Donnerstag, 22. Februar 2018

09. September 2015 15:00 Uhr

Ulm

Wie Mikrowellen auch im Wasser nützlich sein können

Forscher der Ulmer Hochschule entwickeln neue Sensoren für Anwendungen in vielen Lebenslagen. Das schaute sich Ministerin Theresia Bauer (Grüne) am Dienstag an.

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Professor Thomas Walter erläutert Ministerin Theresia Bauer an der Hochschule Ulm einen Anwendungsbereich von Millimeterwellen-Sensoren.
Foto: Andreas Brücken

Mikrowellen helfen beim schnellen Aufwärmen von Mahlzeiten, spielen aber auch in der Medizintechnik, in der Automobilindustrie oder beim Schutz vor Einbrechern eine Rolle. Millimeterwellen sind bestimmte Mikrowellen, deren Wellenlänge zwischen einem Millimeter und zehn Millimetern liegt und die beispielsweise in Scannern für Personen- oder Lebensmittelkontrollen eingesetzt werden. Unter Federführung der Hochschule Ulm ist jetzt ein neues Zentrum für angewandte Forschung im Bereich Millimeterwellentechnik gestartet, von dem vor allem kleinere und mittlere Unternehmen profitieren sollen. Zum Start des Forschungsprojekts „Mikro-Sens“, an dem die Hochschulen Ulm, Heilbronn und Pforzheim sowie die Universität Ulm gemeinsam arbeiten, kam Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) jetzt mit einem symbolischen Scheck im Gepäck nach Ulm.

„Mikro-Sens“ wird für die nächsten drei Jahre mit 1,4 Millionen Euro gefördert. Nach erfolgreicher Evaluation kann die Summe nochmals um eine Million Euro aufgestockt werden. Das Geld stammt je zur Hälfte vom Land und von der Europäischen Union. Das Verbundprojekt „Innovative Millimeterwellen-Sensorik“ soll neue industrielle Anwendungsmöglichkeiten für Unternehmen erschließen. Die Forscher nehmen dazu als Grundlage Sensoren, die bereits heute in der Automobilindustrie für Fahrerassistenzsysteme genutzt werden, um selbststeuernde Autos zu entwickeln. Darauf aufbauend soll eine gemeinsame Plattform entwickelt werden, über die sich Sensoren mit Millimeterwellentechnik auch in vielen anderen Bereichen nutzen lassen.

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Anwendungsmöglichkeiten sind zum Beispiel Gewässersensorik oder Industrieautomatisierung. Sensoren können etwa dabei helfen, Pegelstände und Strömungsgeschwindigkeiten zu messen, Füllstände in Behältern oder den Zustand von Straßen zu erkennen. Die Gewässersensorik kann beim Wassermanagement in der Wüste ebenso Anwendung finden wie in der Binnenschifffahrt. Hier findet sich auch ein Anknüpfungspunkt an die Donauhochschulen, mit denen die Projektpartner vernetzt sind. Es besteht zudem eine enge Kooperation mit der regionalen Wirtschaft. Ein Industriebeirat soll gegründet werden.

„Sensorik gehört sicher zu den Schlüsselthemen, die in unserem Land vorangetrieben werden müssen“, sagte Theresia Bauer bei ihrem Besuch im Hochschul-Campus auf dem Oberen Eselsberg. „Wir brauchen Qualität und Tempo in diesem Bereich.“ Den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften komme bei Industrie 4.0 eine Schlüsselrolle zu, wenn es darum gehe, kleine und mittlere Unternehmen zu unterstützen. „Mit der Förderung von ,Mikro-Sens’ stärken wir diese Entwicklung.“ Die Förderung erschließe innovative Forschungsfelder und steigere die Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen.

Die Ministerin verwies darauf, dass sich „Mikro-Sens“ in einem aufwendigen Prozess überzeugend gegen eine Reihe anderer Projekte durchgesetzt habe. Von 24 eingereichten Anträgen seien lediglich drei Projekte ausgewählt worden. Die Hochschule Ulm sei außerordentlich erfolgreich und gut aufgestellt, lobte Bauer. (mru)

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