Montag, 22. Januar 2018

12. Januar 2018 07:00 Uhr

Neu-Ulm

Fit wie ein Schlittschuh

K!ar.Text zeigt euch in dieser Serie ungewöhnliche Sportarten, die ihr in der Region ausprobieren könnt. Dieses Mal geht es in die Welt der Pirouetten, Spreizsprünge und Hebefiguren.

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Spätestens im Sportunterricht hat jeder schon mal einen Fußball gekickt, einen Basketball im Korb versenkt und seine Bahnen im Schwimmbad gezogen. K!ar.Text testet für euch Sportarten etwas abseits des Mainstream. Alle vorgestellten Disziplinen könnt ihr hier in der Region problemlos ausprobieren. Dieses Mal präsentieren wir euch eine Sportart vor, die zur kalten Jahreszeit passt: Eiskunstlauf.

Etwas wackelig läuft Elisa Altgassen mit ihren Schlittschuhen auf dem Betonboden der Eissportanlage des Donaubads. Doch kaum hat sie die weiße, glatte Eisfläche betreten, gleitet die 23-Jährige davon. Seit sie sechs Jahre alt ist, macht Elisa Eiskunstlauf.

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„Wenn man einmal anfängt, dann bleibt man auch dabei“, ist die Psychologie-Studentin aus Ulm überzeugt. Voraussetzungen, um die Sportart auszuüben, gebe es keine. Doch die junge Frau weiß, es erfordert vor allem zwei Dinge: Geduld und Mut. Rund fünf bis zehn Trainingseinheiten seien für Anfänger nötig, um das Eislaufen zu lernen. Wer Inline-Skaten kann, ist von Vorteil – aber das sei sicherlich keine Bedingung.

Erst wer sich sicher auf dem Eis fühlt, der fängt an, erste Figuren zu lernen. Die Eiskunstläufer lernen zunächst Drehungen – vorerst auf zwei Beinen, dann auf einem Bein. Später kommen die Kunstsprünge hinzu. Und für die benötigt es einiges an Mut.

Gerade Anfänger landen oftmals nicht auf den Kufen, sondern auf den Knien oder dem Hintern. Doch Elisa kann beruhigen: „Da das Eis rutschig ist, tun die Landungen nicht so weh wie auf normalen Boden.“ Zudem erlernen Anfänger, wie man so hinfällt, dass das Verletzungsrisiko gering bleibt. Aus eigener Erfahrung weiß die 23-Jährige: „Wenn man Angst hat vor den Sprüngen, dann misslingen sie einem erst recht.“ Sie selbst hat sich einmal das Schulterblatt gebrochen. „Diesen Sprung habe ich seitdem nur noch selten gemacht“, sagt die 23–Jährige. Heute kann sie darüber lachen.

Im Schnitt trainiert Elisa drei Mal die Woche. Das bedeutet: Zuerst wärmt sie sich im Trockenen auf, macht Dehnübungen oder joggt ein paar Runden. Dann erst geht es auf das Eis. Gemeinsam mit fünf anderen Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren rauscht sie über das Eis. Die beiden Trainer geben Anweisungen, welche Figuren sie üben sollen: ob Pirouetten, Drehungen oder Sprünge. Nebenbei ertönt Musik aus den Boxen. Elisa hat sichtlich Spaß dabei – der steht bei ihr im Vordergrund.

„Ich habe Eiskunstlauf immer als Hobby gesehen“, sagt sie. Es professionell zu betreiben, kam für die 23-Jährige nie in den Sinn. Obwohl sie bereits zwei Mal den Titel der Landesmeisterin in Nordrhein-Westfalen, wo Elisa ursprünglich herkommt, gewann. Die Studentin bedauert, dass es wenig männliche Eiskunstläufer im Verein gibt. „Viele denken, das sei eine Mädchensportart“, vermutet Elisa. Sie selbst ist über ihren zwei Jahre älteren Bruder zum Eiskunstlauf gekommen. Die Eltern haben ihn aus Versehen beim falschen Kurs angemeldet. Eigentlich wollte er Eishockey lernen. Elisas Bruder kam aber in die Eiskunstlauf-Gruppe – und blieb dabei. Bis heute: Der 25-Jährige trainiert nun Kinder und Jugendliche in der Sportart. Elisa hat ebenfalls den Trainerschein, gibt aber momentan keinen Unterricht. Von einer ehemaligen Lehrerin bekam sie mit: „Eiskunstlaufen ist viel härter als Eishockey.“

Ans Aufhören denkt die 23-Jährige noch nicht. Dafür liebt sie die Sportart zu sehr: „Dieses Gefühl, wenn man auf dem Eis gleitet oder nach einem Sprung sicher landet – das ist einfach unbeschreiblich schön.“

Schnuppertraining Der Eislaufverein Ulm/Neu-Ulm bietet Schnuppertrainings an. Wer Interesse hat, der kann sich unter www.eislaufverein-ulm.de für ein Training anmelden. Die ersten beiden Male sind kostenlos. Schlittschuhe können vor Ort ausgeliehen werden.

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Ulm | Nordrhein-Westfalen | Neu-Ulm

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Ein Artikel von
Dorina Pascher

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin

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