Donnerstag, 23. November 2017

Landsberg

04. Mai 2017 13:42 Uhr

Nachruf

Ein bunter Vogel der Kunstszene ist gegangen

Der Dießener Künstler Dr. Hajo Düchting ist tot. Doch seine aktuelle Ausstellung findet wie geplant statt. Von Michal Fuchs-Gamböck

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Der Dießener Künstler Dr. Hajo Duechting ist im Alter von 68 Jahren gestorben.
Foto: Andreas Frey (Archiv)

Eigentlich hätte er mit seiner Ausstellung im Blauen Haus am Freitag Vernissage feiern sollen. Doch Dr. Hajo Düchting ist am Mittwoch völlig unerwartet gestorben. Der in Dießen beheimatete Künstler wurde 68 Jahre alt.

Der promovierte Kunsthistoriker Hajo Düchting war selbst Künstler durch und durch. „Mein Thema ist die Farbe in ihren vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten, Mischungen, Kontrasten, Metamorphosen und Modulationen“, hatte er vergangenes Jahr noch in einem Porträt gesagt. „Neben intensiven Farbkontrasten entwickeln sich subtile Verläufe, neben harten Grenzen gibt es weiche Übergänge, neben pigmentreichen Passagen stehen leichte aquarellartige Wirkungen, neben schweren dichten Materialtexturen entfalten sich subtile farbige Raumwerte. Aus den farbigen Setzungen entstehen Rhythmen und Räume. Musikalisches, Poetisches evozierend, ohne dabei die Ordnung der Farbe wie das Material des Malens zu negieren.“

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Er war ständig im Rausch der Farben

Dr. Hajo Düchting war demnach im wahrsten Sinne des Wortes ein bunter Vogel – zumindest was seine Kunst betraf. Denn er fühlte sich bei der Arbeit nach eigener Aussage „komplett im Bann und Rausch der Farben“. Privat war der 1949 in Düsseldorf geborene Rheinländer, der seit 2003 in Dießen seine Heimat gefunden hatte, ein eher introvertierter, nachdenklicher, zur selben Zeit auch weltoffener Zeitgenosse. Für ihn war die prächtige, da imaginäre Welt der Kunst Dreh- und Angelpunkt im Leben.

Eine abwechslungsreiche Vita

Wenn man sich Düchtings Vita betrachtet, kommt einem das nicht unbedingt so vor. Zu viele Kehren und Schleifen befinden sich darin, zu viele unterschiedliche professionelle Reviere, in denen er gewildert hat. So hatte der Rheinländer ab 1975 Kunstgeschichte, Philosophie und Archäologie in München studiert. Ab den 80er-Jahren war er in der Museumspädagogik tätig, bis 1985 auch in der Erwachsenenbildung. Sein jetziges Berufsbild beschrieb der „Dießen-Gläubige“, der er bis zum Ende war, noch 2016 als „Freier Kunstschriftsteller, Maler, Kunsterzieher und Kunstdozent“.

Mit all diesen vielfältigen Talenten wird Hajo die Welt in Zukunft nicht mehr beglücken können. Einer fehlt. Er fehlt sehr. Und trotzdem hat der Außenstehende die Möglichkeit, vom „Meister der Farbe“ ganz persönlich Abschied zu nehmen: Am Freitag, 5. Mai, um 19 Uhr wird eine Gemeinschaftsausstellung mit der Künstlerin Lisa Rodrian im Rahmen einer Vernissage im „Blauen Haus“ in Dießen, Prinz-Ludwig-Straße 23, eröffnet. Zu sehen sind die Werke bis 14. Mai.

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