Sonntag, 25. Juni 2017

19. Juni 2017 08:53 Uhr

Helmut Kohl

Medien: Kein nationaler Staatsakt für Helmut Kohl geplant

Die Welt trauert um Helmut Kohl. Nun soll er als erster Politiker überhaupt mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. Dabei äußerte Kohl vor seinem Tod noch einen Wunsch.

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Trauerkerzen stehen in den frühen Morgenstunden des 18.06.2017 am Haus des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl in Ludwigshafen-Oggersheim Rheinland-Pfalz neben einem Bild von ihm.
Foto: Christoph Schmidt, dpa

Für Altkanzler Helmut Kohl wird es nach Informationen der Bild ausschließlich einen europäischen Staatsakt in Straßburg geben. Ein weiterer nationaler Staatsakt in Deutschland sei nicht vorgesehen. Dies sei Kohls ausdrücklicher Wunsch gewesen, schreibt die Zeitung in der Montagsausgabe. Der Altkanzler war am Freitag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben.

Kohl soll als erste Persönlichkeit in der Geschichte der EU mit einem europäischen Staatsakt geehrt werden. Der genaue Termin und die Details sind nach Angaben der EU-Kommission aber noch offen. An dem Staatsakt sollen EU-Spitzenvertreter und politische Weggefährten Kohls teilnehmen. Aber auch in Deutschland dürfte es wohl eine größere Trauerzeremonie geben. Direkt nach den Feierlichkeiten in Straßburg sei im Dom zu Speyer in Rheinland-Pfalz eine Totenmesse geplant, hatte die Bild am Sonntag geschrieben. Genaue Termine standen aber noch nicht fest.

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Kardinal Lehmann: "Kohl war keine Dampfwalze"

Der frühere Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann würdigte Kohl als geradlinigen, sensiblen und gebildeten Menschen. "Er war nicht die Dampfwalze, die alles brutal niederwalzte, zu der ihn manche immer wieder machen wollten", schrieb Lehmann in einem Beitrag für die Rheinische Post. "Europäische Staatsmänner aus kleinen Ländern haben mir öfter gesagt, dass sie Helmut Kohl im Zusammenspiel der europäischen Kräfte ganz besonders schätzten, weil er gerade als Vertreter eines größeren und mächtigeren Landes immer Sensibilität und Rücksicht walten ließ gegenüber kleineren Partnern."

Für CDU-Generalsekretär Peter Tauber war Helmut Kohl "der zweite große Kanzler dieser Republik nach Konrad Adenauer". Der langjährige Kanzler habe ganze Jahrgänge von Jugendlichen geprägt. "Und selbst denen, die sich über ihn ärgerten und politisch anderer Meinung waren, gab das wahrscheinlich ein Gefühl von Sicherheit", schreibt Tauber in einem Gastbeitrag für Die Welt.

 

Kohl-Biograf Heribert Schwan bedauert vor allem eines

Der Kohl-Biograf Heribert Schwan, der sich mit dem Altkanzler jahrelang erbittert vor Gericht gestritten hatte, sagte dem Express: "Ich trauere zum einen um einen Staatsmann - und dann um einen Menschen, dem ich acht Jahre sehr nahe stand und verbunden war, von dem ich viel erfahren habe." Er sei gemischter Gefühle, denn er trauere auch um einen Menschen, "der sich von mir, ganz klar und eindeutig, ohne Begründung getrennt hat. Ich bin traurig darüber, dass ich mich mit ihm vor seinem Tod nicht mehr aussprechen konnte." dpa

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