Sonntag, 28. August 2016

24. Februar 2015 16:09 Uhr

SPD-Generalsekretärin

"Gauner" schießen zurück: Yasmin Fahimi entfacht Empörung

Nach einem Interview mit unserer Zeitung hagelt es auf der Facebook-Seite von Yasmin Fahimi Kritik. Viele fühlen sich von der SPD-Generalsekretärin persönlich angegriffen.

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SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi muss Kritik einstecken.
Foto: Wolfgang Kumm/Archiv (dpa)

„Wer es als Arbeitgeber nicht schafft, einen Stundenzettel ordentlich auszufüllen, ist entweder ein Gauner – oder schlichtweg zu doof.“ Mit diesen Worten hat Yasmin Fahimi im Interview mit unserer Zeitung Bedenken von Unternehmern gegen den Mindestlohn vom Tisch gewischt. Jetzt hat die Generalsekretärin der SPD richtig Ärger. Auf der Facebook-Seite der Politikern tobt seit Tagen ein „Shitstorm“. Mehr als 1800 Kommentare hat Fahimi schon erhalten. Die meisten davon sind – vornehm ausgedrückt – kritisch.

„Ich wollte schon immer Gauner sein. Oder bin ich einfach zu doof???“, fragt ein Augsburger Kleinunternehmer empört. Nicht nur er fühlt sich von der SPD-Frau persönlich angegriffen. „Ihre rotzfreche Beleidigung aller Arbeitgeber, die unter zunehmenden Aufzeichnungspflichten leiden, ist schon einzigartig“, schimpft ein anderer Facebook-Nutzer. Viele bezeichnen Fahimi als weltfremd der arrogant. Ein Mitarbeiter der oberbayerischen Industrie- und Handelskammer München schickt ihr kurzerhand seine Telefonnummer – verbunden mit dem Angebot: „Rufen Sie mich doch bitte einfach mal kurz an, dann erkläre ich Ihnen die Problematik gern.“

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Hintergrund der Debatte ist die anhaltende Kritik aus der Wirtschaft am Mindestlohn. Viele Unternehmer klagen über den Papierkram. Auch bei Sportvereinen ist die Empörung groß. Peter Bircks, Aufsichtsratschef des FC Augsburg, macht seinem Unmut in einem offenen Brief an die Generalsekretärin Luft, der unserer Zeitung vorliegt. „Es geht hier nicht um das Ausfüllen der Stundenzettel und auch nicht um die 8,50 Euro Mindestlohn, den ich für gerechtfertigt halte, sondern um das unsägliche bürokratische Monstrum“, schreibt Bircks.

Und Fahimi selbst? Die kann sich zumindest damit trösten, dass mehr als 700 Facebook-Nutzer ihr Gauner-Zitat mit einem „Gefällt mir“ belohnt haben.

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Ein Artikel von
Michael Stifter

Augsburger Allgemeine
Ressort: Politik