Montag, 11. Dezember 2017

07. Dezember 2017 06:49 Uhr

Pflanzen

Bitte den schönen Weihnachtsstern nicht ertränken

Viele gießen ihre Pflanzen auf den Fensterbänken im Zimmer zu stark. Das aber ist pures Gift für sie. Worauf schon beim Kauf von Weihnachtsstern und Alpenveilchen zu achten ist.

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Was können Blumenfreunde tun, damit alles möglichst lange prächtig gedeiht? In Kooperation mit der Bayerischen Gartenakademie stellen wir jeden Monat Tipps vor. Jetzt im Dezember haben wir Gartenbauingenieurin Marianne Scheu-Helgert um Pflegetipps für Pflanzen gebeten, die jetzt Saison haben, also Weihnachtsstern, Christrose und Alpenveilchen.

Beim Kauf eines Weihnachtssterns sollte man nach Ansicht von Scheu-Helgert darauf achten, dass die Pflanze in der Mitte winzige, knospige, gelbe Blüten hat. Das zeige eine hohe Qualität. Doch die beste Qualität nützt nichts, wenn der frisch gekaufte Weihnachtsstern ohne schützende Papierverpackung aus dem Geschäft getragen wird. „Die halten dann nicht lang“, sagt Scheu-Helgert, „denn Weihnachtssterne sind sehr empfindlich.“ Kälte und Zug seien gefährlich. Daher sollten Weihnachtssterne auch immer zur Seite gestellt werden, wenn beispielsweise gelüftet wird, „Weihnachtssterne mögen keine kalten Füße“. Ist ihnen zu kalt, seien schnell die Wurzeln geschädigt.

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Wasser sollte nicht im Topf stehen gelassen werden

Und es gibt weitere, große Probleme, die nicht nur für Weihnachtssterne pures Gift sind – Fehler beim Gießen. „Viele Menschen gießen einfach zu viel“, sagt Scheu-Helgert. „So werden auch viele Weihnachtssterne oft ersäuft.“ Ganz schlimm werde es, wenn das Wasser auch noch im Topf stehen gelassen wird. Schimmel und Fäulnis sind die Folgen, die der gesündesten Pflanze den Garaus machen. Daher rät die Expertin zu Untersetzern bei Pflanzen. Wasser, das etwa fünf Minuten nach dem Gießen noch im Untersetzer steht, muss dringend weggekippt werden. Ein sicheres Zeichen, dass man seine Pflanzen „ersäuft“, sind schwarze, winzige Mücken, so- genannte Trauermücken, die sich im nassen Substrat vermehren.

Erlitt der Weihnachtsstern nicht den Wassertod, kann er ins nächste Jahr gerettet werden. Dafür rät Scheu-Helgert, ihn etwa im Februar kräftig zurückzuschneiden. „Nur fünf bis sechs grüne Jungaustriebe im unteren Teil stehen lassen.“ Jetzt ist ein kühler, etwa 16 Grad warmer, heller Standort wichtig. Im Frühjahr topft man ihn um und setzt ihn am besten in den Garten, nicht aber in die pralle Sonne. Etwa um den 10. Oktober startet die Blühphase. Dann sollte der Weihnachtsstern reingeholt werden und an einem nicht zu warmen Standort möglichst dunkel und ohne Lichteinfluss in Ruhe gedeihen können.

„Die Christrose ist im Gegensatz zum Weihnachtsstern eine heimische Pflanze“, erklärt Scheu-Helgert. „Bei vielen blüht sie im Garten.“ Dort lässt sie ihre weißen Blüten etwa um Silvester sehen. Durch den Klimawandel blühe sie jetzt oft schon an Weihnachten. Viele Menschen stellen eine Christrose dekorativ vor die Haustüre oder auf den Balkon. In einer Schale eingepflanzt, ist das gut. Doch Vorsicht: Kälter als minus drei Grad mag es die frisch gekaufte Christrose nicht, wenn sie aus dem Gewächshaus kommt. Daher müsse sie in kälteren Frostnächten in den Hausgang gestellt werden. Gefährlich ist bei allen Pflanzentöpfen, die im Winter draußen stehen, dass sie bei Sonneneinstrahlung immer wieder zum Teil auftauen und dann wieder einfrieren, was die Wurzeln kaputt macht. Daher ist ein Schutz etwa aus Sackleinen um jeden Topf wichtig.

Werden die Christrosen bis März in der Schale gut gehalten, sollten sie am besten in einen Garten an einen nicht allzu sonnigen Platz am Rande von Sträuchern, etwa einer Forsythie, gepflanzt werden. „Dort kann man 20 Jahre Freude an ihr haben, weil Christrosen sehr langlebige, wertvolle Pflanzen sind.“

Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Pflanze viele, dichte Blätter hat und viele Knospen. Auch das Alpenveilchen hasst es, betont Scheu-Helgert, zu viel Wasser zu bekommen und vor allem im Wasser zu stehen, „dann sterben die Wurzeln ab“. Das Wohnzimmer sei der falsche Standort, da es dort zu warm und die Luft zu trocken sei. „Die besten Standorte sind in kühlen Schlafzimmern oder im Windfang.“ Zwölf bis 14 Grad seien ideal.

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Schlagworte

Augsburg | Weihnachten

Ein Artikel von
Daniela Hungbaur

Augsburger Allgemeine
Ressort: Bayern und Welt


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