Donnerstag, 28. August 2014

17. November 2009 18:00 Uhr

Für bessere Bildung

Augsburger Hörsaal fest in Studentenhand

Seit Dienstag besetzen hunderte Studenten den größten Hörsaal der Uni Augsburg. Sie haben sich auf eine lange Nacht eingestellt. Am Mittwoch hoffen sie auf Verstärkung durch Schüler, die wegen des Buß- und Bettages schulfrei haben.

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Studenten protestieren für bessere Bildung.

Am Abend treiben sich Studenten selten an der Uni rum - nicht so am Dienstag. Als die Vorlesungen längst zu Ende sind, besetzen immer noch rund 500 Studenten den größten Hörsaal der Uni Augsburg. Sie diskutieren über ihre Forderungen und malen Plakate. Viele haben dort auch die Nacht verbracht.

Am frühen Dienstagnachmittag hatten etwa 350 Studierende den Hörsaal 1 an der Uni Augsburg gestürmt, um ihrem Unmut über das Bildungssystem Luft zu machen. Eine Vorlesung in Betriebswirtschaftslehre musste deshalb entfallen. Danach bildeten die Studenten Arbeitsgruppen, es gab Diskussionen über Studiengebühren oder den Bologna-Prozess.

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Am Abend wurden die Forderungen dann im Plenum besprochen und ein Forderungskatalog erarbeitet. Um 20 Uhr war eine Delegation der "Besetzer" zum Augsburger Rathaus aufgebrochen, um die Anliegen der Studenten bei einer Veranstaltung im Goldenen Saal öffentlich zu machen. Dort fand eine Feier zum zwanzigsten Jahrestag der "Freunde der Universität" statt, auch OB Kurt Gribl wurde dazu erwartet.

Der Präsident der Universität Augsburg, Professor Dr. Wilfried Bottke, unterstützte die Forderungen der Studenten. Anwesende Professoren waren verwundert und begeistert und äußerten Unterstützung für die Jugendlichen. Unter lautem Applaus aller Gäste verließen die Studenten das Rathaus mit dem Abkommen, in den nächsten Tagen zu Gesprächen mit den Politikern zusammen zu treffen.

Nachdem sich bereits am Dienstag einige Schüler unter die Besetzer im Hörsaal 1 mischten, sollen diese am Mittwoch in die Gespräche miteinbezogen werden: Neben den Studiengebühren soll es nämlich auch Diskussionen über das achtjährige Gymnasium geben. "Schüler, Lehrer und Eltern sind herzlich eingeladen, gerade am schulfreien Tag morgen, in die Uni zu kommen", so ein Sprecher am Dienstag.

Bereits am Vormittag haben etwa 1000 Schüler und Studenten in der Augsburger Innenstadt demonstriert. Nach der Kundgebung auf dem Holl-Platz zogen die Demonstranten durch die Stadt an verschiedenen Schulen vorbei. Die jüngeren Schüler, die sich auf Angst vor Verweisen nicht an der Kundgebung beteiligt hatten, jubelten den Demonstranten zu. Den meisten Applaus bei den Demonstranten gab es für ein Plakat, auf dem ein Lehrer des Gymnasiums bei St. Stephan seine Solidarität mit den Schülern und Studenten bekundete.

In Augsburg läuft der Bildungsstreik heuer schon zum zweiten Mal. Im Juni hatten über 1500 Schüler und Studenten öffentlich protestiert. Seither hätten sich die Missstände aber nicht verbessert, kritisiert das Bildungsbündnis. Viele Schulen seien immer noch "baufällig", viele Klassen weiterhin zu groß. Und gerade an den Gymnasien sei der Leistungsdruck ein enormes Problem. Deshalb sollen die Protestaktionen fortgesetzt werden. (AZ)

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