Mittwoch, 17. Januar 2018

07. Dezember 2017 07:00 Uhr

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Dieser Verein hat ein Herz für Kranke

Der neue Verein „Heart for Life“ will mit Geld und Begleitung helfen. Die Gründerin weiß aus eigener Erfahrung, mit welchen Problemen Betroffene kämpfen. Von Angela Häusler

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Die Mitglieder des neu gegründeten Vereins „Heart for Life“ zeigen ihre selbst genähten Herzkissen, die Spender an einem Stand auf dem Sendener Weihnachtsmarkt kaufen können.
Foto: Angela Häusler

Krebskranke und sozial schwache Menschen zu unterstützen – das hat sich ein frisch gegründeter Sendener Verein vorgenommen. Initiatorin ist eine Sendenerin, die schon im vergangenen Jahr Tatkraft in Sachen Wohltätigkeit bewies und mit einer selbst organisierten Gala an nur einem Abend 8000 Euro Spenden sammelte.

„Heart for Life“, ein Herz fürs Leben, haben die etwa 20 Mitglieder um Gründerin Carola Lo Cicero ihren Verein genannt, der seit Kurzem auch beim Amtsgericht Neu-Ulm eingetragen ist. Nun haben sich die Helfer getroffen, um die ersten Aktionen vorzubereiten, bei denen sie Geld sammeln wollen. Für ihren Stand auf dem Sendener Weihnachtsmarkt, der nächsten Donnerstag beginnt, ist schon reichlich selbstgebastelte Adventsdeko vorhanden. Und auch selbst genähte, herzförmige Kissen, die Spender dort für eine Mindestgabe von 3 Euro erhalten, sind kistenweise vorrätig. Die Herzen sind gleichzeitig das Maskottchen des Vereins, der sich große Ziele gesetzt hat.

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Schwerkranke Menschen zu unterstützen ist für Ideengeberin Carola Lo Cicero schon lange eine Herzensangelegenheit. Auch, weil sie selbst seit Jahren krebskrank ist und immer wieder mit gesundheitlichen, ebenso aber den flankierenden Problemen kämpft: mit Behörden, mit Krankenkassen oder auch mit Zeitgenossen, die die Situation wenig einfühlsam kommentieren.

Die Vereinsmitglieder wollen Schwerkranken sowohl bei konkreten Problemen helfen, etwa bei Behördengängen oder mit finanziellen Aufwendungen, als auch ideell. „Oft hat man keinen Ansprechpartner, der einen richtig versteht. Wir wollen auch einfach zuhören“, sagt Lo Cicero. Mehrere ihrer Mitstreiter haben ebenfalls Erfahrungen mit eigener Krankheit oder erkrankten Angehörigen.

Wen sie mit Geld oder Zeit unterstützen, werden sie selbst festlegen. Das sei einer der Vorteile, wenn man einen eigenen Verein gründet, sagt Lo Cicero. Dazu komme, dass es Hilfesuchende gibt, die sich nicht an große Organisationen wenden möchten, sondern eher an unbekanntere Initiativen, die im Hintergrund agieren. Und als Verein können sie eben auch Spendenquittungen ausstellen.

Einen ersten Schützling haben die Helfer schon: Eine Mutter, 39 Jahre alt, die an Lungenkrebs leidet und den ärztlichen Prognosen nach nur noch Monate leben wird. Als wäre das nicht genug, hat sie Schulden und sorgt sich nun, dass ihr Sohn die Geldprobleme nach ihrem Tod wird ausbaden müssen. „Wir möchten, dass sie in Ruhe einschlafen kann, dass ihre Angelegenheiten geregelt sind“, sagt Sandra Pfisterer, die im Verein das Amt der Kassenwartin übernommen hat. Als Psycho-Onkologin kennt sie die Situation der Erkrankten gut und weiß: „Da Hilfe zu leisten geht nur in einer Gemeinschaft“.

Alle Mitglieder wollen sich aktiv einbringen, auf ganz unterschiedliche Art – ob als Helfer bei Veranstaltungen oder mit Besuchen bei Hilfesuchenden. Auch wenn Schützlinge sterben müssen, wollen sie noch da sein, betont Lo Cicero. Warum sie trotz eigener Krankheit noch eine Organisation gründet, um anderen zu helfen? „Weil ich will, dass wir gehört und akzeptiert werden. So etwas auf die Beine zu stellen, das ist für mich leben. Und ich will etwas schaffen, das bleibt, auch wenn ich mal gehen muss“, sagt sie.

Schon jetzt hat der noch junge Verein überregionale Unterstützer und erste Sponsoren. Hilfreich ist dabei, dass Carola Lo Cicero bereits im vergangenen Sommer, bei der Organisation einer Spenden-Gala im Bürgerhaus, Kontakte geknüpft hat. Aus dieser Aktion zugunsten der Krebshilfe-Organisation „Fuck Cancer“ hat sich bei der rührigen Sendenerin die Idee einer Vereinsgründung entwickelt.

Aktuell steckt die Gruppe in den letzten Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt. Neben den Kissen wollen sie dort auch Panini und Liköre anbieten. Das eingenommene Geld soll für die lungenkranke Mutter aufgewendet werden, ein Teil aber auch an die Sendener Tafel gehen: Die Helfer wollen zu Weihnachten Präsent-Tüten bestücken und an die Tafel-Kunden verteilen.

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