Freitag, 28. Juli 2017

22. September 2014 15:26 Uhr

Augsburger Polizistenmord

Zweiter Prozess hat begonnen - doch Raimund M. schweigt

Gut drei Jahre nach dem Mord an dem Augsburger Streifenpolizisten Mathias Vieth wird der Fall seit heute erneut verhandelt. Der erste Prozesstag war aber schnell vorbei.

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Der Angeklagte Raimund M. (M) spricht im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Augsburg (Bayern) mit seinem Verteidiger Werner Ruisinger.
Foto: Stefan Puchner, dpa

Seit Montag steht Raimund M. wieder vor dem Landgericht - er ist wegen Mordes und weiterer schwerer Straftaten angeklagt. Der 61-Jährige soll zusammen mit seinem Bruder den Augsburger Polizisten Mathias Vieth im Siebentischwald erschossen haben.

Raimund M. musste sich bereits im vergangenen Jahr wegen des Verbrechens an Vieth vor der Strafkammer verantworten. Damals setzte das Gericht das Verfahren gegen ihn allerdings aus, weil der Angeklagte Parkinson hat und nach mehreren Monaten Prozessdauer nicht mehr verhandlungsfähig war.

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Verteidiger lehnte zwölf Richter ab

Gegen den jüngeren, heute 59 Jahre alten Bruder des Mannes ging der Prozess damals weiter: Er wurde Ende Februar zu lebenslanger Haft und Sicherungsverwahrung verurteilt, weil er an der Ermordung Vieths beteiligt gewesen sein soll. Er war bereits wegen eines früheren Polizistenmordes vorbestraft. Seine Verteidiger hatten Freispruch gefordert und fechten das Urteil mit einer Revision beim Bundesgerichtshof an.

Der erste Prozesstag war sehr kurz. Nach der Verleseung der Anklageschrift war Schluss.

Dem heutigen Prozess gegen Raimund M. war ein heftiges juristisches Tauziehen vorausgegangen. Der Verteidiger von Raimund M. hatte insgesamt zwölf Richter wegen Befangenheit abgelehnt. Erst wenige Minuten vor Beginn der Verhandlung wies das Gericht den Antrag zurück. Die Verteidiger prüfen nun, ob sie auch dagegen rechtlich vorgehen wollen.

Der Angeklagte sagt nicht aus

Zum Prozessauftakt machte Raimund M. heute nur einige Angaben zu seiner Person. Zu den Vorwürfen selbst äußerte sich der 61-Jährige, der gesundheitlich angeschlagen wirkte, nicht. Dies werde auch so bleiben, sagte sein Anwalt. Nach 45 Minuten wurde die Verhandlung wieder unterbrochen.

Die Ankläger zeigten sich zufrieden mit dem ersten Verhandlungstag. "Nach all den Verzögerungsversuchen bin ich nun erstaunt, wie schnell der Prozess vorangeht", sagte Walter Rubach, Anwalt der Witwe.

Zu der Parkinsonerkrankung des Angeklagten sagte Rubach: "Das ist eine schreckliche Krankheit, die ich niemanden wünsche." Dass Raimund M. während der Verhandlung gezittert hat, halte er für echt. Dennoch wirke der 61-Jährige auf ihn wach und verhandlungsfähig.

Das Gericht hat für den zweiten Prozess bis Frühjahr 2015 insgesamt 41 Verhandlungstage vorgesehen. Die zweite Verhandlung ist für Donnerstag angesetzt.

Lesen Sie hier unseren Liveticker zum Prozessauftakt nach.  AZ, bo, jöh, sge

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