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31. Januar 2012 20:33 Uhr

Friedberg-Rinnenthal

500 Fische sterben wegen Bauarbeiten an einer Brücke

500 Bachforellen, Saiblinge, Nasen und Schneider sind bei Rinnenthal verendet. Nun kam heraus, dass Fundamentarbeiten an einer Brücke für das Fischsterben verantwortlich sind. Von Lukas Dingelmaier

Von diesem abgetrennten Bereich war Betonwaschwasser über eine Rinne in den Eisbach geflossen und hatte rund 500 Fische getötet.
Foto: Dingelmaier

Betonierarbeiten an einem Brückenfundament haben nach Polizeiangaben zu einem Fischsterben im Eisbach bei Rinnenthal geführt.

Dort war zunächst Anglern ein großer Schwarm angeschwemmter toter Fische aufgefallen. Bei einer Begehung bachaufwärts fanden Polizeibeamte auf Eurasburger Gemeindegebiet die Ursache: Dort wird derzeit eine neue kleine Brücke über den Eisbach gebaut. Wie sich herausstellte, war ein Wasser-Zement-Gemisch, sogenanntes Betonwaschwasser, über eine Rinne in den Eisbach geflossen. Die hochalkalische Brühe (pH-Wert 13) verätzte die Tiere an Kiemen, Augen und Schleimhäuten. Etwa 500 zum Teil gefährdete Fische mit einem Gesamtgewicht von rund 150 Kilo verendeten. Alle im Eisbach lebenden Fischarten waren getroffen – unter anderem Bachforellen, Bachsaiblinge, Nasen, Schneider und Schmerlen.

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Die verschmutzte Strecke erstreckt sich kilometerweit bis zur Mündung des Eisbachs in die Paar bei Paar-Harthausen. Notdürftig schütteten Angler und Polizeibeamte die Austrittsrinne zu und konnten so Schlimmeres verhindern. „Für Anwohner bestand die ganze Zeit keine Gefahr, da sich keinerlei Grund- oder Trinkwasserspeicher in der Nähe befinden“, sagt Karl Spanowsky vom Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth. „Als wir gesehen haben, dass die Fische trübe Augen haben, ist uns bange geworden“, sagt Dr. Kurt Nunn vom Wasserwirtschaftsamt in Donauwörth. „Das deutet normalerweise auf ein schon länger andauerndes Fischsterben hin.“ Glücklicherweise war dem nicht so und die Gefahr hat sich von selbst beseitigt: Der im ausgetretenen Wasser enthaltene Zement hat sich inzwischen verhärtet und ist als Geröll auf den Gewässergrund gesunken. Damit hat das Wasser keine alkalisch-ätzende Eigenschaft mehr.

Eigentlich hätte der Bauzement in drei Betonringen für das Fundament der Brücke aushärten sollen. Von den Bauarbeitern unbemerkt – es war Freitagnachmittag und sie waren nicht mehr da – war das verunreinigte Wasser aber ausgelaufen und hatte die Schäden verursacht.

Die verantwortliche Baufirma entschuldigt sich

Die verantwortliche Baufirma entschuldigte sich an Ort und Stelle, muss aber dennoch möglicherweise mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen: Gewässerverschmutzung ist eine Straftat und wird juristisch verfolgt. Der Schaden soll so schnell wie möglich behoben werden, versichert ein Sprecher der Baufirma. Eine dicke Stahlplatte zwischen dem Wasser und dem überschwemmten Brückenfundament soll die Brühe am Austreten hindern. Außerdem soll das verschmutzte Wasser abgepumpt und wieder für Betonarbeiten verwendet werden – anders könnte man es gar nicht umweltgerecht entsorgen.

Wenn alle Verschmutzungen beseitigt sind und das zuständige Wasserwirtschaftsamt grünes Licht gibt, soll mit dem Brückenbau fortgefahren werden. Mit dem Bau des neuen Übergangs wurde begonnen, weil der Bach das alte Brückenfundament bereits ausgeschwemmt hatte und der bisherige Steg einzustürzen drohte.

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