Wetter
Di.
20°C
Wetter
Mi.
21°C

19. November 2011 08:13 Uhr

Körperverletzung

Halbstarke Schläger tyrannisieren ihren Mitschüler im Sportunterricht

Im Sportunterricht sind Jugendliche in Neuburg an der Donau auf ihrem 13-jährigen Mitschüler herumgetrampelt - und fanden das "lustig". Von Alexandra Jost

Symbolbild.
Foto: dpa

Ziemlich unbeeindruckt von einem zweiwöchigen Dauerarrest zeigte sich ein 15-jähriger Neuburger, der gestern vom Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn verhängt wurde. Zusammen mit einem 14-jährigen Mitschüler hatte er im Mai einen Klassenkameraden im Sportunterricht drangsaliert und verletzt.

Zu viert hatten sich die Burschen während des Sportunterrichts in der Mittelschule Neuburg über ihren damals 13-jährigen Mitschüler hergemacht. Ihr Opfer hatte sich zuvor selbst am Fuß verletzt und war am Boden gelegen. „Aus Spaß“ war der 15-Jährige zunächst auf den verletzten Knöchel des Jungen getreten. Abwechselnd waren dann alle Vier über den Oberkörper des am Boden Liegenden gelaufen.

ANZEIGE

„Sie stiegen über ihn und fanden es lustig“, erzählte der 14-jährige Mitangeklagte. Er habe die Sache nur beobachtet, aber nicht mitgemacht. Der 14-Jährige wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Die beiden anderen „Scherzbolde“ waren zum Tatzeitpunkt noch unter 14 Jahre alt und somit strafunmündig.

Der 15-jährige Angeklagte gab sich im Gerichtssaal überaus „cool“. Mit gestylten Haaren und hochgekrempelter Lederjacke erschien er vor dem Richter. „Er sagte nicht, dass wir aufhören sollen. Es hat auch Spaß gemacht“, nahm der Bursche die Sache offenbar nicht ganz ernst. Da platzte Staatsanwalt Roland Kempfle der Kragen: „Jetzt reicht‘s mir aber. Dass das wehtut, kann man nicht missverstehen!“ Das nächste Ermittlungsverfahren gegen den 15-Jährigen liegt bereits bei Kempfle auf dem Tisch. Doch von Reue und Einsicht war bei dem Burschen vor Gericht nichts zu spüren.

Eine Entschuldigung ist nie gefallen

Eine Entschuldigung an das Opfer war nie gefallen. Bisher hat der Neuburger noch eine reine Weste. Doch spätestens mit 16 Jahren sieht Jugendgerichtshelfer Hans Wörl den jungen Mann im Strafvollzug. Der 15-Jährige sei wie ein Stadtindianer, der sich regellos herumtreibt und nur zum Schlafen nach Hause geht. „Der Bursche braucht ein Signal, dass dieses Verhalten nicht toleriert werden kann. Allerdings muss das außerhalb des Gerichtssaales ablaufen“.

In einem Arrest sah Wörl keinen Erfolg, da sich das Umfeld des Jungen nicht ändere. Der im Gerichtssaal anwesende Vater des Burschen hat bereits das Jugendamt eingeschaltet. „Alkohol und der Umgang sind das Problem“, erklärte der überforderte Vater.

Dennoch forderte Staatsanwalt Roland Kempfle einen Dauerarrest von zwei Wochen, „damit er sieht, wohin die Reise führt“. Amtsrichter Matthias Ernst folgte dem Antrag. Er sei schockiert, wie niedrig die Hemmschwelle sei, einem anderen Schmerzen zuzufügen. „Das soll ein Warnschuss sein und die Messlatte für ein weiteres Verfahren, bei dem es kein Zurück hinter dieses Strafmaß gibt“, konstatierte der Richter.

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Schlagworte

Neuburg | Opfer | Prügelei | Quälen | Schüler

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Kennen Sie den TSV Neuburg?
Was wissen Sie über die Neuburger Rundschau?

Veranstaltungen vom 29.05.2012

Partnersuche