Mittwoch, 20. September 2017

04. Juni 2012 12:09 Uhr

Reinigung

Frei durchatmen

Die Firma Lehnert aus Bad Wörishofen hat ein Patent für Geräte angemeldet, die organische Substanzen aus der Luft entfernen

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Geschäftsführer Werner Lehnert und Werkstattleiter Richard Scholz (von links) zeigen die Luftreinigungsanlagen: In Fahrzeugen, Krankenhäusern oder Hotelzimmern können die Geräte unangenehme Gerüche und Bakterien aus der Luft ziehen.
Foto: abar

Bad Wörishofen Immer nach vorne schauen, den Blick Richtung Zukunft – so könnte man das Lebens- und Arbeitsmotto von Werner Lehnert beschreiben. Der 68-jährige Unternehmer aus Bad Wörishofen tüftelt oft an neuen Ideen. Vor wenigen Wochen erst hat er sein aktuelles Projekt zum Patent angemeldet: einen Luftreiniger, der Gerüche, aber auch Schimmel und Bakterien aus Innenräumen entfernt. Die Reinigungsanlage funktioniert mit Kaltplasma.

Die Technik dahinter: Ein Plasmafeld, das der Generator aufbaut, setzt Oxidationsprozesse in Gang – so neutralisiert die Anlage Gerüche, aber auch Schimmel und Bakterien. „Man muss sich das ähnlich wie bei einer Mikrowelle vorstellen: Die Luft durchströmt das Plasmafeld und die Kohlenstoffverbindungen werden gespalten“, sagt Werner Lehnert.

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In der Luft schweben verschiedene Arten von organischen Substanzen, die beispielsweise Gerüche verbreiten oder Schimmel verursachen. Organische Verbindungen enthalten Kohlenstoff: Dieser wird mit Hilfe von Ozon, das der Generator produziert, in Wasser und Kohlenstoffdioxid umgewandelt.

Im Inneren arbeitet der Kaltplasma-Generator auf Hochtouren. Fast wie von Zauberhand reinigt er die Luft in Fahrzeugen, aber auch in Lagerräumen oder Hotelzimmern mit bis zu 200 Quadratmeter Fläche.

Dahinter steckt eine innovative Technik, die sich Werner Lehnert nun für den europäischen Markt patentieren ließ. „Ich denke, die Luftreiniger mit Kaltplasma sind eine Marktnische“, sagt Lehnert, Geschäftsführer der gleichnamigen Firma in Bad Wörishofen. Die Luftreiniger funktionieren ohne Anwendung von Chemikalien und sind, vielen Tests an Universitäten und unabhängigen Labors zufolge, für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht gesundheitsschädlich.

Die Luftreiniger sind vielseitig einsetzbar

Lehnert arbeitet im Bereich der Kaltplasma-Anlagen mit einer italienischen Ingenieurgruppe zusammen. Die Technik, die bereits in den USA und China zugelassen ist, kann sehr vielseitig eingesetzt werden. „Für Menschen mit Atemwegsproblemen oder Allergiker ist diese Technik besonders interessant“, sagt Lehnert.

Auch für Lebensmittelfirmen könnten die Filteranlagen nützlich sein: In Transportern oder Kühlhäusern entsteht durch die feuchte Umgebung schnell Schimmel. Die Luftreinigung mit Hilfe von Kaltplasma schützt vor Schimmelpilzen. Gerade dort, wo sich Keime und Viren ohnehin öfter tummeln, rentiert sich der Einbau eines Luftfilters: Patienten in Krankenhäusern, ältere Menschen in Seniorenheimen oder Kinder in Schulen und Tagesstätten zum Beispiel – diese Personen bedürfen eines besonderen Schutzes. Die chinesische Regierung ließ das patentierte Verfahren beispielsweise im Rahmen von Schutzmaßnahmen gegen den „SARS Virus“ zu.

Werkstattleiter Richard Scholz zeigt aber auch andere Einsatzmöglichkeiten auf: Schädliche Gase wie Kohlenmonoxid und Stickstoffoxide, die gehäuft in Straßen- und U-Bahntunnels vorkommen, kann das Kaltplasmagerät neutralisieren.

Für Gebrauchtwagenhändler und Hotelbesitzer, die oft mit abgestandener Luft und Zigarettenrauch zu kämpfen haben, könnte der Luftfilter ebenso geeignet sein. Lehnert verspricht, ein Zimmer normaler Größe innerhalb von 20 Minuten reinigen zu können. Ein Beispiel kann Geschäftsführer Lehnert auch schon anbringen: In einer Schaukäserei in Wiggensbach bei Kempten verwende der Besitzer bereits drei seiner Anlagen – die Schimmelgefahr lasse sich so reduzieren.

Lehnert befindet sich in einem Alter, in dem andere bereits ihre Rente genießen. „Mir macht die Arbeit Spaß – ich bin einfach interessiert an modernen Ideen und zukunftsweisenden Projekten“, sagt er. Vor einem Jahr hat er erst eine neue Fertigungshalle in Bad Wörishofen gebaut. Solange er den Kopf noch voller Ideen habe, denke er nicht daran, aufzuhören.

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