Ab kommendem Montag werden die Nester der Saatkrähen entfernt
Mindelheim Nachdem der Bestand der Saatkrähen in Mindelheim von 825 Brutpaaren im Jahr 2010 auf 956 im Jahr 2011 gestiegen ist und Beschwerden der Bürger über Dreck und Lärm ständig zunehmen, hat sich die Stadt dazu entschieden, die Vergrämung in die Wege zu leiten.
Wie es aus dem Rathaus heißt, werden am Montag die Nester der Krähen mittels einer Hubarbeitsbühne von den Bäumen entfernt. Begonnen wird an der Evangelischen Kirche, es folgen der Tiergarten und das ganze Stadtgebiet. Um zu verhindern, dass die Krähen zurückkehren, werden im Lauf der nächsten Woche auch Falken eingesetzt.
Aus Erfahrung wisse man, dass Maßnahmen wie Knallkörper oder Lautsprecher mit Angstschreien der Krähen wenig Erfolg versprechend seien, heißt es in der Mitteilung der Stadt. In anderen Orten wie Memmingen, Buchloe oder Meitingen habe sich die Vertreibung durch Falken bereits bewährt. Obwohl die Saatkrähe derzeit noch als gefährdet gilt, wird sie bei Erstellung der nächsten Roten Liste aufgrund des Bestandszuwachses voraussichtlich als nicht mehr gefährdet eingestuft werden.
Für eine bessere Information der Bürger will die Stadt in Mindelheim Infotafeln aufstellen, auch Schulen und Kindergärten sollen mit eingebunden werden. Denkbar sei beispielsweise, dass die Kinder die Vergrämung verfolgen und dabei auch den Falken streicheln dürfen. Die Erlaubnis für die Vertreibung gilt bis Ende März, könnte aber eventuell noch verlängert werden. Sobald die Brutzeit beginnt, muss damit dann aber Schluss sein. „Wir wollen den Tieren nichts Böses und sind nur Umzugshelfer“, erklärt Ralf Müller, Leiter des Ordnungsamts.
Wie lange die Maßnahmen dauern und wie hoch die Kosten sind, sei zum momentanen Zeitpunkt nicht absehbar und von vielen verschiedenen Faktoren abhängig, heißt es in der Mitteilung der Stadt weiter. Ende April wisse man, ob die Maßnahme erfolgreich war. Die Leihgebühr für den Hubsteiger beträgt 500 Euro pro Tag plus Benzinkosten. Aus diesem Grund rechnet die Stadt Mindelheim mit Gesamtkosten von bis zu 25000 Euro. (mz)
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