Mittwoch, 24. Mai 2017

19. Mai 2017 16:59 Uhr

NRW

Michael Groschek soll SPD-Chef in Nordrhein-Westfalen werden

Nach der Niederlage bei der NRW-Wahl war Hannelore Kraft vom Vorsitz der Landes-SPD zurückgetreten. Nun steht mit Michael Groschek ihr Nachfolger fest.

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Michael Groschek soll SPD-Chef in Nordrhein-Westfalen werden.
Foto: Rolf Vennenbernd

Nach der schweren SPD-Wahlschlappe in Nordrhein-Westfalen soll Landesverkehrsminister Michael Groschek die zurückgetretene SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft beerben. Der Landesvorstand sprach sich am Freitag einstimmig für den 60-Jährigen aus und will Groschek einem Landesparteitag am 10. Juni zur Wahl vorschlagen, wie SPD-Landtagsfraktionschef Norbert Römer mitteilte. SPD-Bundeschef Martin Schulz äußerte sich "sehr dankbar für die schnelle Entscheidungsfindung" bei der Kraft-Nachfolge.

Die scheidende Düsseldorfer Ministerpräsidentin Kraft hatte nach der SPD-Niederlage bei der Landtagswahl am Sonntag noch am Wahlabend den Landesvorsitz und ihr Amt als stellvertretende Bundesvorsitzende niedergelegt. Die Sozialdemokraten fuhren bei der Nordrhein-Westfalen-Wahl mit nur 31,2 Prozent ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt im bevölkerungsreichsten Bundesland ein.

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Der noch amtierende NRW-Verkehrsminister Groschek zeigte sich erfreut über das "einhellige und einmütige Votum" des SPD-Landesvorstands für ihn als Kraft-Nachfolger. Neue Generalsekretärin der NRW-SPD soll die bisherige Wissenschaftsministerin Svenja Schulze werden.

 

SPD-Bundeschef Schulz, der zur Teilnahme an der Landesvorstandssitzung nach Düsseldorf angereist war, wertete die "große Einmütigkeit" bei der Einigung auf Groschek als "gutes Zeichen" für die Partei. Ihn verbinde eine langjährige Freundschaft mit Groschek, sagte Schulz. Beide verfolgten die gleichen Ziele. "Wir kommen eigentlich aus demselben Lager", fügte Schulz hinzu. Groschek sei ein "erfahrener Landes- und Bundespolitiker".

Der SPD-Chef und Kanzlerkandidat bei der bevorstehenden Bundestagswahl räumte ein, dass sich die SPD in Nordrhein-Westfalen nach der Wahlschlappe in einer "ganz schwierigen Situation" befinde. Zugleich sie die Partei jedoch "in außergewöhnlichem Maß geschlossen".

Groschek ist in der Landes-SPD bestens vernetzt. Der 60-Jährige frühere Zeitsoldat bei der Marine studierte Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaften und trat 1974 in die SPD ein. Von 2002 bis 2012 war der verheiratete Vater von zwei Kindern Generalsekretär der Landes-SPD. Der Oberhausener gehörte von 2009 bis 2012 dem Bundestag an und ist seither NRW-Verkehrsminister in der am Sonntag abgewählten rot-grünen Landesregierung. afp

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