Donnerstag, 18. Januar 2018

10. Januar 2018 14:48 Uhr

Sportporträt

Der Oldtimer-Flitzer bringt ihr Glück

Ines Schmitt hat sich mit Leidenschaft dem Auto-Turniersport verschrieben. Das Jahr über tritt sie bei Veranstaltungen in mehreren Bundesländern an und sammelt Erfolge. Auf Parksensoren verzichtet sie gerne Von Heike John

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Konzentriert sitzt sie hinter dem Steuer: Ihr Opel-Oldtimer bringt Ines Schmitt seit 18 Jahren Glück. Die Eurasburgerin tritt im Automobilturniersport in mehreren Bundesländern bei Veranstaltungen an. Mit dem Sport in Berührung kam sie beim Motorsportclub Mering.
Foto: MSC Altena

Der Countdown auf dem Handy von Ines Schmitt läuft. Die Eurasburgerin lässt sich auf ihrem Smartphone anzeigen, wie viel Tage es noch dauert, bis die Turnier-Saison 2018 endlich beginnt. Das Winterturnier in Köngen in Württemberg am zehnten Februar ist die erste Möglichkeit, sich wieder mit anderen Pkw-Turniersportlern zu messen, und Ines Schmitt kann es kaum erwarten.

Schon über 25 Jahre ist sie von diesem lizenzfreien Motorsport begeistert und dabei auch recht erfolgreich. Im Herbst wurde sie beim 64. Deutschen ADAC Endlauf in Grötzingen Dritte in der Damenwertung und landete mit der Bayern-Mannschaft mit dem fünften Platz im vorderen Drittel. „Im Automobilturniersport kann man mit seinem normalen Auto starten und der Parcours setzt sich aus Aufgaben zusammen, die jedem Autofahrer in seiner täglichen Fahrpraxis begegnen. Das finde ich einfach klasse“, sagt Schmitt. „Autos haben mich aber schon immer mehr als Puppen interessiert“, erzählt die gebürtige Dresdnerin.

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1990 kam sie mit ihren Eltern nach Mering. Ein Jahr später las sie in der Zeitung von einer Veranstaltung des Motorsportclubs Mering (MCM) bei Ludwig Leuchten. Da war sie 21 und hatte gerade mal zwei Jahre ihren Führerschein. Das Geschicklichkeitsturnier faszinierte sie, und weil die Leute vom MCM „so unglaublich nett“ waren, traute sie noch am selben Tag mit dem braunen Skoda ihrer Eltern auf den Parcours. Schmitt erinnert sich noch gut: „Ich hatte neun Fehler und fand das schrecklich schlecht. Doch Irma Wagner vom MCM ermutigte mich und sagte: ,Das ist doch klasse für das erste Mal‘.“

Bei diesem Mal blieb es nicht und fortan war Ines Schmitt immer mit dabei. Zunächst startete sie nur bei Meringer Turnieren, doch bald streckte sie ihre Fühler aus und nahm auch an den Veranstaltungen anderer Vereine teil. „Mittlerweile fahre ich auch zu Veranstaltungen der ADAC-Regionalclubs Württemberg, Westfalen und Hessen-Thüringen und für den Turniersportcup sogar bis Kiel.“ Im Jahr kommen so mal locker 10000 Kilometer zusammen. In ihrer Familie stößt sie mit ihrem Motorsport-Hobby zum Glück auf großes Verständnis. „Wir sind eine rundum motorsportbegeisterte Familie. Mein Mann Josef fährt selbst Pkw-Slalom und mein bald 16-jähriger Sohn Matthias ist leidenschaftlicher Kart-Fahrer beim MCM. Er möchte dieses Jahr auch in den Turniersport und den Slalom einsteigen.“ Beim „Auto-Schrauben“ in der Werkstatt eines Freundes hat Ines Schmitt ihren Ehemann kennengelernt. So ganz unbedarft ist sie in Sachen Automechanik nicht. „Ich weiß wie ein alter Opelmotor von innen aussieht“, sagt die gelernte Industriekauffrau.

„Du würdest gut in einen alten Opel reinpassen“, fanden ihre Werkstatt-Kumpels eines Tages. Seitdem tritt Ines Schmitt bei den Pkw Turnieren meist mit ihrem orangefarbenen Opel Kadett, Baujahr 1977 an. „Dieser Oldtimer ist mein absoluter Glücksbringer und im Gegensatz zu modernen Autos sehr übersichtlich. Hilfsmittel wie Parksensoren, Rückfahrkamera oder andere elektronische Assistenten brauch ich nicht“, sagt sie. Ein bissschen am eigenen Motor zu schrauben, gehört für die begeisterte Motorsportlerin dazu. „Drei Wochen vor dem Endlauf im Herbst hatte ich einen Motorschaden. Da haben mein Mann, mein Sohn und ich kurzerhand den Motor ausgetauscht. So ein alter Opel ist eben noch recht übersichtlich.“

Bayernweit sei sie mittlerweile leider die einzige Frau am Start, bedauert sie. Die Starterzahlen sind rückläufig und immer weniger Vereine richten Turniere aus. Bis Mitte der 1990er-Jahre gab es sogar noch eine eigene Damenklasse. „Heutzutage gibt es einfach zu viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und da ist unser Turniersport wohl einfach zu unspektakulär. Es kracht und scheppert nicht wie etwa beim Bergrennen in Mickhausen“, sagt Schmitt. Über mangelnde Kollegialität kann sie sich indes nicht beklagen und wird als Frau genauso respektiert wie ihre männlichen Kollegen. „Wir sind im Turniersport wie eine große Familie, halten alle zusammen und geben uns gegenseitig Tipps.“ Nur einmal musste sie erleben, dass ein Kommentator sich bei einem Turnier im Ton vergriff. „Die Veranstaltungsleiter haben ihn sofort zur Rechenschaft gezogen“, erinnert sie sich mit Genugtuung.

Auch ihr Mann habe nur ganz am Anfang mal ein Witzchen darüber gemacht, dass hier Frauen das Rückwärtsparken üben. „Aber als er den Parcours selbst einmal absolvierte, merkte er, dass die Aufgaben gar nicht so ohne sind.“

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