Montag, 26. Juni 2017

11. März 2010 20:15 Uhr

Ein Mahnmal soll an das Burgauer KZ erinnern

Burgau Es ist ein dunkles Kapitel der Geschichte Burgaus. In der Kulturausschusssitzung ist es jetzt erstmals offiziell angesprochen worden. Die Stadt Burgau war während der letzten Monate des Nationalsozialismus - von Februar bis April 1945 - Standort eines Außenlagers des Konzentrationslagers Dachau. Der evangelische Pfarrer Dr. Martin Diederich hatte einen offenen Umgang mit diesem Kapitel der Stadtgeschichte angeregt. Von Gertrud Adlassnig

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Ein Mahnmal soll an das Burgauer KZ erinnern
Foto: ALFA

Die Stadt, Vertreter aller Ratsfraktionen, Pfarrer Diederich sowie der katholische Kaplan Jörg Sauter hatten sich deshalb an einen Tisch gesetzt. Die ersten Ergebnisse ihrer Gespräche wurden nun einem größeren Kreis von Räten präsentiert.

Stadtarchivarin liefert die Fakten

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Stadtarchivarin Martina Wenni-Auinger gab Informationen zu den Fakten des Lagers, in dem 1000 ungarische Jüdinnen und 120 Juden unterschiedlicher Herkunft inhaftiert worden waren. Sie sollten als Zwangsarbeiter in der Flugzeugproduktion der Messerschmidt AG arbeiten. Die produzierte bei Kriegsende im Scheppacher Forst Kampfflugzeuge. Wegen der menschenunwürdigen Bedingungen im Lager und der großen Schwäche der Gefangenen seien aber nur die wenigsten von ihnen überhaupt in der Lage gewesen, die Zwangsarbeit zu leisten.

Keine kleine Einrichtung

Die Stadt verfügt über Dokumente, die deutlich machen, dass es sich beim stets als "KZ Burgau" bezeichneten Außenlager um keine kleine Einrichtung handelte. Auf einer Fläche von 36 000 Quadratmetern standen zehn Baracken dort, wo heute die Karlsbader Straße verläuft. Nach dem Krieg wurde das aufgelöste KZ als Flüchtlingslager genutzt. Pfarrer Diederich berichtete dem Kulturausschuss vom runden Tisch, der sich in diesem Winter gebildet hatte, um über den Umgang mit dem KZ zu beraten. Diederich betonte ebenso wie Bürgermeister Konrad Barm und Kulturreferent Jürgen Pauer die Einigkeit, die dabei erreicht worden sei.

Ziel ist eine Kultur des Gedenkens, die sowohl das Gedenken an die Opfer als auch das mahnende Erinnern umfasse und von Schulen, Kirchen und Vereinen getragen werden soll. Als Kristallisationspunkt dieser Kultur des Gedenkens soll, schlägt der runde Tisch vor, ein Mahnmal in der Nähe des KZ- Standortes entstehen. Diederich führte mehrere mögliche Standorte an, die intern diskutiert worden waren und der Öffentlichkeit näher vorgestellt werden sollen. Die mögliche Gedenkstätte solle nicht an der Bevölkerung vorbei errichtet werden, hieß es. Stadt und Kirchen bemühen sich, einen breiten Konsens in der Öffentlichkeit herzustellen.

Der Kulturausschuss begrüßte das Vorhaben der Stadt und der beiden Pfarrgemeinden, am 29. April eine große Informationsveranstaltung in der Kapuziner-Halle zu veranstalten. Der Tag ist bewusst gewählt: Es ist der 65. Gedenktag der Befreiung des KZ Dachau und seiner Außenlager.

Entsprechend soll die Veranstaltung neben der Information über das Konzentrationslager und die Vorschläge zur Errichtung eines Mahnmals auch dem Gedenken der Opfer Raum geben. Zur Veranstaltung soll nach dem Willen der Ausschussmitglieder breit eingeladen werden, um möglichst viele Menschen zu erreichen.

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Konrad Barm | Jürgen Pauer

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