Mittwoch, 16. August 2017

12. Juli 2017 12:00 Uhr

Gemeinderat

Suche nach Standort für Funkmast regt die Räte auf

Die von der Gemeinde vorgeschlagenen möglichen Grundstücke passen der Telekom nicht. Das sorgt für Ärger im Dorf

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Foto: Alexander Kaya

Die nach wie vor ungeklärte Frage, wo die Telekom einen Funkmast auf Ramminger Flur baut, sorgt im Dorf für mächtig Ärger. Obwohl das Thema eigentlich gar nicht auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung stand, war das Sitzungszimmer proppenvoll mit empörten Funkmast-Gegnern. Sie hatten auf Neuigkeiten gehofft, mussten jedoch enttäuscht wieder nach Hause gehen: Weder Bürgermeister Anton Schwele (CSU) noch einer der anderen Gemeinderäte konnte etwas wirklich Neues verkünden.

Dennoch wurde die Empörung über das Verhalten der Telekom in dieser Angelegenheit deutlich: „Wir sind der Telekom ausgeliefert“, wetterte der zweite Bürgermeister Dr. Fritz Böckh, der sich daher auch gewünscht hätte, dass dieses brandaktuelle Thema bei der Gemeinderatssitzung zum Thema gemacht wird.

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Doch weil er keine aktuellen Veränderungen aufzeigen könne, habe er dieses Thema nicht auf die Tagesordnung genommen, verteidigte sich Bürgermeister Schwele kleinlaut. Schließlich habe die Gemeinde mehrere Standorte vorgeschlagen, die jedoch von der Telekom abgelehnt worden seien. Dass Telekom-Sprecher Wilhelm Kielmann noch Anfang Mai davon ausgegangen sei, dass ein möglicher Standort gefunden worden und das Problem damit praktisch gelöst sei (MZ berichtete), hatte auch Bürgermeister Schwele verblüfft: „Davon habe ich auch nur aus der Zeitung erfahren“.

Er warnte dennoch davor, den Gesprächsfaden mit der Telekom abreißen zu lassen und kündigte daher an, erneut mit dem Verantwortlichen der Telekom, dem Diplom-Physiker Wilhelm Kielmann, zu reden und erneut nach einem Kompromiss zu suchen.

Das war der Mehrheit am Ratstisch nicht genug, unter anderem waren es Thomas Scharpf und Christian Reiber, die sich vehement dafür stark machten, auf eigene Kosten der Gemeinde einen Gutachter zu beauftragen. Der solle zum einen die Behauptungen der Telekom unter die Lupe nehmen und gleich einen möglichen Alternativ-Standort finden. Dies soll jetzt schon in der Sitzung in zwei Wochen beschlossen werden – eine entsprechende breite Mehrheit zeichnete sich bereits am Montagabend ab, doch da das Thema nicht offiziell als Tagesordnungspunkt zur Debatte stand, musste dieser Beschluss vertagt werden.

Telekom-Vertreter Wilhelm Kielmann fiel aus allen Wolken, als er von der Diskussion im Ramminger Gemeinderat erfuhr. Immerhin habe er sich noch vor wenigen Wochen mit Bürgermeister Schwele vor Ort getroffen und habe ihm klarzumachen versucht, dass für die Telekom ein Standort westlich der Bahnlinie nicht in Frage komme.

Kielmann habe Schwele daher einen Bereich östlich der Bahnlinie vorgeschlagen, der in der Verlängerung des Unteren Bahnhofsweges liege und etwa 500 bis 600 Meter von der letzten Wohnbebauung entfernt sei. Alles andere rechne sich aus Sicht der Telekom nicht. Doch außer einem Angebot für ein Grundstück, das rund 1,3 Kilometer entfernt beim Wald südlich der Reutäcker liege, sei von der Gemeinde nicht viel gekommen.

Nur eine vage Zusage Schweles, sich darum kümmern zu wollen und ihm eine Liste der möglichen Grundstückseigentümer zukommen zu lassen, die in dem für die Telekom akzeptablen Bereich bis maximal 600 Meter Entfernung liegen, so Kielmann. „Aber auf diese Liste warte ich noch heute“, so der Diplom-Physiker, der gegenüber der MZ auch keinen Hehl daraus machte, dass er sich von den Verhandlungen mit der Gemeinde Rammingen mehr erwartet hatte: „Lange machen wir das nicht mehr mit, unsere Geduld neigt sich allmählich dem Ende zu“, so Kielmann.

Denn die Ausgangslage sei aus seiner Sicht klar besprochen: Die Telekom akzeptiert nur einen Standort östlich der Bahnlinie, der nicht weiter als 600 Meter vom Ortsrand entfernt liegt. „Alles andere entspricht nicht unserer Vereinbarung“, betont Kielmann.

Dass die Gemeinde jetzt offenbar einen Gutachter auf eigene Kosten beauftragen will, schmeckt dem Telekom-Vertreter ganz und gar nicht. Und zwar nicht nur, weil er solche Alternativ-Gutachten generell für nicht seriös hält. Sondern vor allem, weil dies die Standortsuche auf lange Sicht verzögern oder verhindern könnte, und das könne und wolle sich die Telekom nicht leisten – vor allem, da Kielmann noch einen Trumpf im Ärmel hat.

Er habe nach wie vor das Angebot eines Hausbesitzers im Ortskern auf dem Schreibtisch liegen, das eine sofortige Umsetzung der Telekom-Pläne möglich machen würde. Doch auch Kielmann setzt nicht auf Konfrontation, sondern will die Bedenken in der Ramminger Bevölkerung soweit möglich berücksichtigen. Dass es sich bei dem angeblichen Standort-Angebot nur um ein vorgeschobenes „Druckmittel“ handelt, weist Kielmann zurück: „Dieses Angebot gibt es wirklich!“

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Ein Artikel von
Alf Geiger

Mindelheimer Zeitung
Ressort: Bad Wörishofen

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