Freitag, 1. Juli 2016

03. Januar 2015 08:31 Uhr

Oberfranken

Mann sucht Pferde für Sex - und die Polizei ist machtlos

Das Tierheim Kulmbach warnt vor einem Mann aus der Nähe von Bayreuth, der online Pferde für sexuelle Praktiken gesucht hat. Eine Strafe muss er nicht fürchten.

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Ein Mann aus Oberfranken hat über das Internet Pferde für sexuelle Handlungen gesucht. Das Tierheim Kulmbach mahnt Tierbesitzer daher zur Vorsicht.
Foto: Symbolbild, Peter Kneffel, dpa

Die Leiterin des Kulmbacher Tierheims war schockiert, als sie Anfang der Woche über den Kleinanzeigen-Dienst von eBay auf die Einträge stieß. "Suche Stute zur Besamung durch mich" hieß es dort etwa, um ein vergleichsweise harmloses Zitat zu nennen. Susanne Schilling warnte daraufhin über die Facebook-Seite des Tierheims Pferdebesitzer vor dem Mann aus dem Raum Bayreuth, der hinter den Anzeigen steht. Die Meldung verbreitete sich schnell - bis zum Freitagmittag hatten sie fast 1500 Menschen geteilt.

Die Tierheim-Leiterin möchte damit die Öffentlichkeit auf dieses Problem aufmerksam machen. "Sex mit Tieren kommt bestimmt häufiger vor, als viele glauben wollen - nicht nur mit Pferden", sagt sie. Doch wenn das zu Hause passiere, bekomme das niemand mit - und die Tiere selbst könnten ja nicht aussagen.

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Schilling mahnt zur Vorsicht, wenn Tiere verkauft oder abgegeben werden. Pferdebesitzer sollten Menschen genau überprüfen, die nach einer Reitgemeinschaft suchen. Es sei in jedem Fall ratsam, sich einen Ausweis zeigen zu lassen.

Nur die Tat selbst wäre strafbar

Nachdem Schilling auf die mittlerweile gelöschten Anzeigen gestoßen war, setzte sie eine Mitarbeiterin darauf an. Die ging zum Schein auf die Suchanfragen ein und erhielt damit die Daten des Mannes. Die leitete sie dann an die Polizei weiter.

Die Polizei bestätigt das. Sie hat mittlerweile mit dem Mann gesprochen, kann allerdings nicht gegen ihn ermitteln. Zwar sind sexuelle Handlungen mit Tieren in Deutschland verboten. "Doch strafbar wäre nur die konkrete Tat - die bloße Suchanzeige ist es noch nicht", sagt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken.Damit haben die Anzeigen keine rechtlichen Folgen für den Mann. sge

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