Mittwoch, 31. August 2016

Landsberg

12. Mai 2015 17:52 Uhr

Markise

Familienbad oder Eventstandort?

Grundsatzdebatte darüber gefordert, wie sich Strandbad Utting entwickeln soll. Noch keine Lösung für Rückbau. Gemeinde soll zahlen, so ein Vorschlag.

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Familienbad oder Eventstandort? Diese Frage stand beim „Markisentreffen“ in Utting im Raum. An die 100 Interessierte drängten sich am Montagabend im Seerestaurant und lauschten teilweise draußen vorm Fenster stehend der kontroversen Diskussion, wie mit der Markise im Uttinger Strandbad umgegangen werden soll. Seit das Bauwerk mit seiner massiven Optik im Strandbad steht, empören sich viele darüber, dass die Idylle des historischen Bades gestört sei. Bei dem Treffen am Montag äußerten sich jedoch auch einige positiv.

Eingeladen hatte eine Gruppe von acht Uttingern, durch die Veranstaltung führten die Architekten Cornelia Bader und Wolf-Eckart Lüps. Bader referierte zu Beginn die Sachlage: Gegen die Stimmen von CSU und Ländlichen Wählern hatte sich der Gemeinderat 2014 für die Markise ausgesprochen. Sie wurde jetzt um teilweise 17 bis 40 Zentimeter höher gebaut als genehmigt, sodass Strandbadpächter Rupert Riedel eine Tektur für das rund 40000 Euro teure Bauwerk nachreichen muss. Ende 2014 wurde der Pachtvertrag verlängert, er läuft noch 3,5 Jahre. Die Veranstalter wollten auch wissen, was es mit dem auf der Strandbad-Homepage veröffentlichten Angebot, man könne das Strandbad für Privatfeiern für bis zu 500 Personen mieten, auf sich hat.

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Bader kritisierte die „Maßlosigkeit“ des Bauwerks, welches mit dem Ensemble nichts mehr zu tun habe. „Ich habe das Gefühl, nicht mehr der Sprungturm ist das Wahrzeichen von Utting, sondern die Markise.“ Sie betonte aber, dass es darum gehe, mit dem Strandbadpächter eine gemeinsame Lösung zu finden. Als Beispiele wie Biergarten Überdachungen auch gestaltet werden können, wurden die Schirme im Freizeitgelände in Eching, sowie die Sonnensegel beim Fischer am See in Stegen genannt.

„Familienbad oder Eventstandort?“ – Wolf-Eckart Lüps fordert eine grundsätzliche Debatte darüber, wie das Strandbad Utting künftig aussehen soll. Er führte aus, dass keiner etwas gegen die einige Konzerte im Jahr oder Public Viewing während WM und EM habe. „Das sind vorübergehende Veranstaltungen“, so Lüps. Man müsse sich aber überlegen, wo man hinwolle, so der Architekt, der sich wie Bader eine Art Arbeitsgruppe aus Gemeinderräten, interessierten Bürgern und Strandbadpächer vorstellen kann. Und er erinnerte daran, dass schon die Grillbude, die vielen nicht gefalle, für Ärger gesorgt habe. „Jetzt ist das Fass übergelaufen.“

Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) formulierte die Frage in „Smoking oder Badehose?“ um, und sprach sich eindeutig für Badehose und Bikini aus. Der Gemeinderat hab in der Vergangenheit auch Anträge für Fotoshootings von Firmen im Strandbad abgelehnt. Lutzenberger selbst findet die Markise auch „greislich“, betonte aber, dass Baurecht besteht.

Rupert Riedel sagte, dass er in der 24-jährigen Tätigkeit im Strandbad noch nie eine geschlossene Gesellschaft beherbergt habe, er will jedoch das Angebot für private Feste aus dem Netz nehmen. Wie schon berichtet, ist er auch bereit, über Alternativen zu sprechen, fühlt sich aber nicht als „Auftraggeber“ für einen Rückbau der Markise. Hier liegt auch der Knackpunkt im Streben nach einer anderen Lösung: Bisher hat sich noch niemand bereit erklärt, einen Abbau der Markise, beziehungsweise eine neue Lösung zu finanzieren. CSU-Gemeinderat Karl Sauter schlug vor, die Gemeinde solle dafür aufkommen. Riedel pocht jedoch auch auf eine Alternative, die als Regen- und nicht nur als Sonnenschutz dient.

In der Veranstaltung meldeten sich aber auch einige zu Wort, die die Markise gut finden und darunter auch bei Regen ein Bier genießen wollen. „Genaus so etwas habe ich mir gewünscht“, sagte ein Mann. Das Strandbad schaue schon lange nicht mehr so aus, wie früher, Wandel gehöre dazu. Auch das Strandbad müsse sich weiterentwickeln. Andere forderten eine „besonnene Diskussion“ und kritisierten, dass gegen Riedel Stimmung gemacht werde. „Rupert muss Geld verdienen mit der Gastronomie“, so eine Meinung. Renate Standfest (GAL) sagte, dass es kein Strandbad gebe, welches so gut geführt sei.

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Ein Artikel von
Stephanie Millonig

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Ressort: Lokalnachrichten Landsberg


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