Freitag, 23. Februar 2018

07. Februar 2018 13:00 Uhr

Diedorf

Streit um Rinderstall in Diedorf: Das sagt das Landwirtschaftsamt

 Einige Gemeinderäte haben die Einschätzung der Behörde angezweifelt. Es geht um die Stellungnahme zum Hofprojekt eines Landwirts.

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Ein Aussiedlerhof zwischen Diedorf und Lettenbach – das passt weder einigen Anwohnern noch einem Teil des Gemeinderats.
Foto: Horst von Weitershausen (Symbolfoto)

Ein Aussiedlerhof zwischen Diedorf und Lettenbach – das passt weder einigen Anwohnern noch einem Teil des Gemeinderats. Genehmigt wird das Vorhaben jedoch woanders: im Landratsamt. Das verlässt sich unter anderem auf die Einschätzung der Fachbehörden. Doch wie wird dort entschieden? Das haben wir Wolfgang Sailer, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, gefragt.

Auf der Sitzung des Gemeinderats in Diedorf gab es gegen die Behörde den Vorwurf, die Berechtigung des Vorhabens Aussiedlerhof mit Rinderstall und Hofladen im Außenbereich zwischen Diedorf und Lettenbach in ihrer Stellungnahme nicht richtig eingeschätzt zu haben. Worum geht es in dieser Stellungnahme eigentlich?

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Sailer: Unser Amt muss einschätzen, ob das Vorhaben eines Landwirts berechtigt ist. Für die Landwirtschaft gibt es im Baurecht Privilegien. So dürfen Landwirte beispielsweise auf ihrem Grund auch im Außenbereich unter bestimmten Voraussetzungen bauen. Diese Voraussetzungen prüfen wir.

Worum ging es denn im konkreten Fall?

Sailer: Zunächst einmal darum, ob es sich überhaupt um das Vorhaben eines Landwirts handelt. In diesem Fall will ein Ackerbauer zusätzlich die Viehhaltung wieder aufnehmen. Das ist so weit in Ordnung. Dann prüfen wir, ob das Vorhaben auch ernst gemeint ist, sprich: ob sich mit dem Unternehmen nachhaltig ausreichend Geld verdienen lässt. Es muss sich um das Vorhaben eines Voll- oder Nebenerwerbslandwirts handeln, das kann man nachrechnen. Gleiches gilt für das Betriebskonzept an sich: Passt der Anbau auf den Feldern dazu, was im Stall gebraucht wird? Das Vorhaben muss zudem nachhaltig sein in Bezug auf eine langfristige Bewirtschaftung. Und ein Viehhalter muss in jedem Fall die passende Qualifikation haben.

Was sagen Sie nun zu diesem Vorwurf?

Sailer: Wir haben über Jahre hinweg das Vorhaben immer wieder überprüft. Leicht gemacht haben wir es uns dabei nicht. Vieles wurde im Lauf der Jahre im Gespräch mit dem Landwirt gefordert und von ihm angepasst.

Und nun werden alle Voraussetzungen erfüllt?

Sailer: Aus Sicht des Landwirtschaftsamtes heißt das Ja. Jeder andere würde unter diesen Bedingungen von uns auch ein „Ja“ in der Stellungnahme erhalten. Das allein ist für uns ausschlaggebend bei der Entscheidung.

Interview: Jana Tallevi

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Diedorf | Wolfgang Sailer

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