Dienstag, 17. Oktober 2017

21. März 2017 00:38 Uhr

Ehrenamt

Mission: Sicherheit

Ayhan Ata und Egon Gross engagieren sich bei der Sicherheitswacht in Senden. Zurzeit ist ihr Einsatz klar: über Einbrecher informieren. Was Bewohner zum Schutz tun können

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Im Erdgeschoss des Einfamilienhauses klirrt etwas. Schritte hallen über den gefliesten Boden. Die Tochter im ersten Stock wundert sich – der Vater ist doch erst in ein paar Stunden zurück? Sie ruft aus ihrer Zimmertüre nach unten: „Papa, bist du das?“ Keine Antwort. Plötzlich ist es unangenehm still. Die Tochter fühlt sich unwohl. Hat sie sich getäuscht? Sie geht wieder in ihr Zimmer, ruft eine Freundin an. „Ich glaube, da sind Einbrecher in unserem Haus.“ Im Gespräch rät die Freundin, die Polizei zu rufen. Das macht die Tochter, doch bis dahin sind die Einbrecher schon lange weg.

„Das ist viel zu spät“, sagt der Sendener Polizeichef Thomas Merk. Die Zeit spiele eine entscheidende Rolle bei einem Einbruch. Viele unterschätzen, wie lange es dauert, bis sie zum Telefon greifen. Merk empfiehlt jedem, so eine Situation einmal gedanklich durchzuspielen: „Was mache ich, wenn ich nach Hause komme und ein Einbrecher ist da?“ Und er nennt ein Beispiel: Gehe ich rein und verwische Spuren – oder mach ich die Tür zu und ruf die Polizei? Wenn wirklich einmal etwas passiert, fällt einem das richtige Vorgehen automatisch wieder ein.

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Die Wohnungseinbrüche nehmen auch in der Region zu. Sie im Vorfeld zu vermeiden oder auf die Suche nach den Tätern gehen – das nimmt viel Zeit der Polizeiarbeit ein. In Senden setzt die Polizei beim Thema Einbrüche zusätzlich auf die Sicherheitswacht. In den sogenannten dunklen Monaten befassen sich die Ehrenamtlichen fast nur mit Einbrüchen. Egon Gross und Ayhan Ata sind zwei von ihnen. Ata ist seit fünf Jahren dabei, Gross bereits seit zehn. Beide wollen der Gesellschaft etwas zurückgeben und engagieren sich deswegen freiwillig. Die Sicherheitswacht soll auf der Straße präsent sein. Die Freiwilligen laufen meist am späten Nachmittag und abends – die Hauptzeiten für Einbrüche.

Gross und Ata klären vorher anhand einer Karte, in welches Gebiet in Senden sie gehen. Die beiden laufen durch die Straßen, jeder hat einen dicken Stapel Info-Broschüren in der Hand. Diese informieren über Einbruchsschutz und staatliche Förderung, wenn das Haus sicherer gemacht wird.

Meistens werfen sie die Heftchen in die Briefkästen, sagt Gross. Doch manchmal treffen sie auch Leute auf der Straße, die fragen, was sie da machen. „Dann entwickelt sich ein nettes Gespräch“, sagt er. Es sei ein Ziel der Polizei, dass die Leute die Sicherheitswacht wahrnehmen. So stelle sich ein Gefühl der Sicherheit ein – und bei Fragen kontaktieren die Bürger die Freiwilligen gleich. „Man muss schon kommunikativ sein und soziales Engagement zeigen“, bestätigt Ata.

Bei ihren Runden zum Einbruchsschutz hätten die Bewohner der Häuser sie aber noch nie gebeten, sich die Sicherheitsvorkehrungen vor Ort anzuschauen. „Dafür sind wir technisch auch nicht ausgebildet“, sagt Ata. Aber die Sicherheitswacht verweist dann auf die Beratungsstelle der Kriminalpolizei in Neu-Ulm. Dort können Interessierte einen Termin ausmachen, an dem ein Fachmann der Kripo ihnen am eigenen Haus erklärt, was verbessert werden kann. Doch auch ohne das können Bewohner Einbrüche oft vermeiden. Thomas Merk sagt, dass gekippte Fenster oder nicht abgesperrte Nebentüren eine häufige Ursache seien. Bei aller Vorsicht sollten Bewohner auf eine mehrfach verriegelte Haus- und Terrassentüre achten. Über die Terrasse kommen mit Abstand am meisten Einbrecher ins Haus. „Vor allem, weil die Gärten so eingewachsen sind.“

Und einen Appell hat Merk noch: „Die Nachbarn sollen aufeinander aufpassen.“ Wer etwas Komisches bemerke, solle die Polizei anrufen – lieber einmal mehr als zu wenig.

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Schlagworte

Senden | Polizei | Thomas Merk | Neu-Ulm | Kripo

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