Mittwoch, 13. Dezember 2017

19. Juni 2017 06:55 Uhr

Spanien

Madrid verbietet Männern breitbeiniges Sitzen im Bus

Männer dürfen in Madrid in öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr so breitbeinig sitzen, dass sie mehr als einen Sitz brauchen. Frauen hatten sich zuvor beschwert.

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Schon mal von „Manspreading“ gehört? Damit wird das breitbeinige und auf andere Sitzplätze übergreifende Sitzen in öffentlichen Verkehrsmitteln bezeichnet. Wenn Männer es tun. Von Frauen ist das Phänomen nicht bekannt, über das sich viele – vor allem Feministinnen – offensichtlich sehr ärgern.

Der Kampf gegen „Manspreading“ jedenfalls ist nun in Europa angekommen: Spaniens Hauptstadt Madrid verbietet es in städtischen Bussen. „Respektieren Sie den Raum der anderen Fahrgäste“ steht über dem Piktogramm, das neuerdings in allen Bussen klebt.

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Und: Touristen sollen Rucksäcke abnehmen

Madrids städtische Busgesellschaft EMT erklärte, das Verbot sei erforderlich, um die Fahrt im Bus für alle Menschen erträglich zu machen. Strafen sollen bei Fehlverhalten vorerst nicht verhängt werden. In New York und anderen US-Städten gibt es seit längerem Ähnliches. Dort hatte auch eine spanische Fraueninitiative das Thema für sich entdeckt und eine Unterschriftenkampagne gestartet, die von der Madrider Bürgermeisterin unterstützt wurde und auf mehr als 12.000 Unterschriften kam. Die Kampagne löste eine heftige Debatte aus. Frauen berichteten im Fernsehen und in den sozialen Netzwerken, wie ihnen das raumgreifende Sitzverhalten von Männern auf den Geist gehe. Sie beschwerten sich über „Macho-Gehabe“ und „Territorialverhalten“.

Von den neuen Fahrgastnormen sind übrigens auch Touristinnen betroffen. Schilder weisen darauf hin: „Bitte nicht den Rucksack auf dem Rücken tragen.“ Schließlich sorgen auch Rucksackträger(innen) für Platzprobleme im Bus.

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Schlagworte

Madrid | Spanien | New York

Ein Artikel von
Ralph Schulze

Augsburger Allgemeine
Ressort: Korrespondent Ausland


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