Samstag, 24. Juni 2017

21. April 2017 09:00 Uhr

Kreis Günzburg

Frisch aus dem Wald und schon geklaut

Landensberg hat seinen Maibaum noch nicht einmal geschnitzt, da stiehlt Steinekirch ihn schon spektakulär. Wieso der Aufwand groß und die Auslöse gering war.

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Der Maibaumklau ist eine bekannte Tradition in Bayern. Von der nächtlichen Aktion in Landensberg gibt es keine Fotos, da jede Hand gebraucht wurde.
Foto: dederer/fotolia (Symbolbild)

Der Schrecken hat die Landensberger beim Frühstück ereilt. „Um sieben in der Früh habe ich über WhatsApp erfahren, dass unser Maibaum geklaut wurde“, erzählt Bürgermeister Sven Tull. Vergangenes Wochenende, in der Nacht von Freitag auf Samstag, hatten die Steinekircher zugeschlagen – „eine Horde wilder Jungs“, nennt sie Tull amüsiert. Erst am Donnerstag hatten die Landensberger den Baum frisch aus dem Wald geholt.

„Die Jungs waren heuer früh dran. Vielleicht haben sie den Baum ja geklaut, weil sie selbst keinen schönen haben“, sagt Tull und lacht. Wie sie das geschafft haben, sei ihm aber ein Rätsel. Auch der Landwirt, auf dessen Grundstück der Baum lag, sei ganz schön erschrocken, erzählt Stephanie Fritz von der Freiwilligen Feuerwehr Landensberg. „Unser Bauer Egger konnte es gar nicht glauben“, sagt die Vorsitzende. „Er hat sich größte Mühe gegeben, den Baum zu beschützen. Aber er hat nichts gehört.“ Das verwundert die Landensberger dann doch sehr angesichts der Größe des Baumes. Selbst die Steinekircher seien von den Maßen geschockt gewesen, erzählt Fritz und lacht: „Zu unserem Bauern haben sie gesagt: ,Wie wollt ihr denn so einen Riesenbaum aufstellen?’“

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Wolfgang Spengler, Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Steinekirch, gibt zu: „Der Baum war so schwer, dass wir ihn kaum aufladen konnten. Der war deutlich dicker als unserer, das war schon anstrengend.“ Spengler lacht, als er gesteht, dass seine 24 Mann zwischen zwei und vier Uhr nachts an der maximalen Belastungsgrenze gearbeitet hätten. „Mit zwei Mann weniger hätten wir das nicht gestemmt.“

Sie haben kaum die Kurve gekriegt

Gerade noch so haben die Männer aus Steinekirch im Kreisverkehr die Kurve gekriegt, ohne mit dem riesigen Baumstamm ein Straßenschild niederzureißen. Mit einem Traktor und einem vierrädrigen, selbst gebauten Gefährt manövrierten sie den Baum nach Steinekirch. Zu sehen sind die nächtlichen Szenen auf der Facebook-Seite der Tauziehfreunde Steinekirch – und sorgen dort für Begeisterung, Gelächter und die ein oder andere Diskussion. Denn „da ist ja nichts geschnitzt“, wie ein User gleich feststellt. „Da wird die Auslöse nicht so groß ausfallen“, erwidert ein anderer.

Mit genau diesem Argument ist Stephanie Fritz in die Verhandlungen mit Wolfgang Spengler getreten: „Ursprünglich wurden 100 Liter Bier und Brotzeit für 25 Leute gefordert. Aber so viel ist ein Baum ohne Schnitzereien ja nicht wert.“ Die beiden einigten sich schließlich auf ein kleines gemeinsames Fest, zu dem die Landensberger ein paar Kisten Bier mitbringen. „Wir werden unseren Baum heute in Stücken geschnitten abholen und den Abend gemütlich mit den Steinekirchern ausklingen lassen“, erklärt Fritz und zeigt sich sportlich: „Irgendwann trifft es jeden. Wir tragen es mit Fassung.“ Außerdem sei ja noch genug Zeit, eine Alternative zu finden.

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Stephanie Lorenz

Günter Holland Journalistenschule
Ressort: Volontärin


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