Erlesene Gitarrenklänge mit Norbert Neunzling
Markt Wald Der Abend war lau und lockte daher eher ins Freie als in Markt Walds Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, wo die handverlesenen Besucher mit echtem Hörgenuss belohnt wurden. Norbert Neunzling – Leiter des Gitarrenorchesters Immelstetten – präsentierte als Solist sein aktuelles Programm. Es begann mit zwei vergleichsweise hitverdächtigen Kompositionen von Andrew York im relaxten, unbeschwerten Westcoast-Stil. Damit kontrastierten die folgenden Balladen russischer Provenienz, die Komponist Nikita Koshkin auf Spannung angelegt hatte.
Neunzling ist studierter Konzertgitarrist, und er beherrscht das Saitenspiel virtuos über Tonlagen und -arten hinweg bis zu präzisen Obertönen. Seine brillante Technik, gepaart mit seinem musikalischen Gespür und seiner Sensibilität, befähigen ihn zu beeindruckenden Interpretationen von Kompositionen aus ganz unterschiedlichen Kulturkreisen und Epochen. So wechselte er zur Darbietung der „Variationen über ein Thema von Mozart“ – eine Komposition von Fernando Sor – sogar auf ein damals verwendetes Gitarrenmodell wegen des charakteristischen Klangs.
Eigenwillig und international
Es folgten Stücke von Augustin Barrios Mangorés „La Catedral“ und die jeweils auf ihre Art eigenwilligen Kompositionen des Japaners Takashi Yoshimatsu und des Italieners Carlo Domeniconi, der sich bei der Komposition Koyunbaba vom Lebensgefühl seiner Wahlheimat nahe Istanbul inspirieren ließ.
Dass Musik grenzüberschreitend wirkt, ist nur zu bekannt, Neunzling nutzte seine universellen Spielfähigkeiten, um diese Erkenntnis zum Erlebnis werden zu lassen. Weitere Gelegenheiten, den Gitarristen und seine Musik kennenzulernen, bieten seine „Klangfarben“-Konzertstationen, unter anderem am Sonntag, 5. Juni, um 19.30 Uhr in der Seelenkapelle Eggenthal. (mz)
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