Donnerstag, 24. April 2014

14. Dezember 2012 20:33 Uhr

Vöhringen

Sie kam, sah und siegte

Erfolgreiche ungarische Sportschützin im Vöhringer Zweitliga-Team. Gut aufgenommen

i
Die gehörlose 20-jährige Weltklasse-Luftgewehrschützin Mira Biatovszki aus Ungarn tritt im Bundesliga-Team des Vöhringer „Pfeil“ an die Stände. 

Sie kam, sah und siegte: Die junge Sportschützin Mira Biatovszki wartet bereits mit einer erfolgreichen Karriere auf.

Seit dieser Saison schießt die Ungarin im Kader der Zweitligamannschaft des SV Vöhringen. Das Leben der Sportschützin liest sich derweil fast ein bisschen wie im Märchen. Der jüngste sportliche Triumph von Mira Biatovszki liegt gerade mal einige Tage zurück. Da hat sie den seit 22 Jahren bestehenden ungarischen Junioren-Landesrekord mit 399 Ringen gebrochen. Wenn man bedenkt, dass bei 40 Schuss gerade mal 400 Ringe möglich sind, ist das auch international gesehen eine gewaltige Leistung. Mit 396 Ringen ist Mira in diesem Jahr in Finnland auch Junioren-Europameisterin geworden. Geboren wurde Mira vor 20 Jahren in Czongrad in der Nähe von Szeged im Osten von Ungarn.

ANZEIGE

Das Mädchen war von Geburt an gehörlos. Ein Handicap, das Mira nach eigenen Angaben schnell überwinden konnte. Mit neun Jahren hat Mira mit dem Luftgewehr-Schießen begonnen. Mit elf Jahren wurde sie bei einer Schülerolympiade als Talent entdeckt und fortan auch gefördert. Dass sie das Zeug zu einer Spitzen-Sportschützin hat, merkte das Mädchen im Alter von 15 Jahren. Damals erzielte Mira bei den Europameisterschaften für Gehörlose in Genf 385 Ringe. Das bedeutete gleichzeitig neuen Weltrekord bei den Damen. Diesen Titel hat sie im Jahr 2011 in München verteidigt und ist somit amtierende Europameisterin der Gehörlosen. Eine weitere große Karriere-Station war die Gehörlosen-Olympiade in der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh im Jahr 2009. Mit jeweils 395 Ringen in der Qualifikation und im Finale stellte die damals 17-Jährige zweimal einen neuen Weltrekord in ihrer Klasse auf. Ob sie gegen gehörlose oder hörende Schützen antritt, spielt für die Ungarin längst keine Rolle mehr. Seit Oktober nimmt die junge Frau die circa 1000 Kilometer lange Anreise von Ungarn nach Bayern in Kauf, um mit den Vöhringer Schützen Erfahrung in der 2. Bundesliga zu sammeln. Höhepunkt des ersten Wettkampftages war dann gleich ein Sieg des neuen Vöhringer Mannschaftsmitglieds Mira Biatovszki gegen den amtierenden Olympiasieger von London 2012, Alin Moldoveano. Die Ungarin setzte mit dem 394:393-Sieg gegen den Olympiasieger ein Highlight in ihrer Karriere und einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte des SV Vöhringen.

Ziele hat die Sportschützin noch genügend

Persönlich zog die angehende Sportlehrerin ein eher unaufgeregtes und selbstbewusstes Fazit. Schließlich sei sie Olympiasiegerin der Gehörlosen und so sei dies eine Begegnung auf Augenhöhe gewesen. Ziele hat die Katzenliebhaberin noch genügend. Zunächst will sie so viele europäische und internationale Titel sammeln wie möglich. Ein Traum wäre, die Bestmarke von 400 Ringen zu erzielen. Und im nächsten Jahr in Sofia in Bulgarien will sie ihren Olympia-Titel verteidigen. Bodenständig genug ist das Mädchen, das dreimal die Woche zwei Stunden trainiert und am Wochenende Wettkämpfe absolviert, allemal. Als Fahrer und Trainer fungiert der Vater, Psychologin ist die Mutter der 20-Jährigen. Trotz der großen Entfernungen will sie an ihrem Heimatort wohnen bleiben und auch ihre Ausbildung fertigmachen. (sar)

Artikel kommentieren

Schlagworte

Vöhringen | Ungarn | Finnland | Genf | München | Taipeh | London

Nachrichten in Ihrer Region
Augsburger Allgemeine Aichacher Nachrichten Augsburger Allgemeine Donau Zeitung Donauwörther Zeitung Friedberger Allgemeine Günzburger Zeitung Illertisser Zeitung Landsberger Tagblatt Mindelheimer Zeitung Mittewlschwäbische Nachrichten Neu-Ulmer Zeitung Neuburger Rundschau Rieser Nachrichten Schwabmünchner Allgemeine Wertinger Zeitung
Anzeige

Unternehmen aus der Region

Stellenangebote aus Illertissen

Was wissen Sie über die Rente?
Neu in den Foren

Partnersuche