Samstag, 18. November 2017

17. Januar 2014 06:10 Uhr

Renaturierung in Kissing

Weitmannsee langfristig ohne Zukunft?

Beim Erholungsgebieteverein Augsburg macht man sich intensive Gedanken, da das Gewässer zu flach ist und die Durchmischung zu gering. Licca Liber als Chance

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Er ist so sauber wie kaum ein See in der Region – und doch steht die Zukunft des Weitmannsees auf dem Spiel. Im Zuge des Konzepts „Licca Liber“ (Freier Lech) wird auch darüber diskutiert, ob der Weitmannsee in den Fluss integriert werden soll.

 Er ist unbestritten eines der saubersten Gewässer der Region – und hat doch langfristig in seiner jetzigen Form als Badegewässer keine Zukunft. Der Kissinger Weitmannsee ist eines der Sorgenkinder seines Besitzers, des Vereins zur Sicherstellung überörtlicher Erholungsgebiete für die Region Augsburg (EVA). Das zeigt sich auch jetzt in der Diskussion rund um das Thema Licca Liber (der freie Lech).

Der Lech hat seine Kiespuffer aufgebraucht und gräbt sich immer tiefer in den Untergrund. Im Rahmen eines Flussdialogs sollen Ideen entwickelt werden, wie man dem dauerhaft begegnen kann. Der Lech könnte mehr Raum bekommen und sich zwischen neuen Deichen sein Flussbett selbst erschaffen. Dabei könnten auch die Kissinger Grundwasser- und Baggerseen mit einbezogen werden. In dieser Diskussion meldete sich auch die EVA zu Wort, Geschäftsführerin Elisabeth Burkhard trug die Auffassung des Vorstands im Rahmen eines der Arbeitskreise vor. „Diese künstlich angelegten Baggerseen unterliegen alle einem Alterungsprozess“, erläutert sie auf Nachfrage der Friedberger Allgemeinen. Sie lässt keinen Zweifel, dass aktuell der Weitmannsee das Jahr über beste Wassergüte besitzt. „Das Lechwasser ist sicherlich schlechter als unser Seewasser.“

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Zwei Faktoren beeinträchtigen das allerdings: Zum einen liegt die durchschnittliche Tiefe bei nur zwei Metern, viel zu wenig für eine richtige vertikale Durchmischung der Wasserschichten. Zum anderen fuhr der Bagger der Firma Weitmann beim Schürfen auf Bereiche, die als Inseln zurückblieben. Diese erstrecken sich annähernd von Nord nach Süd und verhindern somit einen Wasseraustausch in der Hauptwindrichtung. „Also entweder, wir müssen langfristig gesehen ausbaggern und vertiefen oder wir lassen den Weitmannsee zu einem großen Froschtümpel werden“, sagt Burkhard.

Jeder Eingriff ist allerdings alles andere als einfach, wie die Geschäftsführerin gleich nach Antritt ihres Auftrags (sie ist Nachfolgerin von Edeltraud Degen) feststellen musste. „Da durfte ich nicht einmal 20 Zentimeter Schlamm vom Ufer wegbaggern lassen.“ Der komplette See liegt in der Kissinger Trinkwasser-Schutzzone – und diese gilt noch 30 Jahre lang. Der Schutzbereich endet übrigens im Westen am Lechdeich. „Und da darf auch nicht daran gerüttelt werden“, betont Bürgermeister Wolf erneut.

Der Kissinger Flachbrunnen speist sich aus Grundwasser, das parallel zum Lech fließt; vom Weitmannsee her ist es etwa 50 Tage im Untergrund unterwegs. „Unser großer Vorteil ist, dass unser Wasser nahezu komplett aus dem Auwald kommt, also nicht von landwirtschaftlich geprägten Flächen“, sagt Kissings Bürgermeister.

Man dürfe aber auch die Augen nicht zumachen vor der Seeproblematik, sagt Burkhard; die Verschlammung schreite voran, auch, weil mit dem ständigen Grundwasserzufluss Kalk eingetragen wird, der Basis des Schlamms ist. „Diese Dinge sind den Fachbehörden bekannt“, so die EVA-Vertreterin. Es sei auch nicht auszuschließen, dass der See in einem sehr warmen Sommer einmal umkippt; der Nährstoffeintrag durch die Graugänse könnte dazu beitragen. Und dann wäre es für die Lebewesen im See schwierig bis unmöglich genug Sauerstoff zu finden.

„Wenn Licca Liber kommt, muss etwas passieren. Wir können uns nicht nachsagen lassen, dass es da eine Chance gab und wir haben sie verstreichen lassen“, ist sie überzeugt. Und sie spielt damit Günther Groß von der Lechallianz Augsburg in die Karten.

Denn der sagt: „Die Bagger rollen nur einmal an. Am besten ist, wir machen jetzt miteinander das, was machbar und sinnvoll ist.“ Das Denken in längeren und langen Zeiträumen erfordere dies. Groß will die komplexen Zusammenhänge den Kissingern auch selbst erklären.

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Kissing | Günther Groß

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