Samstag, 25. Juni 2016

13. Oktober 2015 13:10 Uhr

Schwules Filmfest in Bad Wörishofen

Kurzweilig, humorvoll und nachdenklich

Neunstündiges Filmprogramm gepaart mit bester Unterhaltung selbst in den Pausen begeistert einmal mehr. Und für Diskussionsstoff sorgt auch das städtische Ordnungsamt

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Wo bekommen Gäste einen Sektempfang, ein sagenhaftes Kuchen- und Tortenbuffet und ein gutes Abendessen gepaart mit neun Stunden interessantem Filmprogramm – natürlich beim Schwulen Filmfest in Bad Wörishofen. Zum 21. Mal servierten heuer wieder Kinobetreiber Rudolf Huber sowie Michael Scharpf und Tom Feneberg (neu im Team statt Reinhard Scholl) vom Gay Summit Club Allgäu das rundum Kino-Wohlfühlpaket. Schnell musste man sein um die begehrten Tickets zu ergattern, innerhalb von knapp zwei Stunden hieß es „ausverkauft“.

„Unsere Gesellschaft wird bunter und ich hoffe trotzdem, dass alle tolerant bleiben,“ so begrüßte Bürgermeister Paul Gruschka in Anspielung auf die vielen Asylbewerber in Deutschland die Gäste. Gruschka schaute sich mit seiner Familie gleich mehrere Filme an. „Gleich zum Auftakt präsentieren wir euch eine Preview, die wir nach bangem Warten glücklich an Land ziehen konnten. „Aus der Haut“ ist ein einfühlsam erzähltes Drama, stark und intensiv gespielt vom Hauptdarsteller Merlin Rose, das noch lange nachwirkt,“ so kündigte Michael Scharpf den ersten Film an und er versprach nicht zuviel. Das Coming-Out eines 17-Jährigen nach einem Selbstmordversuch im Affekt ging nicht zuletzt aufgrund der großen Offenheit unter die Haut. Und auch der Kurzfilm „12 Points“, der sich mit der durch Conchita Wursts Sieg beim Song Contest 2014 ausgelösten Toleranzdebatte beschäftigte, zeigte ein folgenschweres Coming-Out eines 18-Jährigen und sorgte nicht minder für Gesprächsstoff.

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Als Win-Win-Situation bezeichnete Scharpf es, dass „Bonito“, die schwule Jugendgruppe aus Kempten ihren neuen Film „Am Gipfel“ in Bad Wörishofen vorstellte. Eine Woche drehten fünf Mitglieder rund um die Mindelheimer Hütte einen Film, der die Geschichte zweier Freunde, der eine schwul, der andere hetero, bei einer Wanderung erzählt. „Wenn ich einen Hut auf hätte, ich würde ihn für euere Leistung ziehen“, urteilte Scharpf beim anschließenden Filmgespräch.

Äußerst nachdenklich stimmte auch der weitere Film „We can be gay today – Baltic Pride“. Er zeigte den Mut, die Ausdauer und die Energie, die die Protagonisten der Baltic Pride benötigen, um ihre Parade durch die Straßen von Vilnius abhalten zu können. Die Regisseurin Nathalie Sibille reiste eigens von Lyon an, um den Wörishofer Gästen von den leider nur sehr kleinen Entwicklungen im Baltikum zu berichten. Dank an dieser Stelle Übersetzerin Ingrid Riesebeck. Überraschend vielleicht für Viele, dass die drei baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland zu den homophobsten Staaten in Europa zählen.

Wie viel freier eine Gay-Parade ablaufen kann, zeigte die abschließend fröhlich-schräge Komödie „Queen of Amsterdam“. Während der Canal-Pride stiehlt Travestie-Star Bertie zusammen mit seinem Vater kostbare Juwelen um bei einer Versteigerung das beliebte Lokal „Ches Nous“ zurückkaufen zu können.

Die Veranstalter bewiesen heuer einmal mehr ein ausgezeichnetes Händchen bei der Filmauswahl, nicht zuletzt begeisterten die lustigen Animationsfilme. Aufgrund der großen Nachfrage wollen die Veranstalter nächstes Jahr, wenn möglich wieder, über zwei Tage ein Filmfest in Bad Wörishofen anbieten.

Für Diskussionsstoff sorgte heuer auch die Auflage des städtischen Ordnungsamtes zwei Ordnungskräfte für die Veranstaltung im Kino zu benennen. Die Veranstalter lösten dies jedoch entspannt. Die Gäste Daniel Pflügl von der Polizei und Norbert Kuisle von der Sicherheitswacht übernahmen diesen Part und meldeten „keinerlei Zwischenfälle“.

„Seit Mitte des Jahres werden auf Bitten der Polizei bei öffentlichen Veranstaltungen mit vorübergehender Schankerlaubnis Ordner eingesetzt, die aber selbstverständlich auch aus den Reihen des Veranstalters kommen können und nichts mit einem Sicherheitsdienst zu tun haben“, so die städtische Pressesprecherin Karin Donath auf Anfrage der Mindelheimer Zeitung. Das Ordnungsamt setze den Wunsch der Polizei im Auflagenbescheid um, habe aber nicht – wie fälschlicherweise behauptet wird – diese Anordnung „erfunden“. In anderen Kommunen werde diese Art der Auflage schon länger praktiziert.

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Ein Artikel von
Barbara Knoll

Mindelheimer Zeitung
Ressort: Bad Wörishofen Rundschau


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