlagen, außerdem bietet das Paar Workshops an. Das kommt in der Region gut an, schließlich gibt es in Schwaben eine lange Theatertradition. „Die Augsburger Kupferstecher Martin und Christian Engelbrecht gelten mit ihren Guckkasten-Blättern und Papierkrippen als Wegbereiter des Papiertheaters“, erklärt Schenk.

Fast hundert Figuren aus Papier

Nun tritt die Geschäftsidee der beiden Meringer in ihre bislang jüngste Etappe ein. Künftig soll ihre Papiertheaterbühne einen regelmäßigen Spielbetrieb aufnehmen. „Wir haben uns auf Opern spezialisiert“, sagt Schenk. Auf vier Premieren im Jahr sollen sich die Gäste in Deutschland kleinstem Opernhaus künftig freuen dürfen. Mit der „Zauberflöte“ eröffnen Schenk und Mitschka das Programm.

Rund eine Stunde dauert die von Filmemacher Mitschka entwickelte Papiertheater-Inszenierung. Der Aufwand für die beiden Spieler ist dabei kaum geringer als auf der großen Bühne: 94 Figuren bewegen Schenk und Mitschka in Mozarts Klassiker durch die handgefertigten Kulissen, hinzu kommt die Technik. Denn auch auf der Miniaturopernbühne kommt eine Nebelmaschine zum Einsatz, wenn Tamino und Pamina durch dunstige Hügelketten wandern.

Nachwuchsspieler stehen schon bereit

Musik und Text kommen vom Band, doch Schenk kann sich gut vorstellen, in Zukunft auch mit Live-Musik zu arbeiten. Auch selbst geschriebene Stücke könnten bald auf dem Programm des Papiertheaters stehen. „Wir wollen die ganze Familie anspruchsvoll unterhalten“, hat sich Schenk vorgenommen. Um Nachwuchsspieler müssen sich die Papiertheater-Spieler jedenfalls keine Sorgen machen: Ihre Söhne haben sie bereits mit ihrer Leidenschaft angesteckt. „Die beiden spielen die Zauberflöte zurzeit rauf und runter“, lacht Schenk.

Programm:

Die Zauberflöte: 5. September (18 Uhr, Premierenvorstellung), 6. September (19 Uhr), 7. September (11 Uhr)

Der Freischütz: 12. und 13. September (19 Uhr), 14. September (11 Uhr) Hänsel und Gretel 28. November, (19 Uhr, Premierenvorstellung)

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Papiertheaters.

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