Donnerstag, 18. Januar 2018

20. Dezember 2017 13:06 Uhr

Gemeinderat

Weihnachtsfriede wackelt wegen Westumgehung

In Affing gibt es Zank wegen eines Zwischenrufes, eine schlechte finanzielle Nachricht und doch noch eine Bescherung

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Einbiegen in die Staatsstraße, das ist in Mühlhausen zu den Stoßzeiten am Morgen und Abend kaum möglich. (von Mühlhausen aus gesehen). Das ist einer der Gründe, warum die Menschen dort sehnsüchtig auf eine Umgehung waren. Archiv
Foto: Josef Abt

Affing Harmonie und fröhliche Gesichter zur Bescherung – das gehört zu Weihnachten. Beides suchte man am Montag in der letzten Sitzung des Affinger Gemeinderates vor Weihnachten vergebens. Stattdessen schlugen wegen der Westumfahrung, die nicht einmal auf der Tagesordnung stand, Emotionen hoch – ausgelöst von einem Zwischenruf Xaver Lindermeirs.

Helmut Merwald, Gemeinderat und engagiert in der Interessengemeinschaft Ortsumfahrung Affing (IGOA), erkundigte sich am Ende der öffentlichen Sitzung bei Bürgermeister Markus Winklhofer, ob sich schon etwas getan habe in Sachen Zeitplan für die Mühlhausener Umfahrung. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat im Oktober beschlossen, dass alle Möglichkeiten zur Beschleunigung des Verfahrens ausgelotet werden sollten. Winklhofer berichtete von Behördengesprächen und weiteren Grundstückverhandlungen. Das stellte Merwald nicht zufrieden. Er erkundige sich nach den Chancen einer Vorverlegung des Erörterungstermins von Mai 2020 auf Sommer 2019. Winklhofer bat um Verständnis, dass er in dieser kurzen Zeitspanne noch keinen neuen Zeitplan präsentieren könne. Als Merwald noch einmal nachhaken wollte, unterbrach Xaver Lindermeir mit einem Zwischenruf Richtung Bürgermeister: „Sag halt ja, dann gibt er Ruhe.“ Das brachte Merwald auf die Palme. Er finde es lästig, wenn einer „immer zwischen reinplärrt“, beschwerte er sich sichtlich verärgert. Unterstützung erhielt er von einem nicht minder verärgerten Manfred Klostermeir. Es sei einfach nicht richtig, wenn einer ein solches Thema ins Lächerliche ziehe. Schließlich würden viele Menschen unter dem Verkehr leiden. Das Verhalten Lindermeirs sei nicht nur unhöflich, „so ein Gemeinderat gehört hier nicht rein“, betonte Klostermeir. Ein solches Verhalten gehöre in den Kindergarten, ergänzte Merwald.

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Der Gemeindechef sah sich daraufhin zu einem Ordnungsruf an „sämtliche Beteiligte dieser unsäglichen Diskussion“ genötigt. Mit dem Satz „lasst uns aufhören, bevor es noch peinlicher wird“, sorgte er für Ruhe.

Stefan Matzka erkundigte sich anschließend nach der Affinger Nordumfahrung. Verwaltungschef Tilo Leister verwies auf die Tatsache, dass 35 Prozent der Gemeinderatsbeschlüsse noch nicht vollzogen seien. Man arbeite mit Hochdruck, doch in diesem Jahr gebe es keine Chance mehr, die geforderten Informationen beizubringen. Man solle das Thema doch „im Hinterkopf priorisieren“, erwiderte Matzka. Der Bürgermeister versicherte ihm, er stehe mit dem Thema auf und gehe damit abends ins Bett. Noch immer aber müsse man in der Verwaltung mit einem gewissen Rückstand leben. Zeitnah im neuen Jahr werde man aber einen Vertreter des Staatlichen Bauamts im Gemeinderat haben, versicherte er.

Festtagsstimmung mochte sich aus einem weiteren Grund nicht einstellen: Winklhofer informierte den Gemeinderat über die Sanierungs- und Erweiterungspläne des Aindlinger Schulverbands (wir berichteten). Die Affinger trifft es mit 37 Prozent der Kosten. Im nächsten Jahr ist bereits mit 92000 Euro zu rechnen. Das Projekt kostet insgesamt drei Millionen Euro. Affing muss etwa 1,2 Millionen Euro davon tragen. Tilo Leister betonte auf Anfrage von Gerhard Faltermeier „Wir sind vertraglich gebunden, da kommen wir nicht aus“. Das wolle man auch gar nicht, betonte Winklhofer.

Eine Bescherung gab es aber doch noch: eine Spende von 100000 Euro, mit der Baron Marian von Gravenreuth die Gemeinde für gemeinnützige Zwecke insbesondere die Feuerwehren bedacht hat. Eingegangen sind weitere Spenden, insgesamt über 106000 Euro. Das Gremium stimmte der Spendenliste zu und betonte, dass keine rechtlichen Beziehungsverhältnisse gegen die Gaben sprechen.

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Ein Artikel von
Carmen Jung

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