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17. Januar 2012 11:31 Uhr

Domviertel

Der Bischof, das Hotel und die Flüchtlinge

Regionalbischof Michael Grabow hat das umstrittene Projekt besucht– und viel Lob dafür bekommen.

Das Projekt Grandhotel im Domviertel ist bei Anwohnern umstritten. Künstler wollen dort die Unterbringung von Flüchtlingsfamilien mit bürgerschaftlichem Engagement und Kultur verbinden. Rückenwind dafür kam nun von Regionalbischof Michael Grabow. Er besuchte das Projekt im alten Paul-Gerhardt-Haus des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA).

Das Fazit Grabows: „Ich finde das ein sehr spannendes Konzept.“ Der Regionalbischof hatte sich in der Vergangenheit kritisch über den Zustand von Asylbewerberunterkünften in Bayern geäußert. Wie berichtet, sind auch in Augsburg die Heime voll, die Lebensbedingungen dort teilweise grenzwertig. Umso positiver bewertet Grabow den Ansatz des Grandhotels, „Asylbewerber mit einzubeziehen, denn sie können gerade kulturell etwas in unsere Gesellschaft einbringen“.

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Eine Gruppe ehrenamtlich tätiger Künstler hat ein Konzept entwickelt, das die soziale Aufgabe der Unterbringung von Asylbewerbern verknüpft mit bürgerschaftlichem Engagement, kultureller Vielfalt und einem künstlerischen Ansatz. In dem ehemaligen Altenheim sollen neben einer Asylbewerberunterkunft Ateliers für Künstler, Hotelzimmer, eine Gaststätte sowie ein Kiosk-Café entstehen.

Sebastian Kochs vom Projektteam freut sich über zahlreiche Ehrenamtliche, die sich schon im Grandhotel engagieren: „Es macht Spaß, etwas Sinnvolles zu tun.“ Dabei gehe es nicht um Spaß im Sinn von Konsum, sondern darum, anderen helfen zu können. Für Kochs, der in Augsburg bereits viele kulturelle Projekte erfolgreich durchgeführt hat, ist das Grandhotel auch eine Chance für die evangelische Kirche, ihre moralische Kompetenz unter Beweis zu stellen, indem sie nicht nur über Werte spricht, sondern auch nach ihnen handelt.

Der Regionalbischof ließ sich auch über die kritischen Stimmen informieren. Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des DWA, stellte fest: „Natürlich sind nicht alle im Stadtteil glücklich mit dieser Unterkunft. Aber wir sind überzeugt, dass es mit dem Konzept gelingen kann, den Stadtteil zu bereichern. Die Idee ist gut, deshalb wollen wir sie umsetzen.“ (AZ, kru)

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