Mittwoch, 20. September 2017

27. August 2010 20:15 Uhr

Zaiertshofen statt Mallorca

Kettershausen-Zaiertshofen "Wo ist das denn?" Diese verwunderte Frage wird die Familie Schillinger aus der Nähe von Freiburg gewiss öfter hören, wenn sie von ihrem Urlaub erzählt. Denn im Vergleich zu Mallorca oder London ist Zaiertshofen im Unterallgäu doch ein recht unbekannter Urlaubsort. Dennoch: Margit und Peter Spaun haben schon Gäste aus aller Welt in dem Kettershauser Ortsteil beherbergt. Sie betreiben dort den nördlichsten Kräuterlandhof im Allgäu. Und in den Sommerferien seien die drei Blockhütten durchgehende belegt, sagt Margit Spaun.

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Familie Schillinger ist begeistert von ihrem Urlaubsdomizil in dem 135-Seelen-Dorf. Vieles ist anders als daheim. "Also bei uns spricht man Deutsch", erklärt der achtjährige Tom: "Hier irgend so einen Dialekt." Doch wesentlich gravierender: Der Garten bei den Spauns ist viel größer als der zu Hause - 10 000 Quadratmeter bieten genug Platz zum Toben für Tom und seinen Bruder Nick (5). "Wir haben Bewegungskinder", beschreibt Mutter Susanne Schillinger ihre beiden aufgeweckten Buben. "Im Hotel oder in einer Großstadt Urlaub zu machen, käme für uns deshalb nicht in Frage." Außerdem schrecken die Schillingers vor langen Autofahrten zurück: "Bei uns fragt ja bereits nach einer halben Stunde jemand: Wann sind wir endlich da?"

Die beiden Buben haben auf dem Kräuterlandhof gleich andere Kinder kennengelernt, mit denen sie Fußball spielen können. Peter Spaun ist gleichzeitig Hausherr und Animateur. So erzählt Nick begeistert von der Fahrt auf dem Rasentraktor, zu der ihn der Hausherr mitgenommen hat.

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Nicht nur neue zweibeinige Gefährten haben die Buben gefunden: Besonders haben es ihnen die Tiere auf dem Hof angetan. Jeden Morgen gehen sie als erstes die Hasen füttern. Die freche Ziege bringt die beiden immer wieder zum Lachen. Und der große Hase Klaus beeindruckt sehr.

Auch der sechsjährige Thomas Schwehr (6) aus Gundelfingen hat Hase Klaus sofort ins Herz geschlossen. Thomas macht mit seinen Eltern Olga und Patrick Urlaub im Häuschen neben den Schillingers. Seine Familie genießt den Urlaub sehr: "Die Kinder sind beim Spielen und wir haben auch mal Zeit für uns", sagen die Eltern. Denn obwohl auf dem Gelände des Kräuterlandhofs immer was geboten ist, gibt es auf dem riesigen Grundstück genügend Rückzugsmöglichkeiten: Unter der 100 Jahre alten Eiche sind Steinkreise gelegt. Hier, am Energieplatz, bauen die Spauns gerade eine kleinen Marien-Grotte.

Für fast alles ist ein Kraut gewachsen

Nebenan steht das "Kräuterhäusle", indem sich die Gäste über heimische Pflanzen informieren können. Duftende, getrocknete Sträuße hängen an der Wand. Olga Schwehr liest mit Interesse die Informationstäfelchen und Hefte, die überall zu finden sind. "So nehme ich auch Wissen aus dem Urlaub mit", sagt sie. Das ist auch das Ansinnen von Käuterbäuerin Margit Spaun: "Das alte Wissen soll nicht verloren gehen." Deshalb gibt es Kräutertees für die Urlaubsgäste, es wird geräuchert und Spaun macht Führungen durch den Garten, in dem mit rund 100 verschiedene Kräuter für fast alles ein Kraut gewachsen ist.

Wenn es regnet, spielen die Kinder in der großen Scheune. Dort gibt es eine Tischtennisplatte und viele Kinderfahrzeuge. "In unserer Blockhütte feuern wir dann den Kamin an und es wird richtig gemütlich", sagt Patrick Schwehr, der sich mit Unbehagen an den Urlaub im vergangenen Jahr erinnert: Erst war die Familie stundenlang im Auto nach Dänemark unterwegs - und dann habe es dort nur geregnet und gewindet.

In Zaiertshofen haben die Gäste auch schon viele Ausflüge gemacht: Legoland, Augsburger Puppenkiste, München, Wandern in den Bergen, ein Besuch bei der Gärtnerei Gaißmayer, ins Freizeitbad Nautilla in Illertissen, Schifffahren auf der Donau - oder aber ein kurzer Fußmarsch zum Baggersee, ins Puppenmuseum oder zur Galerie Kunstunkunst im Ort.

Mit diesen vielfältigen Möglichkeiten werben die Spauns - besonders im Internet. "So finden uns die meisten Gäste", erklärt Margit Spaun. Um einen großen Gästestamm zu gewinnen, ist sie in mehrere Tourismusvereinen vertreten, beim "Allgäuer Kräuterland", "Urlaub auf dem Bauernhof" und "Günzburger Landurlaub".

"Bereits meine Eltern haben Urlaub auf dem Bauernhof angeboten", erzählt die gebürtige Zaiertshoferin. Doch damals habe es als Werbeplattform einen einzigen Katalog gegeben - die Gäste seien aber trotzdem gekommen. Schließlich sei Zaiertshofen der ideale Ferienort: Ruhig, wenig Verkehr. "Es leben Einheimische und Zugezogene hier - das macht das Dorf lebendig." Spaun spricht von "Tradition mit neuen Impulsen".

Tom und Nick freuen sich jetzt auf die Fahrt ins Legoland - und ein klein wenig auch wieder auf daheim, auf ihre eigenen Häschen und darauf, den Freunden von ihren Erlebnissen in Zaiertshofen zu erzählen.

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