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01. April 2011 00:08 Uhr

Politik

Pflege und Rente beschäftigen die CSU-Senioren

Landtagsabgeordneter Konrad Kobler beim Fachgespräch. Reihe wird fortgesetzt

Aichach-Friedberg Zur letzten Runde der Seniorenpolitischen Fachgespräche kam der Seniorenpolitische Sprecher der CSU im Bayerischen Landtag, Konrad Kobler, zur Senioren Union Aichach-Friedberg. In der fast dreistündigen Gesprächsrunde wurden neben anderen Fragen vornehmlich die Pflegesituation, die Frühverrentung und die Integrationspolitik intensiv behandelt.

Bei der Pflege steht laut Kobler eine Reihe von Änderungen zwingend an. So soll künftig die neu vorgesehene Pflegekammer in Bayern alle Pflegebereiche und Fragen bündeln und in einer Stelle zusammenfassen und bearbeiten. Vor allem müssten kleinere Heimeinheiten geschaffen werden.

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Bei den derzeit zur Verfügung stehenden 120000 Pflegebetten seien rund 12000 nicht belegt. Die Einheiten seien zu groß und die Entfernungen für die Angehörigen und auch für die zu Pflegenden sind zu weit. „Es kann doch nicht sein, dass Menschen, die gerade im ländlichen Raum in ihren Gemeinden jahrelang aktiv waren, dann im Alter, wenn der Pflegefall eintritt, 30 und mehr Kilometer von zu Hause weg müssen“, so der Abgeordnete.

Aktive ältere Menschen nicht nach Hause schicken

Die Frühverrentung muss nach Koblers Ansicht eingestellt werden. „Die Industrie darf nicht immer nach Facharbeitern schreien und dann aktive ältere Menschen nach Hause schicken“, sagte er. Hier sei auch die Arbeitsverwaltung gefordert. Zudem müsse die Industrie auch dazu bereit sein, flexible Arbeitszeiten für ältere Mitarbeiter einzurichten, damit der Übergang von der Arbeit zur Rente menschenfreundlicher gestaltet werde. Auch in der Integrationspolitik gibt es laut Kobler dringliche Aufgaben. In Bayern leben rund 300000 russlanddeutsche Aussiedler, davon sind etwa 100000 akademisch gebildet. Deren Studienabschlüsse aber werden in Deutschland in den meisten Fällen nicht anerkannt.

Nachdem die Industrie permanent nach qualifiziertem Personal rufe und für Zuwanderung plädiere, wäre es sinnvoller, diese Menschen nachzuqualifizieren. „Wir geben wiederholt sinnlos Gelder aus um Arbeitsunwillige umzuschulen, lassen aber diese Menschen, die mit zum Teil bester Ausbildung zu uns kommen, in der Sozialhilfe oder im Mindestlohnbereich arbeiten“, kritisierte er.

Nach den bisher gemachten Erfahrungen wird diese Art der Information und Diskussion auch künftig fester Bestandteil der CSU-Seniorenarbeit im Landkreis sein, so der Vorsitzende Paul Dosch. (AN)

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