Donnerstag, 18. Januar 2018

Landsberg

16. November 2017 00:35 Uhr

Konzert

Wie Musik heilen kann

Martin Luther und die mystische Laute in der Christuskirche Von Romi Löbhard

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„Das andauernde Schlagen der mystischen Laute mit der Hand erinnert an Jesu Passion, im Inneren des Corpus Christi – gleichsam aus den Himmeln in geistlicher Lehre rufend ihn zu ehren.“ Der Spruch stammt von Luther, der wie Lutz Kirchhof vom Duo Krichhof beim jüngsten Konzert der Reihe „Martin Luther und die Musik“ in der Landsberger Christuskirche berichtete, selbst ein leidenschaftlicher Lautenspieler gewesen sei.

In der Renaissance haben die Menschen laut Kirchhof geglaubt, dass das Universum aus Musik besteht, dass Musik heilen kann. Auch der Reformator sei der Meinung gewesen, dass er mit seinem Lautenspiel die Zuhörer von Melancholie und Trübsal befreien könne. Aber zur Musik: Das Duo Kirchhof ist auf Alte Musik spezialisiert, gespielt auf historischen Instrumenten. Martina Kirchhof ist eine hervorragende Gambenvirtuosin. Sie beherrscht das Instrument dank brillanter Technik und verleiht der Musik mit ihrer besonderen Spielweise viel Expression. Lutz Kirchhof ist einer der renommiertesten Lautenspieler heutiger Zeit. Er spielte in Landsberg eine 19saitige Laute, die gerade mal 800 Gramm wiegt.

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Weil jede Saite mit zwei bis drei Kilo Zug wirkt, habe sein Instrumentenbauer die Laute mal als „musikalische Zeitbombe“ bezeichnet, erzählte Kirchhof, passiert sei aber noch nie etwas. Durch die leichte Bauweise werde mehr Obertönigkeit erreicht. Diese gehe bis in für das menschliche Ohr nicht mehr hörbare Bereiche. „Aber sie wirken auf uns.“ Der Lautenist liebt sein Instrument, das das größte Repertoire aller Instrumente habe. Das war bei den textlichen Ausführungen zu spüren, und mehr noch beim Spiel gemeinsam mit Ehefrau Martina. Die Zuhörer erlebten nicht nur ein fabelhaft eingespieltes Duo, sondern auch eine Einheit, die in der Musik förmlich lebt.

Lutz Kirchhof entlockt seiner Laute so viele Töne auf einmal, dass zuweilen der Eindruck entsteht, ein ganzes Lautenensemble sei zugegen. Da wurden Luthers Kirchenlied-Kompositionen zu musikalischen Schmuckstücken, und Tanzweisen aus der Zeit der ausgehenden Renaissance hatten so viel Rhythmus und Lebensfreude, dass sie zum Mitwippen animierten. Dass der große Gelehrte, von der Kirche lang gechasste Galileo Galilei in einer Lautenfamilie aufgewachsen ist, dürfte nicht allzu bekannt sein. Vater Vincenzo und Bruder Michelangelo hatten es zu einigem Ruhm gebracht. Von beiden Galileii servierte das Duo Musik nicht nur nach deren Vorgaben, sondern von Lutz vielfältig harmonisch ausgekleidet. Nettes visuelles Beiprogramm waren Naturimpressionen, optische Eindrücke an einer Leinwand, wie sie zur Zeit Luthers schon wirkten und auch heute noch Bestand haben.

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