Donnerstag, 18. Januar 2018

24. Oktober 2015 14:24 Uhr

Königsbrunn

Gestank in Mittelschule: Eltern fürchten um Gesundheit ihrer Kinder

In der Mittelschule Königsbrunn riecht es penetrant. Ein Vater hat die Luftbelastung gemessen und befürchtet nun Gesundheitsgefahren.

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Für die Geruchsbelästigungen in einigen Klassenzimmern im Gebäude Süd der Mittelschule können sowohl Deckenverkleidung als auch Schulbänke und der Fußboden in Frage kommen.
Foto: Hermann Schmid

In der Mittelschule herrscht seit langem „dicke Luft“ – um genau zu sein: in drei Klassenräumen im Erdgeschoss des Gebäudes Süd an der Römerallee gibt es seit Langem eine stickige, unangenehme Luft, die bei empfindlichen Personen die Atemwege reizt (wir berichteten). Einige Eltern befürchten Beeinträchtigungen der Gesundheit ihrer Kinder, vor allem, seit sie in Erfahrung gebracht haben, dass ein Institut für Umweltforschung im Auftrag der Stadt „Formaldehyd in deutlich erhöhten Konzentrationen“ festgestellt hat.

Bei Fragen dazu im Stadtrat hat Bürgermeister Franz Feigl in der Vergangenheit die schlechte Luft grundsätzlich bestätigt, aber darauf hingewiesen, dass dafür mehrere Quellen – Schulmöbel, Deckenverkleidung und der Holzfußboden – in Fragen kommen. Zudem tritt die Belastung nur im Erdgeschoss, nicht aber in gleich ausgestatteten Räumen im Obergeschoss auf. Die Ermittlung der Ursachen sei deshalb sehr langwierig. Wenn regelmäßig gut gelüftet werde, bestehen keine Gesundheitsgefahren, so Feigl.

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Für Bewegung in der langwierigen Angelegenheit hatte wohl die Initiative eines Schülervaters gesorgt. Der hatte Anfang Oktober mit einem „Formaldehyd-Datenlogger“ auf eigene Faust die Luft in drei Räumen gemessen, dabei wurde eine erhebliche Überschreitung des Formaldehyd-Grenzwerts angezeigt. Der Vater räumt im Gespräch mit unserer Zeitung ein, dass er kein geeichtes Messgerät verwendet habe. Allerdings fühlt er sich bestätigt durch ein Schreiben des Dr. Carl-Instituts für Umweltforschung in Türkenfeld, das er kennt.

Das Fazit von vier Untersuchungsberichten, die das Institut seit Februar 2014 für die Stadt erstellt hat, lautet: Deutlich erhöhten Konzentrationen von Formaldehyd, die wohl von Tischplatten und Akkustikelementen der Decken ausgehen. Zudem wird der Fußbodenaufbau und ein Intensivölreiniger als Ursache für die Geruchsbelästigung erwähnt. Der Vater hat inzwischen einen Anwalt eingeschalten. Sein Vorwurf: „Seit eineinhalb Jahren wird gemessen – und passiert ist nichts!“

Stadt bezweifelt die gemessenen Werte

Bürgermeister Franz Feigl hat Verständnis für die Besorgnis der Eltern. Weil jedoch die Stadt grundsätzlich Schadenersatzforderungen an Handwerker und Lieferanten in Betracht ziehe, seien die Gespräche mit den Beteiligten und das Vorgehen schwierig, erläuterte er gegenüber unserer Zeitung. Man müsse das Vorgehen abstimmen und immer wieder Fristen für Stellungnahmen setzen.

Die Werte, die der Vater gemessen haben will, werden von der Stadt bezweifelt. Man habe deshalb vergangene Woche nochmals nachmessen lassen, die Ergebnisse lagen bei der Anfrage unserer Zeitung noch nicht vor. Nun will die Stadt ein selbstständiges Beweisverfahren angehen. Deshalb wurde schon vergangene Woche in einem Zimmer an zwei Stellen der Bodenunterbau aufgegraben und untersucht.

Jetzt werden auch in einem Zimmer die Deckenelemente entfernt. Bei neuerlichen Messungen will man dann die Luftbelastungen durch einzelne Elemente der Klassen zimmer isoliert dokumentieren.

Der Elternbeirat hat vor kurzem eine Unterschriftenaktion „für gesundes Lernen und Lehren im Südgebäude der Mittelschule Königsbrunn“ gestartet. Er will „mehr Transparenz und den zeitnahen Erhalt von Informationen“ erreichen. „Von Seiten der Stadt muss ein Zeitplan erstellt werden, wann, was und wie behoben werden muss“, heißt es in dem Brief des Elternbeiratsvorsitzenden Michael Welsch – er wurde im September in dieses Amt gewählt – an die Eltern.

Für Montag, 9. November, um 19.30 Uhr hat die Stadt nun einen Infoabend für die Eltern der betroffenen Schüler angesetzt.

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