Mittwoch, 13. Dezember 2017

09. August 2014 00:34 Uhr

Spielplan

Trickreiches Theater im Taschenformat

In Mering eröffnet bald Deutschlands kleinstes Opernhaus Von Peter Stöbich

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Von A wie Aida bis Z wie Zauberflöte reicht der anspruchsvolle Spielplan des kleinsten Opernhauses Deutschlands, das kommenden Monat in Mering eröffnet wird (siehe Infokasten). „Multum in Parvo“ (Großes im Kleinen) haben Benno Mitschka und Christine Schenk ihr Papiertheater in der Augsburger Straße 48 genannt, in dem sie regelmäßig bekannte Bühnenwerke in gekürzter Fassung zeigen wollen. Trickreiche Computertechnik, moderne LED-Beleuchtung und Nebelmaschine – alles ist wie in einem großen Theater, nur die Figuren und der Zuschauerraum direkt am Meringer Kreisverkehr sind wesentlich kleiner. „Doch unser technischer Aufwand steht dem eines echten Opernhauses kaum nach“, sagt das Ehepaar, „allein in der Zauberflöte gibt es ein Dutzend Bühnenbilder mit 94 Figuren.“

Alte Bühne mit detailreichen Kulissen

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Die Faszination der Miniatur-Theaterwelt hatte Mitschka bei einem Besuch des Münchner Stadtmuseums gepackt, als er eine alte Bühne mit detailreichen Kulissen entdeckte. Und weil das Paar wegen seiner Zwillinge Benedikt und Maximilian gerade den Fernseher aus der Wohnung verbannt hatte, dauerte es nicht allzu lang bis zur heimischen Papiertheaterpremiere mit Rotkäppchen. Der nächste Schritt war die Gründung einer Firma, die von Mering aus weltweit alle Bedürfnisse rund ums Papiertheater abdeckt. „Als Familienunternehmen liefern wir alles aus einer Hand“, schildert Christine Schenk, „von der Konzeptionierung über die Produktion bis hin zum Internetvertrieb wird jeder Schritt unter einem Dach erarbeitet und umgesetzt.“ Unter anderem gibt es Texthefte, Figuren- und Kulissenbögen, Bauanleitungen, aber auch Postkarten zum Sammeln oder Verschicken sowie für Einsteiger Theater im Taschenformat; diese bestehen aus einem zusammenklappbaren Papiertheater, einem Textbuch sowie ausgeschnittenen Kulissen und Spielfiguren. „Papiertheater ist im Prinzip so etwas wie die 3-D-Spielkonsole eines theaterbegeisterten Bildungsbürgers im 19. Jahrhundert“, berichtet Mitschka. „Gerade Schwaben kann hier auf eine lange Tradition zurückblicken, gelten doch die Augsburger Kupferstecher Martin und Christian Engelbrecht mit ihren Guckkastenblättern und Papierkrippen als Wegbereiter.“ Nach ihrem Theaterbesuch kauften früher viele Zuschauer Ausschneidebögen mit Dekors und Figurinen, die sich im Design an die Aufführung anlehnten. Im Kreise der Familie bastelte man dann die Kulissen, schnitt Darsteller aus und erweckte das Ganze durch fantasievolle Inszenierung zum Leben. „Ein beliebtes Mittel dazu war zum Beispiel der Einsatz damals gängiger Spezialeffekte“, weiß Christine Schenk. Doch nicht wenige der mit Kerzen stimmungsvoll beleuchteten Heimbühnen des 19. Jahrhunderts gingen dramatisch in Flammen auf.

Das Repertoire umfasste in der Anfangszeit die beliebtesten Produktionen aus Oper und Drama. Außer Fidelio und Freischütz standen auf dem Programm auch die großen Schauspiele Faust, Wilhelm Tell oder Hamlet, später erfreuten sich Märchen zunehmender Beliebtheit. Neben der Befriedigung der eigenen Theaterleidenschaft hatten diese kleinen Bühnen aber auch einen ganz praktischen Zweck, so Mitschka: „Beim gemeinsamen Spiel konnten Eltern ihren Nachwuchs mit dem klassischen Bildungskanon vertraut machen und ihnen zugleich auch Werte vermitteln.“ Die kleinen und großen Akteure lernten nicht nur einiges über den Inhalt und die Kunst des Inszenierens, sondern auch über Bühnentechnik, Perspektive, Lichteffekte und Geräusche, die mit allen möglichen Utensilien aus Küche und Haushalt erzeugt wurden. Der gelernte Germanist, Theaterwissenschaftler und Filmemacher hat als Filmstudent in London alles über das Geschichtenerzählen und die Regeln der Dramaturgie gelernt. Er freut sich darüber, dass die Kunstform des Papiertheaters seit einiger Zeit eine Renaissance erlebt, „weil immer mehr Eltern, Lehrer und Erzieher entdecken, wie sehr die Phantasie und Entdeckungsfreude von Kindern angeregt wird. Sie eignen sich spielerisch Fähigkeiten an, die auch im Berufsleben wichtig sind: eine gute Aussprache, freie Rede und ein selbstbewusster Auftritt in der Öffentlichkeit.“

Im Internet

www.papiertheater-shop.de

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