Donnerstag, 20. Juni 2013

04. Mai 2012 12:11 Uhr

Hilfsprojekt

Ein Haus für die ärmsten Kinder

In Kötz steht zu Testzwecken das Gerüst für einen erdbebensicheren Kindergarten in Modulbauweise

Die Heinrich-Sinz Förderschule Hochwang hat unter Leitung ihres Lehrers Michael Herold Module zum Bau von erdbebensicheren Häusern entwickelt. Die Schüler verwirklichen dank vielfältiger Unterstützung aus Wirtschaft und Politik den Bau eines Kindergartens in Tansania. Auf dem Gelände der Kötzer Metallbaufirma Schmid wurde das Stahlgerüst für das Gebäude aufgebaut, das die Beteiligten und Förderer in Augenschein nahmen.
Foto: Bernhard Weizenegger

Kötz/Hochwang Da machten die Besucher in Kötz große Augen: So sieht das Traggerüst in Metallbauweise für ein erdbebensicheres Haus aus. Entwickelt von Schülern für Kinder in einer der ärmsten Gegenden der Welt. Nach dem Motto „Gemeinsam auf den Weg“ haben Schüler der achten Klasse der Förderschule in Hochwang unter Federführung ihres Lehrers Michael Herold den Bau eines Kindergartens für Tansania gebracht.

Unterstützt wurden sie von vielen Förderern im Landkreis und weit darüber hinaus. Nach umfangreichen Vorplanungen stellte die Klasse das Projekt dem Günzburger Unternehmer Ferdinand Munk vor, der von den Ideen und der Begeisterung der Schüler so begeistert war, dass er spontan als Schirmherr seine Unterstützung zusagte. Bundestagsabgeordneter Georg Nüßlein stellte auf politischer Ebene die nötigen Weichen, um die nötigen Befürworter in Tansania zu gewinnen. Und der namhafte Professor Georg Pegels von der Bergischen Universität Wuppertal stand beratend zur Seite und übernahm schließlich die statischen Berechnungen nach EU-Normen.

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Am nötigen Sachverstand zur praktischen Umsetzung mangelt es in unserer Region nicht. Metallbauunternehmer Hans-Martin Schmid aus Kötz kniete sich in dieses „gewaltige Schülerprojekt“ und ermöglichte die Fertigung der Metallmodule. Die Schüler werkelten eine Schulwoche lang und in ihrer Freizeit in der Werkstatt. Über sieben Tonnen Stahl mussten geschnitten, abgekantet, verschliffen und verschweißt werden.

Die einzelnen Module in Fachwerkbauweise sind 100 Kilogramm schwer und müssen in Afrika einen halben Kilometer getragen werden. Es gibt keine Straße, keinen Strom, keine Maschinen. „Wir leisten Pionierarbeit“, sagt Michael Herold. Mit der Begeisterung der Menschen und Gottvertrauen werde es klappen. Im August fliegt der Lehrer nach Brandt, um das Haus aufzubauen. Und Schirmherr Munk verspricht: „Wenn die Möbel drin sind, schaue ich selbst vorbei.“ (bwz)

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