Samstag, 27. August 2016

27. Dezember 2013 08:35 Uhr

Feldweihnacht in Schnuttenbach

Am ersten Weihnachtsfeiertag wird ein Kind gefunden

Zum zweiten Mal liegt ein lebendiges Jesuskind in der Krippe in Schnuttenbach. Früher war eine Puppe der Hauptdarsteller. 700 Besucher kommen zur Anhöhe bei der Kapelle. Von Peter Wieser

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 Im vergangenen Jahr ging für Hauptorganisatorin Gertrud Wiedemann ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Mit dem kleinen Samuel lag – nicht wie bisher eine Puppe – erstmals ein lebendiges Jesuskind in der Krippe. Trotz langem Suchen hatte sich bis zum Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages für heuer kein Hauptdarsteller als Christkind für die achte Schnuttenbacher Feldweihnacht gefunden. Bis gegen 9 Uhr der Anruf von Patricia und Michael Porstendörfer aus Burgau Gertrud Wiedemann erreichte: Die drei Monate alte Noée sollte in der Krippe liegen.

Der aus dem Altfranzösischen kommende Name bedeutet in etwa „die, die Frieden und Ruhe bringt“, und wird teilweise sogar als „Geschenk Gottes“ gedeutet. „Das ist etwas Schönes, passender geht es nicht“, sagte Gertrud Wiedemann zu Beginn zu den mehr als 700 Besuchern, die am Abend auf die Anhöhe nahe der Feldkapelle gekommen waren. Wieder sind es über 140 Mitwirkende.

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Im Laufe der Jahre hat sich bei den Organisatoren ein perfekt funktionierendes Team herauskristallisiert. Angefangen von den Garderobenfrauen mit Eri Hördegen und Jutta Koch, die den Darstellern beim Ankleiden behilflich sind, bis hin zum Verpflegungsteam, das mit Heinrich Böck, Brigitte Bussjäger und Olga Maria und Werner Majewski für Glühwein, Kinderpunsch und eine Brotzeit sorgt. „Man muss flexibel sein“, sagt Heinrich Böck. „Wenn es nicht reicht, sorgt meine Frau noch einmal für Nachschub.“

„Zwölf Feuerwehrleute sind im Einsatz“, erzählt Dominik Böck, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schnuttenbach. Sie leuchten die Wege aus, weisen in die Parkplätze ein und halten Rettungswege frei. Es herrscht ein geschäftiges Treiben, man hat den Eindruck, halb Schnuttenbach sei unterwegs.

„Schalom, der Friede sei mit Euch“, verkündet der Engel (Anna Maria Wieser), der zusammen mit dem Propheten Jesaja (Stefan Stricker) und den Evangelisten Lukas (Armin Stütz), Johannes (Martin Gutschenreiter) und Matthäus (Tobias Bühler) vor der Treppe der Kapelle durch das Geschehen führt. „Weihnachten ist kein Märchen, Weihnachten ist eine tiefe Wirklichkeit, die uns mit der Wirklichkeit Gottes in Verbindung setzt.“ Von Mariä Verkündigung, der Herbergssuche, bis hin zur Geburt Jesu und dem Eintreffen der Heiligen Drei Könige spielen Kinder die Szenen nach. Begleitet vom Chor des Schnuttenbacher Sängerstammtisches unter der Leitung von Ingrid Faul aus der kleinen Kapelle heraus und den Klängen der Waldhörner (Thomas und Ulrich Süß), trägt Esel Obelix brav Maria (Lea Langenmeir) an der Seite von Josef (Johannes Wittmann) zur Krippe, nachdem ihnen in den Herbergen ein Platz verwehrt ist.

Am Feuer neben den Schafen und Ziegen haben sich die Hirten versammelt. Jesus ist geboren. Der Engel Gabriel (Raphaela Zschunke) stellt die Laterne mit dem Friedenslicht vor die Krippe. In kleinen Laternen werden mehr als 100 Bethlehemlichter an die Besucher verteilt. Kinderaugen leuchten. „Ihr Kinderlein kommet“, erklingt es von den etwa 40 kleinen Engeln und Hirten, die sich inzwischen vor der Krippe aufgestellt haben. Es sind Kinder des Schnuttenbacher Kinderhauses Sankt Ursula. Angeführt von vier Römern erscheinen die Heiligen Drei Könige, prächtig gekleidet, auf drei echten Kamelen und knien vor der Krippe nieder.

„Nun sind unsere Herzen erfüllt, vom tiefen Geheimnis der frohen Weihnacht. Schalom, der Friede sei mit Euch“, ist die Stimme des Engels zu hören. „Wir haben hier mitbekommen, was das Wichtigste an Weihnachten ist: Es ist das Kind“, wendet sich Pfarrer Richard Harlacher an die Besucher, bevor er den Segen erteilt. „Heute um neun Uhr hat sich tatsächlich das Christkind angesagt“ freut sich Gertrud Wiedemann. Anschließend gehen die Lichter aus. Nur noch der große, helle Stern leuchtet über dem Stall und die Glocke der Feldkapelle beginnt zu läuten, während gemeinsam das Lied „Stille Nacht, Heilige Nacht“ gesungen wird.

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