Montag, 26. Juni 2017

Landsberg

18. September 2016 19:48 Uhr

Landsberg

Die Stadt - ein lebendes Atelier?

Der Regen in der Langen Kunstnacht ist zwar lästig, kann das Interesse an der Kunst aber nicht schmälern. Von Romi Löbhard

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Der Sommer gab ein längeres Gastspiel – bis einen Tag vor der Langen Kunstnacht 2016. Dann kam der große, zwar notwendige, aber gerade ein wenig unpassende Regen. Die Kunstnacht wurde zu einem eher feuchten Ereignis und der eine oder andere überlegte sich einen Besuch. Wer sich aber trotz Dauernässe aufgemacht hatte zu einem Gang durch die Altstadt von Landsberg, wurde nicht enttäuscht.

Die Kunst, so scheint es, wird von Jahr zu Jahr hochwertiger und vielseitiger. Es werden mehr und mehr Räume auf ihre Galerieeignung getestet, Ausstellungsstücke werden ansprechend präsentiert. Musiker verschiedener Stilrichtungen unterhalten, ohne aufdringlich zu klingen, es gibt Lesungen, Kunstperformances, philosophische Betrachtungen. Wer wollte, konnte sich unterschiedlichsten Führungen anschließen. Heuer wurden Neuankömmlinge am oberen Ende der Alten Bergstraße bereits von Musik empfangen – noch bevor es unter die traditionell gehängten Stoffbahnen ging, die aus der Straße einen großen Wohnbereich machen. Dort angekommen, fiel die Entscheidung schwer, rechts und links hatten die Geschäfte und kleinen Läden ihre Türen geöffnet, präsentierten zwischen Friseurstühlen und Brillenregalen Kunst in vielfältiger Ausführung.

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Am Hauptplatz dann lockte vielleicht als Erstes das Rathaus, wo einmal im Jahr der Gewölbekeller mit seinem Riesenrohr, durch das ununterbrochen Wasser rauscht, für die Mitglieder der Künstlergilde geöffnet wird. Weitere eher ungewöhnliche Räume für die Präsentation von Kunst waren erstmals einige Verkaufshütten in der Zederpassage. In fünf recht unterschiedlichen Räumen präsentierten RBK-Mitglieder Malerei und Skulptur. Das „lebende Atelier“ in einem der Räume war nicht nur ein Hingucker, es war den ganzen Abend lang auch gefragtes Porträtstudio. Als ebensolcher Renner entpuppte sich die Illustrationsmaschine im Weltladen. Geduldig stellten sich Besucher an, bis sie an der Reihe waren und eine ausgesuchte oder selbst vorgestaltete Postkarte in den Schlitz eines großen Kastens stecken und einen Knopf drücken durften. Nach einiger Zeit konnten sie ihre auf geheimnisvolle Weise zu Kunst mutierte Karte wieder in Empfang nehmen.

In der Hinteren Salzgasse dann wieder Musik, die Landsberger Tanzlmusikanten lotsten Besucher zu der witzigen Multischau mit dem Medium Kuh. Dazu passend, allerdings ein wenig weiter weg, konnten Besucher des Café Filmbühne alten, von Stub’nmusik untermalten Geschichten aus Bayerisch-Schwaben lauschen. Im Maxx waren Skulpturen ausgestellt, die gerade erst die Fantasie ihres Schöpfers verlassen hatten und noch feucht waren. Rund um die Karolinenbrücke gab es Großstadtcollagen, Setzkastenkunst auf Postkarten, schwungvoll veränderte Fotografie, Philosophie-Performance zum Thema Lebensveränderung im Angebot. Am Hauptplatz lockte unter anderem die Lesung mit verschiedenen Autoren bei Osiander, begleitet von klassischer Musik.

Oder doch die kleinen Zeugnisse alter Fabrikkunst bei Bagages, die bald endgültig der Vergangenheit angehören? Vorderer und Hinterer Anger wollten auch noch besucht werden. Ein Zauberer war hier am Werk, Bücher wurden verlost und jede Menge Produzenten zeigten Bilder vornehmlich in Acryl, bearbeitete Steine oder treffliche Holzskulpturen. Letztere waren einer der Höhepunkte im Hinteren Anger, zur Schau gestellt bei 1A Classe. Gediegene Handwerkskunst, verbunden mit künstlerischer Kreativität zeichneten diese Arbeiten aus. In dem noch neuen Geschäft wartete eine weitere Überraschung: Franz Hölzl, Architekt des aktuell mit dem Bayerischen Denkmalpflegepreis in Gold ausgezeichneten Projekts „Europäische Holocaustgedenkstätte“ in Landsberg, machte den Geschäftsinhabern seine Aufwartung und genoss hier die Kunstnacht.

Kleiner Schönheitsfehler: Die Absperrbake zur Vorderen Mühlgasse hätte bereits vor der Mühlbachbrücke aufgestellt werden sollen, dann hätten Autofahrer ihre Route bereits vorher ändern können, Wendemanöver wären erspart geblieben.

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