Freitag, 15. Dezember 2017

07. Dezember 2017 16:05 Uhr

Neusäß

Wo Demenzkranke in Würde leben sollen

Pflegeheim am Lohwald bietet nach Umbau moderne Einrichtung. Stadt Neusäß investierte 1,7 Millionen Euro. Der Bedarf nach spezieller Betreuung steigt. Von Jutta Kaiser-Wiatrek

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Vor der Demenzstation entsteht ein Gerontogarten, in dem ein Rundweg angelegt wurde, damit die Wege für Demenzpatienten nicht enden.
Foto: Jutta Kaiser-Wiatrek

Mit dem Umbau des Pflegeheims am Lohwald in Neusäß und der Einrichtung einer offenen Demenzstation dort hat die Stadt Neusäß eine wichtige Lücke bei der Versorgung betagter Menschen geschlossen. Der Bedarf dafür, so bestätigte Justine Bohn, Leiterin des Pflegeheims am Lohwald, steigt tatsächlich: Nicht nur wegen der höheren Lebenserwartung erkrankten mehr alte Menschen an Demenz, zunehmend seien auch Jüngere betroffen. Neue Angebote für deren Unterbringung seien deshalb unbedingt notwendig.

Neu sind zwei Doppel- und sechs Einzelzimmer

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Im Pflegeheim am Lohwald in Neusäß können seit Anfang September nun auch Senioren mit einer Demenzerkrankung betreut werden. Dafür wurden zehn Pflegeplätze in zwei Doppelzimmern und sechs Einzelzimmern geschaffen. „Über 1,7 Millionen Euro wurden in die Schaffung dieser dringend benötigten Demenzplätze investiert“, erklärte Bürgermeister Richard Greiner bei der offiziellen Einweihung. Bislang wurden Bürger, die einen Demenzkranken in der Familie haben, mit niederschwelligen Angeboten in Zusammenarbeit von Sozialverwaltung und Freiwilligen-Zentrum Neusäß unterstützt. Die Notwendigkeit einer stationären Pflege habe sich aber deutlich gezeigt.

Pächter und Betreiber der Einrichtung ist das Diakonische Werk Augsburg, Bauherr ist die Pflegeheim Neusäß GbR, deren Gesellschafter sich zu gleichen Teilen aus der Stadt Neusäß und der Grundstücks- und Wohnbaugesellschaft Neusäß zusammensetzen. Derzeit wird ein abgeschirmter Gerontogarten direkt vor der Abteilung angelegt, den Justine Bohn für besonders wichtig hält. „Die Bewohner können hier, gleich ob sie apathisch sind oder übermäßigen Bewegungsdrang haben, ihre Symptomatik ausleben.“

Bewohner durch Mitarbeit durch den Alltag leiten

Der frühere Staatsminister Josef Miller lobte die neue Einrichtung ebenso wie der Vorsitzende des Diakonischen Werks, Markus Bottlang. Das Bemühen von Politik und Betreibern, ein menschliches Miteinander in der Stadt zu leben, sei hier spürbar, erklärte Architekt Klaus Müller.

Liebevoller Umgang werde in der Demenzstation besonders gepflegt, erklärte Pflegeheimleiterin Justine Bohn. Man versuche, die Bewohner durch Mitarbeit durch den Alltag zu leiten und ihre noch vorhandenen Ressourcen zu erhalten. Dabei trainiere das Pflegepersonal mit den Patienten in der gemischten Wohngruppe im Alter von 66 bis 106 Jahren Alltagsstrukturen, die wichtig für Demenzkranke sind. An den Wänden der freundlichen Räume hängen zur Orientierung der Patienten ihnen bekannte Motive, wie etwa ein Bild des Bismarckturms in Neusäß. Auf diesen Wiedererkennungswert legt Bohn großen Wert.

Die Demenzstation ist barrierefrei und kann bei Bedarf auch noch auf die gesamten drei Etagen erweitert werden. Sie sei, betonte Bohn, auch für die Angehörigen eine große Entlastung und eine Chance, ihre Verwandten wertschätzend und geduldig zu begleiten.

Prädikant Ernst Rauh in Vertretung des erkrankten Pfarrers Christian Agnethler und Pfarrer Wolfgang Kretschmer segneten anschließend das Haus und die neue Wohngruppe.

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