Freitag, 26. August 2016

02. März 2013 00:33 Uhr

Konzert

Brüder im Herzen

Ein Abend der leisen Töne: Schmidbauer, Kälberer und Pollina im Kongress am Park

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Pippo Pollina, ein klassischer italienischer Cantatore mit herrlich rauchigem Timbre (im Hintergrund Werner Schmidbauer).
Foto: Michael Hochgemuth

Sie kommen alle drei aus dem Süden. Dies zu betonen, darauf legen sie Wert. So heißen auch das Album und die Tour – und diverse Lieder winden sich um die südliche Thematik, die an diesem Spätwinterabend die Herzen der Fans erwärmt. Am Ende werden Pollina, Schmidbauer und Kälberer erst nach mehreren Zugaben und einer erfrischenden Interpretation des italienischen Partisanen-Klassikers „Bella Ciao“ in die Garderobe entlassen.

Aber Süden ist nicht gleich Süden. Pippo Pollina stammt aus Palermo, Werner Schmidbauer und Martin Kälberer kommen aus Bayern. Der eine sozialisiert in einer von der Mafia dominierten Blutrache-Gesellschaft, die anderen aufgewachsen in der Zeit des Franz Josef Strauß-Freistaats und der keimenden grünen Bewegung.

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Die Lebenswege sind gepflastert mit deckungsgleichen Erlebnissen, aber auch krassen Unterschieden. Diese spiegeln sich in Musik und Texten des Trios wieder, das im deutschsprachigen Raum immer erfolgreicher wird.

Pollina mit seinen dichten Liedern erzeugt ein Gefühl der Betroffenheit, wenn er von ermordeten Kämpfern erzählt – gegen die Cosa Nostra oder gegen die Abholzung des Regenwalds (geschrieben von Pollinas 16-jähriger Tochter Madlaina). Nicht nur aufgrund seines rauchigeren Timbres und der komplexeren Liedstrukturen furcht er tief. Schmidbauer ist dann am stärksten, wenn es ihm wie bei „Herobn“ gelingt, große Gefühle in einfache Worte zu gießen. Wenn der Bergfex des Bayerischen Fernsehens einen Abend auf dem Brünnstein beschreibt, holt er das Publikum auf eine wunderbar leichte Weise ab. Das kann er, da berührt er einen.

Mit ihrem fein abgestimmten, dreistimmigen Gesang in den Refrains treffen die drei Südstaatler den Nerv des Publikums in der mit über 1000 Zuhörern ausverkauften Kongresshalle. Und die zwei erzählen natürlich auch die Geschichte ihres ersten Aufeinandertreffens, als sich Schmidbauer Pollina als unbekannter Saitenmonteur in dessen Konzert anbot.

In den auf die Lieder hinführenden Anekdoten kreieren sie Lacher. Schmidbauer und Pollina spielen sich die Pointen inzwischen perfekt zu. Den Leuten gefällt es, obwohl die beiden die Überleitungen bisweilen arg auswalzen. Kälberer sitzt daneben, schweigt und spielt eindringlich: Klavier, Akkordeon, diverse Percussion-Instrumente. Er ist die Klammer dieses hörenswerten Trios der leisen Töne.

Man merkt, dass die Combo eine lange Tour hinter sich hat. Es gibt kaum instrumentale Fehlgriffe. Das Sprachgemisch, die Liedabfolge – alles sitzt. Mal singt Pippo Bairisch wie beim „Momentensammler“ mit, dann unterstützt ihn Schmidbauer bei „Pasa il tempo“ auf Italienisch. So respektvoll, manchmal auch neckisch gehen Freunde miteinander um. Insofern taugen sie sogar menschlich zum Vorbild.

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Werner Schmidbauer | Palermo

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Ein Artikel von
Josef Karg

Augsburger Allgemeine
Ressort: Bayern und Welt


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