Sonntag, 19. November 2017

29. November 2016 18:08 Uhr

Bildung

Wie hochbegabte Schüler gefördert werden

 Am Augsburger Gymnasium bei St. Stephan gibt es seit mehreren Jahren Modellklassen für überdurchschnittlich intelligente Schüler. Im Unterricht brauchen sie „Zusatzfutter“.  

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Hochbegabte Schüler sind mit dem normalen Unterricht oft nicht ausgelastet – sie brauchen „Zusatzfutter“, oft im wissenschaftlichen Bereich wie Robotik oder Astronomie. Am Gymnasium St. Stephan wird die Begabtenförderung jetzt für ganz Schwaben koordiniert.
Symbolfoto: science photo, Fotolia

Ein hochbegabtes Kind, das das Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg besucht, hat einen Intelligenzquotienten von etwa 130. Diesen Wert erreicht oder übertrifft gerade einmal rund zwei Prozent der deutschen Bevölkerung. Der Wert ist für Schulleiter Bernhard Stegmann aber nicht in Stein gemeißelt: „Wir nehmen natürlich auch Schülerinnen und Schüler mit einem Wert von 129 oder weniger auf. Wichtig ist, dass das Kind uns bei dem Kennenlerntag überzeugt und in die Klassengemeinschaft passt.“

Modellklassen gibt es seit 2009

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Das Gymnasium im Augsburger Domviertel hat schon viel Erfahrung mit überdurchschnittlich intelligenten Kindern und Jugendlichen gesammelt. Seit 2009 werden an der Schule im Klassenverband hochbegabte Schüler unterrichtet – inzwischen gibt es von der 5. bis zur 10. Klasse je eine Modellklasse mit maximal 25 Schülern. „Sie zeichnet auf der einen Seite aus, dass sie sehr wissbegierig sind und über eine sehr schnelle Auffassungsgabe verfügen. Auf der anderen Seite sind sie aber auch sehr anspruchsvoll“, sagt Stegmann. So fallen in der Unterstufe die üblichen Intensivierungsstunden weg, hochbegabte Schüler müssen keinen alten Stoff wiederholen oder Lücken schließen. Dafür bekommen sie „Zusatzfutter“ – wie Philosophie, Robotik, Astronomie oder Archäologie.

Zum „Kompetenzzentrum für Begabtenförderung“ ernannt

Von den vielen Erfahrungen, die das Gymnasium in den vergangenen Jahren gesammelt hat, können nun auch andere Schulen und Schüler profitieren: Im Oktober wurde das Gymnasium bei St. Stephan im Kultusministerium in München zum „Kompetenzzentrum für Begabtenförderung“ in Schwaben ernannt. „Das klingt jetzt so, also ob wir die Kompetenz haben. Das stimmt nicht. Jede Schule ist ein Kompetenzzentrum und an jeder Schule gibt es hochbegabte Kinder und Jugendliche“, betont Bernhard Stegmann. Das Augsburger Gymnasium soll vielmehr als gesamtschwäbische Schnittstelle der Begabtenförderung fungieren. Insgesamt wurden nach einem mehrjährigen Entwicklungs- und Fortbildungsprozess acht bayerische Gymnasien zu Kompetenzzentren für Begabtenförderung ernannt – in jedem Regierungsbezirk eine Schule, nur in Oberbayern aufgrund der Größe zwei. Stegmann: „Jede Schule hat ihr eigenes Konzept entwickelt, wie die Inhalte vermittelt werden sollen. Wir haben verschiedene Impulstage konzipiert, die besucht werden können.“

Das Erkennen von Begabung

Dabei geht es unter anderem um wissenschaftliche Hintergründe, das Erkennen von Begabung, Konzepte für den Schulalltag oder außerschulische Fördermöglichkeiten. Vertreter von allen schwäbischen Gymnasien werden in den kommenden Jahren diese Impulstage besuchen, daneben gibt es die Möglichkeit zur Hospitation. Neben den Gymnasien will sich das Kompetenzzentrum auch mit Grund- und Realschulen vernetzen. „Hochbegabte Schüler gibt es an jeder Schulart. Es gibt viel mehr, als dass wir sie jemals alle bei uns aufnehmen könnten.“

Manche Schüler müssen das Lernen lernen

Im Mittelpunkt steht bei der Begabtenförderung immer der individuelle Schüler. Das macht sich auch bei der Betreuung bemerkbar. In der 5. und 6. Klasse gibt es am Stephan Einzel- und Gruppengespräche mit einem Kontaktlehrer, in den Jahrgangsstufen sieben bis zehn sind Lerncoaching-Gespräche übers Schuljahr verteilt. „Manche Schüler müssen zu Beginn ihrer Gymnasialzeit tatsächlich erst einmal das Lernen lernen, weil sie in der Grundschule nie etwas machen mussten“, sagt Stegmann. Andere Schüler hätten überhaupt keine Probleme mit Mathematik, würden sich aber mit Latein schwertun. Dann könne man, je nach Bedarf, einen Schüler mal aus einer Stunde Mathe herausnehmen und ihn so lange in der Bibliothek Latein lernen lassen, damit er mit diesem Stoff besser klar-kommt. „Das sind alles persönliche Vereinbarungen, die man mit den Schülern trifft.“

So besonders die hochbegabten Schüler auf der einen Seite sind, so normal würden sie sich auf der anderen Seite verhalten. „Auch diese Schüler kommen in die Pubertät, haben mal Liebeskummer oder fallen auch einmal durch. Da gibt es überhaupt keine Unterschiede.“

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Ein Artikel von
Miriam Zissler

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