Moritz Leitner vom FC Augsburg spielt ab 1. Juli für Dortmund. Auch bei Ibrahima Traoré deutet alles auf einen Abschied zum Saisonende hin. Von Robert Götz

Ibrahima Traoré ist ein durch und durch positiver Mensch. Für ihn ist das Glas immer halb voll und nie halb leer. Und deshalb kommen dem Fußball-Profi des FC Augsburg beim Rückblick auf den 21. November zuerst nur schöne Gedanken: „Wir haben gegen Karlsruhe mit 3:1 gewonnen und ich habe das erste Tor vorbereitet.“ Doch in der 61. Minute begann für ihn eine viermonatige Leidenszeit. Er verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung schwer am Sprunggelenk. Es folgte eine schwierige Operation und viele Stunden in der Reha.
„Ja, es stimmt, gegen Karlsruhe habe ich mich verletzt“, sagte er am Freitag. Die Erinnerungen an diesen Tag sind mit der Zeit aber immer mehr verblasst. „Am Anfang, direkt nach der Operation, habe ich viel nachgedacht“, sagt er. Doch mit dem Beginn der Rehamaßnahmen blieb nicht mehr viel Zeit, und Traoré konzentrierte sich auf sein Comeback. Beim 0:0 gegen Greuther Fürth war es dann so weit. Traoré durfte fast 30 Minuten ran.
Zwar reichte es nicht mehr zum Sieg, doch für Traoré war es ein tolles Gefühl. „Ich war ja schon in Bielefeld im Kader. Aber, dass mir der Trainer gerade im schweren Spiel gegen Fürth so viel Einsatzzeit gibt, hätte ich nicht gedacht. Das Vertrauen ehrt mich.“ Jetzt hofft Traoré, dass er in Karlsruhe vielleicht sogar in der Startelf steht.
Diese Woche übte er auf der rechten Außenbahn. Dort agierte gegen Fürth Daniel Brinkmann mit wenig Erfolg. Zwar ist auch Marcel Ndjeng wieder fit, doch scheint Traoré die besseren Karten zu haben. „Es wäre toll, wenn ich spielen würde, aber wichtig ist, dass wir unser großes Ziel, den Aufstieg, schaffen“, sagt Traoré.
Dass er dann aber noch beim FCA sein wird – sein Vertrag läuft am Saisonende aus –, wird immer unwahrscheinlicher. Traoré selbst will sich dazu nicht äußern.
Trainer Jos Luhukay hat sich anscheinend mit dem Abschied aber schon abgefunden, auch wenn er die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben hat: „Ibo weiß ja schon lange, dass wir mit ihm verlängern wollen. Bisher hat er aber noch nicht unterschrieben. Wir haben ihm die Zeit gegeben, nach seiner Verletzung zurückzukommen. Er muss selbst wissen, was für ihn richtig ist.“
Traoré wäre dann wohl der zweite überaus kreative Spieler für den Luhukay in der kommenden Saison Ersatz suchen muss. Anscheinend steht auch der Abschied von Moritz Leitner (18) fest. Der Ausleihspieler wird am 1. Juli zu Borussia Dortmund zurückkehren. Bis zuletzt hatte Manager Andreas Rettig gehofft, die Borussia umstimmen zu können. Aber bereits Ende März hatte Borussias Sportdirektor Michael Zorc im Kicker betont: „Ich habe immer gesagt, dass wir ihn im Sommer zurückholen werden.“
Jetzt hat auch Manager Rettig das Werben aufgegeben. Gegenüber der Münchner Zeitung tz sagte er: „Mittlerweile wissen wir, dass Moritz nach Dortmund zurückgeht. Das ist so verabredet. Wir müssen das respektieren.“ Moritz Leitner selbst war gestern von dieser Entwicklung überrascht. „Davon weiß ich noch gar nichts“, sagte er gestern nach dem Training. „Aber das interessiert mich derzeit auch nicht. Ich will mit dem FCA aufsteigen, dann sehen wir weiter.“ Er arbeitet hart an seinem Comeback nach seiner schweren Ellbogen-Verletzung. Passübungen darf er mit einer Schiene am Arm schon machen, aber alle Einheiten, mit möglichem Körperkontakt sind noch tabu. „Ich bin froh, dass ich wieder mit dem Ball arbeiten darf.“ Er hofft, dass er vielleicht nächste Woche wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Er will mindestens noch einmal für den FCA auflaufen.
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