Samstag, 25. Mai 2013

01. Mai 2012 14:56 Uhr

Landkreis Landsberg

27 Jugendhütten stehen vor dem Aus

Im Landkreis Landsberg am Lech drohen 27 Jugendtreffs der Abriss. Künftig müssen die Hütten bestimmten Vorgaben entsprechen, damit das Bauamt sie duldet.

Im Landkreis Landsberg am Lech drohen 27 Jugendtreffs der Abriss.
Foto: Archiv

Die Erbauer waren sehr einfallsreich. Direkt über dem Wiesbach bei Oberdießen haben sie eine Hütte errichtet. Ein Treffpunkt für die Jugend, der allerdings keine Zukunft mehr hat. Denn das Bauwerk ist im Visier des Landratsamtes. Gefahr drohe vor allem bei Hochwasser, wie Peter Rasch, der Leiter des Amts für Jugend und Familie in der Sitzung des Jugendhilfeausschusses sagte. Die Jugendhütte über dem Wiesbach könne daher nicht mehr geduldet werden. Ihr droht der Abriss – wie 27 anderen Jugendtreffs im Außenbereich auch.

32 Einrichtungen bleiben bestehen

Wie bereits mehrfach berichtet, hatte das Landratsamt die Gemeinden aufgefordert, Bauwagen und Jugendhütten zu melden. Denn künftig würden diese nur mehr geduldet, wenn die Gemeinde die Trägerschaft übernimmt, die Einrichtung der Jugendarbeit diene und baurechtlich keine Einwände bestehen. 59 Bauwagen und Jugendhütten wurden gemeldet – für 32 werde vom Bauamt die Duldung ausgesprochen.

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Die 32 Einrichtungen, die bestehen bleiben, werden laut Rasch ein weiteres Mal vom Bauamt geprüft. Dabei gehe es vorrangig um Aspekte der Sicherheit wie den Anschluss von Öfen oder die Standfestigkeit. Bis Mitte des Jahres soll die Duldung dann offiziell ausgesprochen werden. In Sicherheit wiegen dürften sich die Besucher der Bauwagen und Jugendhütten deswegen nicht. Wie Peter Rasch in der Sitzung sagte, werden Jugendamt und Polizei weiterhin stichprobenartige Kontrollen durchführen. In erster Linie werde überprüft, ob das Schnapsverbot eingehalten wird.

Erfahrungsaustausch nach der Sommerpause

In der Sitzung wurde gefragt, warum im Falle des Elitestadels bei Dienhausen eine Kehrtwende der Gemeinde erlaubt wurde. Wie berichtet, hatte das Bauamt für den rund 15 Jahre alten Stadel eigentlich bereits den Abriss für Mitte Mai angeordnet. Die Gemeinde hatte sich Anfang April aber bereit erklärt, zumindest die Verkehrssicherungspflicht zu übernehmen. Der Elite-stadel sei nicht als neues Objekt zu sehen, sagte Rasch. Er sei vorher im Bestand erfasst gewesen. Ansonsten würden vonseiten der Verwaltung neu gemeldete Bauwagen oder Jugendhütten nicht mehr geduldet.

Moritz Hartmann, Kreisrat und Vorsitzender des Kreisjugendrings, lädt Betreiber der Bauwagen und Jugendhütten zu einem Erfahrungsaustausch nach der Sommerpause ein. Ob die Maßnahme des Landratsamtes Wirkung zeigt, wollte ein Mitglied des Jugendhilfeausschusses von Polizeichef Alfred Geyer wissen. Zuletzt habe es weniger Einsätze gegeben. „Die Zeit, in der sich Jugendliche in Bauwagen und Jugendhütten aufhalten, kommt erst noch“, sagte Geyer. wu

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