Freitag, 19. Januar 2018

03. Januar 2018 07:00 Uhr

Ulm

2018 fängt ja gut an

Die Ulmer Philharmoniker zeigen bei ihrem Neujahrskonzert, dass sie sich in der Oper ebenso wohlfühlen wie in der leichten Muse. Das gilt auch für die Solistin, die auch als zickige Diva brilliert. Von Florian L. Arnold

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Auf das Neujahrskonzert freuen sich die Ulmer Philharmoniker und Generalmusikdirektor Timo Handschuh (rechts) offenbar besonders. Schließlich kann das Orchester stets überraschende Facetten zeigen.
Foto: Alexander Kaya

Das Neujahrskonzert im Theater Ulm ist eine geschätzte, ja geliebte Veranstaltung. Wenn Generalmusikdirektor Timo Handschuh und die Ulmer Philharmoniker zum Jahresauftakt aufspielen, ist ausverkauftes Haus selbstverständlich. Das Konzert 2018 stand ganz und gar im Zeichen der Solistin Maria Rosendorfsky, die, einmal mehr, ihre unglaubliche Wandlungsfähigkeit wie auch einen hervorragenden Sinn für Humor bewies.

Als Moderator des Abends war zwar Matthias Kaiser angesagt, aber zuerst betritt Rosendorfsky die Bühne. Mit „gekaperten“ Moderationskarten erklärt sie, man habe ihr die Moderation „in dem Moment versprochen, als Matthias Kaiser anfing zu singen“. Man erinnert sich: 2017 stieg der Operndirektor mit Rosendorfsky für Irving Berlins Streitduett „Anything You Can Do I Can Do Better“ sängerisch in den Ring. Die kleinen Frotzeleien passen gut zum heiteren Grundton des Abends, den Kaiser fabelhaft im Griff hatte. Einige letzte freie Plätze im sonst vollen Haus kommentiert er trocken: „Die Plätze sind noch frei, die Parkplätze werden noch gesucht.“

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Musikalisch hat dieses Neujahrskonzert für jeden Geschmack etwas im Angebot, Oper, Operette, Lustspiel, Musical und Filmmusik, wobei den Liebhabern von Opernmelodien und Tänzen österreich-ungarischer Provenienz wohl besonders der erste Block gefällt, zumal Rosendorfsky sich als „Snegurotschka“ (Schneeflöckchen) aus der gleichnamigen Oper von Nikolai Rimsky-Korsakoff in gewohnt exquisiter Gestimmtheit hören lässt. Nicht minder gelungen, aber schon eine Stufe rassiger und anspruchsvoller die Arie „Carceleras“ aus der Zarzuela „Las Hijas del Zebedeo“ von Roberto Chapi. Da steht die Rosendorfsky im schwarzen Kleid auf der Bühne und sorgt mit der tempo- und temperamentreichen Umsetzung der Arie für wohlige Gänsehaut.

Das Orchester scheint sich auf dieses Konzert immer besonders zu freuen, kann es an diesem Abend doch alle Facetten ausspielen, vom großen Opernstoff bis hin zur „leichten Muse“, die mit Johann Strauß, Paul Lincke und Hans Christian Lumbye vertreten war. Strauß’ Operetten stießen auf geteiltes Echo, auch weil die Handlung manchmal gar zu hanebüchen war. Die Musik überlebte und „Rosen aus dem Süden“ ist zumindest für den Fan ein Muss. Weniger bekannt und darum auch reizvoller mag der „Champagner-Galopp“ des „dänischen Strauß“ Lumbye sein, den das Orchester ebenso hinreißend zu gestalten weiß wie Linckes Marsch aus der Operette „Frau Luna“.

Der zweite Konzertteil gehört förmlich Rosendorfsky, setzt sie doch die strahlenden Höhepunkte. Nicht nur mit der emotionalen Umsetzung „Dream With Me“ aus Leonard Bernsteins Musical „Peter Pan“, sondern auch mit einem ungeniert gefühlvollen „Lovers“ aus der Filmmusik zu „House of the Flying Daggers“ von Shigeru Umebayashi. Überhaupt Filmmusik – die darf im Neujahrskonzert auch nicht fehlen und findet mit Christoph Zirngibls Suite aus „Transbavaria“ einen bemerkenswerten Beitrag: eine schwelgerische, erstaunlich nach klassischem Konzertstück klingende Fantasie. Zuletzt auch noch der Bond-Titelsong „Skyfall“. Da darf man schon einen Augenblick lang ins Schwärmen geraten, wie Rosendorfsky den rauchigen Tonfall Adeles zwar anklingen lässt, sich dieses ikonische Lied aber auch zu eigen macht. Und das Orchester liefert punktgenau und perfekt den Bond-Sound mit hochtourenden Trompeten und Hörnern.

Das Highlight des Abends mag für manchen aber Joo Kraus’ eigens geschriebenes Werk „Just Awesome“ gewesen sein – mit Rosendorfsky als gealterter Diva mit hochgetürmter Grauhaarperücke, amerikanischem Akzent und grausam-buntem Aufzug. Sie scheucht den Dirigenten herum, eitelt und näselt sich an den Bühnenrand, wo sie mit einem erstaunlichen Gesangspart brilliert. Kraus’ „Gag“ ist eine großartige musikalische Visitenkarte für die Solistin, die Rührung, Staunen und Begeisterung auslöst. Ein perfekter Abschluss.

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