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28. März 2010 19:25 Uhr

Frauen mögen Türken, Männer lieber Polinnen

Landkreis Wer heiratet wen? Bei uns im Kreis Neu-Ulm ist die Eheschließung in rund 83,7 Prozent der Fälle eine deutsch-deutsche Angelegenheit. Weitere rund 14 Prozent sind deutsch-ausländische Verbindungen und in 2,4 Prozent der Fälle sind beide Partner Ausländer. In Bayern liegt die Quote deutsch-deutscher Heiraten bei 86 Prozent und der Trend zu binationalen Eheschließungen nahm nach einer Auswertung des Landesamtes für Statistik in den letzten Jahren kontinuierlich ab. Unter den Ausländern bei Frauen beliebt: Türken und Amerikaner. Das männliche Geschlecht mag Polinnen und Österreicherinnen. Von Teja Banzhaf

Frauen mögen Türken, Männer lieber Polinnen
Foto: ALFA

Mehr Männer als Frauen heiraten ausländische Partner

Basis dieser Aussage ist eine Auswertung der Eheschließungen von 2001 bis 2008. Danach wurde im Jahr 2001 noch jede sechste Ehe zwischen einem deutschen und einem ausländischen Partner geschlossen. 2008 war das noch bei knapp jeder achten Ehe (12 Prozent) der Fall. Der Trend lässt sich auch längerfristig und nach Geschlechtern unterteilt beziffern: Seit Anfang der 1990er Jahre ist zu beobachten, dass mehr Männer als Frauen ausländische Partner heirateten. 2008 gaben zuletzt 4071 deutsche Männer, aber nur 2944 deutsche Frauen einem Partner mit ausländischer Staatsangehörigkeit ihr Ja-Wort. Deutsche Männer wählten vor allem Polinnen (363) und Österreicherinnen (340). Aus den Staaten des ehemaligen Jugoslawien stammten 293, aus Rumänien 271 Ehefrauen. Deutsche Frauen heirateten dagegen am häufigsten Männer mit amerikanischer (443) oder türkischer Staatsangehörigkeit (435). Auf Platz drei und vier folgten Eheschließungen mit Österreichern (359) und Italienern (301).

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Im Kreis Neu-Ulm heirateten beispielsweise im Vergleichszeitraum zuletzt insgesamt 100 deutsch-ausländische Paare. Dabei hatte in 41 Fällen die Frau die deutsche und der Mann eine andere Staatsbürgerschaft; in 59 Fällen war der Mann deutsch und die Frau Ausländerin.

Was für die 599 deutsch-deutschen Hochzeitspaare im Kreis einen relativ problemlosen Gang zum Standesamt bedeutete, brachte für die binationalen Paare einigen Mehraufwand mit sich: Abgesehen von den gesellschaftlichen Vorurteilen ("Das kann doch nicht gut gehen!") hält die Bürokratie besondere Hürden parat, vor allem, wenn der Ehepartner aus dem außereuropäischen Ausland stammt.

Das Hin und Her zwischen Standesämtern, Ausländerbehörden und Botschaften kostet Nerven. Denn viele ausländische Dokumente müssen nicht nur übersetzt, sondern von den Behörden des ausstellenden Staates beglaubigt und von den deutschen Auslandsvertretungen legalisiert werden. So können schnell etliche Monate vergehen.

Bei den Scheidungen wird nicht nach Nationalität unterschieden

An der standesamtlichen Trauung führt hierzulande aber kein Weg vorbei. Das gilt auch in Fällen, in denen beide Partner ausländische Staatsbürger sind: 17 Mal oder in 2,4 Prozent aller Eheschließungen im Kreis Neu-Ulm war dies im Vergleichszeitraum der Fall. Im Land liegt dieser Anteil aktuell bei zwei Prozent der Eheschließungen (1 018), wobei laut den amtlichen Hochzeitsexperten am häufigsten türkische Staatsangehörige (88) untereinander heirateten, gefolgt von Eheschließungen zwischen Italienerinnen und Italienern (79).

Bleibt die pikante Frage, welche Ehen halten am längsten? Das weiß keiner. Denn bei Scheidungen wird nämlich nicht mehr nach Nationalitäten oder Herkunftsländern unterschieden.

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