Donnerstag, 27. Juli 2017

28. April 2008 23:25 Uhr

Der Fünfgratturm und andere Denkmale

Der reichlich massiv geratene Teppenanbau am Fünffingerlesturm bewegt die Augsburger, und auch der zuständige Denkmalreferent Markus Weis ist nicht eben glücklich über die "klotzige" Erscheinung. Dennoch steht Weis zu seiner Zustimmung zu dem Anbau, denn "ein Denkmal, das genutzt wird, ist immer besser dran als eines, das leer steht", sagt er.

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Und die Alt-Augsburg-Gesellschaft habe eine sanfte Nutzung durch Lesungen oder Ausstellungen versprochen. Durch den Anbau komme man ohne Innentreppe aus, für die man das Gewölbe hätte aufbrechen müssen. Für den Zugang von der jetzt aufgebauten Treppe in den Turm hinein wird laut Weis eine zugemauerte Öffnung des historischen Wehrgangs wieder aufgemacht, die Substanz des Denkmals werde also nicht angegriffen. Zur Architektur freilich könne er als Denkmalpfleger keine Vorgaben machen, so Weis.

Johannes Voit, Architekt der Treppe, erklärt unterdessen den Kritikern seines Entwurfs nochmals die Idee. Mit dem monolithischen Bauwerk wollte er an die vormalige Stadtmauer erinnern; im Treppenaufgang gehe es so eng zu wie einst im Wehrgang. Das Bauwerk liege genau in der Flucht der Stadtmauer und sei "exakt nach Eingabeplan" errichtet worden. Dass das obere Podest der Treppe in den Gehweg hineinragt, erklärt Voit mit Ungenauigkeiten des Lageplans. Er habe dem Bauordnungsamt mitgeteilt, dass die Alt-Augsburg-Gesellschaft den Außenbereich ohnehin neu gestalten und dabei den Gehweg "ausrunden" wolle.

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Dass diese Alt Augsburg Gesellschaft, die "viel für die Augsburger Denkmale getan hat", an den Auseinandersetzungen um den Fünffingerlesturm zerbrechen könnte, befürchtet Markus Weis. Der Münchner Denkmalpfleger bedauert, dass die Debatte um den Turm im Wahlkampf "hochgekocht" sei und empfiehlt der Sorge der Bürger einige "Denkmale in Augsburg, die wesentlich stärker gefährdet sind". Weis nennt mehrere historische Wohnhäuser sowie das Wieselhaus und das Gignouxpalais (Komödie), bei dem der Verfall in der Tat sichtbar ist. Die größten Sorgen macht sich Weis um das Köpfhaus, das bedeutendste Zeugnis der Augsburger Bürgerhauskultur, im Kern von Elias Holls Vater Johannes 1578 erbaut, mit einer toskanischen Säulenhalle ausgestattet und im Treppenhaus mit dem Fresko von Gottfried B. Göz (1739) geschmückt. Bis vor kurzem wurde es von Karstadt genutzt. Der neue Besitzer wolle das Haus bis unters Dach ausbauen und einen Schacht für Lift und Zusatztreppe hineinbrechen.

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Augsburg | Elias Holl | Karstadt

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